Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Vorhang auf – Kamera an

Das Meininger Theater - Südthüringisches Staatstheater
Unterwegs auf den Bühnen dieser Welt: Wer sich für den Beruf Schauspieler/in interessiert, muss mit ständig wechselnden Einsatzorten rechnen.
Foto: Karsten Socher

Schauspieler – Hintergrund

Vorhang auf – Kamera an

Für viele junge Menschen ist die Schauspielerei der Traumjob schlechthin. Wer seine Schauspielambitionen auf ein solides Fundament stellen will, bewirbt sich an einer Schauspielschule. Doch die Konkurrenz um die begehrten Studienplätze ist groß und auch im Berufsleben warten so einige Herausforderungen.

In unterschiedliche Rollen schlüpfen, tosenden Beifall ernten, auf dem roten Teppich Kinopremieren feiern, berühmt werden – die Schauspielerei steht bei vielen jungen Menschen hoch im Kurs. Doch der Weg dorthin ist steinig, für viele endet er bereits an der ersten Hürde, der Aufnahmeprüfung.

Kein Studium ohne Vorsprechen

Jedes Jahr aufs Neue buhlen tausende Bewerber um die wenigen Studienplätze an den insgesamt zwölf staatlichen Hochschulen, wie etwa der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin oder der Theaterakademie August Everding in München. „Wer Schauspiel studieren möchte, muss sich darauf einstellen, in der Regel mehrere Male an verschiedenen Schulen vorsprechen zu müssen, bis es klappt“, weiß Volkmar Kampmann von der ZAV-Künstlervermittlung der Arbeitsagentur in Köln. „Auch wer meint, von Haus aus mit viel Talent gesegnet zu sein, sollte sich gut auf das Vorsprechen vorbereiten und sich mit den Aufnahmebedingungen der jeweiligen Hochschule vertraut machen.“

Das Eignungsverfahren der Theaterakademie August Everding München etwa setzt sich aus einer praktischen Prüfung sowie einem Kolloquium zusammen. Hierbei muss ein zuvor eingereichtes Konzept mit schauspielerischen Mitteln theatral-ästhetisch umgesetzt und anschließend mündlich vor dem Hintergrund der eigenen Einschätzung der aktuellen Theaterlandschaft dargelegt werden.

Aufgrund der großen Nachfrage gibt es in Deutschland auch zahlreiche kostenpflichtige private Hochschulen. Auf dem begrenzten Arbeitsmarkt habe man in der Regel mit dem Abschluss einer staatlichen Hochschule bessere Chancen, vor allem auf Theaterbühnen. Bei privaten (Hoch-)Schulen müsse man darauf achten, dass der Lehrgang staatlich anerkannt ist. Ansonsten seien die Erfolgsaussichten eher gering.

Bei Film und Fernsehen ist das Studium laut Volker Kampmann im Vergleich zum Theater zwar kein absolutes Muss, aber dennoch empfehlenswert, um das Handwerk in Theorie und Praxis von der Pike auf zu lernen.

Im Job vielseitig gefordert

Was braucht es außer Talent? Wichtig sind unter anderem Ausdrucksfähigkeit, Merk- und Konzentrationsfähigkeit sowie Körperbeherrschung. „Schauspieler müssen zudem diszipliniert, belastbar und flexibel sein“, fügt Volker Kampmann hinzu. Ob lange Drehtage, Abendveranstaltungen am Theater, Texte bis in die Nacht hinein lernen oder sich für eine Rolle mal schnell eine neue Sportart aneignen – als Schauspieler muss man fast immer „on“ sein und dementsprechend sein Privatleben um den Job herum basteln. Jobs außerhalb der „Homezone“ bedeuten oftmals einen Wohnortwechsel.

Konkurrenzdruck und finanzielle Unsicherheit

Die meisten Schauspieler sind freiberuflich tätig, auch am Theater läuft ein festes Engagement meist nur über ein bis zwei Jahre. Laut einer Erhebung des Deutschen Bühnenvereins waren im Jahr 2017 rund 1.900 Schauspieler an Deutschlands Theatern beschäftigt. Insgesamt wird die Zahl der Schauspieler in Deutschland auf etwa 25.000 geschätzt.

Die Konkurrenz ist groß. Daher gilt: sich immer wieder neu positionieren, Aufträge an Land ziehen, Networking betreiben. Der Großteil der Schauspieler verdient weniger als 30.000 Euro im Jahr. Viele können sich nur mithilfe eines zweiten Standbeins über Wasser halten. Wer die Schauspielerei sein Leben nennt, arrangiert sich damit. „Man kann sich jedoch entscheiden, womit man sich besser arrangieren kann: mehr Sicherheit, dafür kleineres Gehalt am Theater, oder mehr Unsicherheit durch größere Durststrecken ohne Job, dafür im Verhältnis in der Regel mehr Geld für das einzelne Projekt vor der Kamera“, zeigt Volker Kampmann die Möglichkeiten auf. 

abi>> 31.10.2018

weitere beiträge

  • zu BERUFE.TV (Öffnet sich in neuem Fenster)
  • zu den abi>> Podcasts