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Mit Gespür für Wort und Mensch

Zwei junge Frauen besprechen sich.
Kunden beraten, Themen recherchieren, Artikel schreiben, verschiedende Medienkanäle im Blick haben und mit Inhalten bedienen – PR-Berater haben viele Aufgaben zu bewältigen.
Foto: Martin Rehm

Romanistin

Mit Gespür für Wort und Mensch

Verlagswesen, Werbung, Wissenschaft: Als studierte Romanistin hätte es für Sophia Gese (26) nach dem Abschluss in unterschiedliche Richtungen gehen können. Jetzt setzt sie ihr gutes Sprachgefühl und ihre interkulturelle Kompetenz in einer PR-Agentur ein.

Gar nicht so leicht, der Sprung vom geisteswissenschaftlichen Studium ins Berufsleben – doch Sophia Gese hat es geschafft: Nach einem Jahr als Trainee in der Münchner Agentur Maisberger unterstützt die studierte Romanistin nun als PR-Beraterin IT-Unternehmen bei der externen Kommunikation. Sie absolvierte zuvor ihren Bachelor in Deutsch-Italienischen Studien an der Universität Regensburg, darauf aufbauend ihren Master in interkulturellen Europa-Studien mit dem Schwerpunkt Französisch.

Ein Porträtbild von Sophia Gese

Sophia Gese

Foto: privat

Auch wenn ihr Beruf auf den ersten Blick nicht direkt mit ihren Studieninhalten zu tun hat, setzt sie doch täglich die an der Uni erworbenen Fähigkeiten ein: „In der PR sind Ausdrucksvermögen, soziale Kompetenz, kulturelle Offenheit sowie Organisationstalent und Zeitmanagement gefragt“, sagt die 26-Jährige. Romanisten – wie auch andere Sprach- und Geisteswissenschaftler – erwerben im Studium Medienkompetenz und lernen, sich schnell auf neue Themen einzustellen. „Aufgrund des Sprachgeschicks eignen sie sich besonders dafür, mit internationalen Kunden zu arbeiten“, findet Sophia Gese.

Inhalte attraktiv aufbereiten und verbreiten

Als PR-Beraterin betreut sie derzeit zwei bis drei Kunden. „Meine Aufgabe ist es, im Blick zu haben, welche aktuellen Themen sich eignen, um die Leistungen der Kunden ins Gespräch zu bringen.“ Vor jedem Quartal wird ein Fahrplan erstellt, in dem Ziele zusammengefasst werden.

Im nächsten Schritt gilt es für Sophia Gese, zu überlegen, über welche Kanäle sich die jeweiligen Inhalte optimal kommunizieren lassen. Sobald ein genaueres Konzept fertig ist, wird das Thema des Kunden bei verschiedenen Redaktionen „gepitcht“. Ziel des für die PR-Branche typischen Pitchens ist es, Themen für die Redaktionen attraktiv aufzubereiten und sie möglichst breit zu platzieren – von Fachmedien über öffentlichkeitswirksame Events bis hin zu Social Media.

Neue Medien im Fokus

Gerade mit neuen Medien arbeitet Sophia Gese in ihrem Beruf häufig: „Mein Tag beginnt zum Beispiel damit, mich erst einmal bei Twitter einzuloggen und einige Tweets zu tagesaktuellen Themen aus der IT-Branche für einen unserer Kunden zu schreiben.“ Auch hier kommt ihr das Romanistikstudium zugute, das neben dem sprachlichen Fokus auch auf Medien- und Kulturwissenschaft ausgerichtet war.

Sprachlich und kulturell brachten die gebürtige Würzburgerin ein Studienjahr in Italien an einer Übersetzer- und Dolmetscherschule in Triest während des Bachelorstudiums und ein Auslandssemester im französischen Clermont-Ferrant während des Masterstudiums weiter.

Hohe Ansprüche, dafür viel Abwechslung

Beruflich steht für Sophia Gese als nächstes die Vorbereitung auf die Fachmesse für Informationstechnik CeBIT an – eine gute Gelegenheit, Interviews zwischen ihren Kunden und den Medien zu arrangieren. Dazu schickt sie flächendeckend Einladungen an Journalisten heraus, muss dabei auch akribisch nachfassen. „Mit einer Anfrage ist es meist nicht getan – da braucht es schon nochmal eine Erinnerung“, erklärt die PR-Beraterin. Später erhalten die Kunden Briefings, die sie auf die vereinbarten Interviews vorbereiten.

Das hohe Arbeitstempo gekoppelt mit hohen Ansprüchen an die Kreativität ist es, was die Arbeit in der PR oft zur Herausforderung macht. Ob sie zu einem späteren Zeitpunkt ihrer Karriere von der Agentur in die Presseabteilung eines Unternehmens wechselt, steht für Sophia Gese noch nicht fest. „Das ist alles noch in weiter Ferne. Zurzeit genieße ich die Vielseitigkeit der Agentur-Arbeit – und dass man nie weiß, wie der Tag endet.“

abi>> 26.04.2017