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„Die Aussicht auf Berühmtheit hat für mich nie eine Rolle gespielt“

Ein Porträt-Foto von Jonas Nay
Jonas Nay hat es geschafft, sein Hobby zum Beruf zu machen und steht heute als erfolgreicher Schauspieler vor der Kamera.
Foto: Thomas Leidig

Schauspieler

„Die Aussicht auf Berühmtheit hat für mich nie eine Rolle gespielt“

Jonas Nay stand schon als Teenager vor der Kamera und ist heute einem großen Publikum unter anderem durch seine Rolle in den TV-Serien „Deutschland 83“ und „Deutschland 86“ bekannt. Doch der 28-Jährige ist nicht nur Schauspieler, sondern tritt auch als Musiker auf.

Eigentlich wollte Jonas Nay Lehrer werden. Musik und Sport wären seine Wunschfächer gewesen. Doch dann kam die Schauspielerei dazwischen. Mit 13 Jahren begann seine Karriere in der NDR-Kinder- und Jugendserie „4 gegen Z“. „Für mich war das damals eher ein besonderes Hobby und weniger eine reale Zukunftsvision. Ich wollte das so lange machen, wie es geht und dann nach der Schule ins ‚wahre Berufsleben‘ einsteigen“, erzählt der 28-Jährige.

Nach dem Abi kam es dann doch anders. Er spielte die Hauptrolle in dem Fernsehfilm „Homevideo“, wofür er mit dem deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. „Mit einem Mal wurde ich als Nachwuchsschauspieler bezeichnet und die nächsten Angebote lagen auf dem Tisch. Da wurde mir Stück für Stück klar, dass ich dabei war, eine andere berufliche Laufbahn einzuschlagen.“

Drei große Leidenschaften

Es folgten zahlreiche TV- und Kino-Rollen, unter anderem in der mehrfach preisgekrönten Serie „Deutschland 83“ und deren Nachfolgerin „Deutschland 86“. „Der steigende Bekanntheitsgrad hat mich gerade zu Beginn eher verunsichert. Die Aussicht auf Berühmtheit hat für mich nie eine Rolle gespielt. Klingt vielleicht komisch, aber irgendwie war das für mich kein Faktor“, sagt Jonas Nay. „Wenn Berühmtheit, dann wollte ich die eher als Musiker erlangen. Das war immer mein Kindheitstraum, den ich mit mir rumgetragen habe.“

Auch wenn Jonas Nay heute hauptsächlich als Schauspieler arbeitet, hat er die Musik nicht an den Nagel gehängt. Er studiert Pop- und Jazz-Piano an der Musikhochschule Lübeck und hat regelmäßig Auftritte mit seiner Band „Pudeldame“. „Musik und Sport sind bis heute meine Passionen, die sich neben der Schauspielerei durch mein Leben ziehen. Musik machen, vermitteln und Sport als Ausgleich – ganz besonders Handball spielen.“
Sein ursprünglicher Berufswunsch, sagt Jonas Nay heute, habe ihm geholfen, seine Karriere nicht zu verbissen zu verfolgen. Vielleicht ist genau das sein Erfolgsgeheimnis. „Ich habe bei Castingprozessen ein paar Prozentpunkte weniger als meine Konkurrenten den Drang gespürt, dass das jetzt unbedingt klappen muss, weil ich mit meiner Musik immer einen realen Plan B hatte. In der Retrospektive würde ich sagen, dass mich das empfänglicher für Input meiner kreativen Partner gemacht hat und ich weniger schnell verkrampfte. Der unbedingte Wille, alles richtig zu machen, kann einen beflügeln aber auch blockieren.“

Wenn Jonas Nay nicht dreht, besteht sein Alltag daraus, mit seiner Band Songs zu komponieren, zu proben, aufzunehmen und zu touren. Oder er arbeitet Videoclipkonzepte aus, dreht und schneidet die Clips, komponiert Filmmusik, liest Drehbücher, bereitet sich auf Castings und Drehs vor, besucht Veranstaltungen oder gibt Interviews. Eine exakte Planung ist für ihn wichtig. „Ohne To-Do-List und einen minutiösen Kalender schaffe ich mein Pensum nicht.“ Neben Sport macht die Zeit mit der Familie einen wichtigen Teil seines Privatlebens aus. „Wenn ich drehe, arbeite ich wie in einem Tunnel an meiner Rolle und den Szenen. In den wenigen Stunden, die zwischen zwei Drehtagen liegen, übe ich Text, habe Proben mit Schauspielern und Regie, treibe Sport, esse schnell und schlafe kurz.“

Im Mittelpunkt stehen kann anstrengend sein

Dass das Berühmtsein nicht nur schöne Seiten hat, weiß Jonas Nay aus eigener Erfahrung. „Selbst wenn man versucht, sich davon frei zu machen, man trägt einfach mit sich rum, dass das Verhalten, welches man an den Tag legt, häufig genauer beobachtet wird als das von anderen Menschen. Im Mittelpunkt stehen kann schmeichelhaft sein, aber auch sehr anstrengend.“ Mittlerweile wird er oft auf der Straße erkannt. „Ich werde immer wieder angesprochen, aber ich spüre vor allem die langen Blicke. Meine Heimatstadt Lübeck hat rund 200.000 Einwohner und ich wohne da seit meiner Geburt. Über zwei Ecken kennt man da eigentlich jeden ...“

Die Frage, was er machen würde, wenn er kein Schauspieler wäre, kann Jonas Nay leicht beantworten: „Musik. Noch mehr Musik. Ob als Lehrer oder Künstler, weiß ich nicht genau. Vielleicht beides. Aber ich genieße es unheimlich, zwischen den beiden Welten wechseln zu können.“

abi>> 26.08.2019

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