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Forschen mit gesellschaftlicher Relevanz

Eine junge Frau zeigt auf eine Deutschlandkarte.
Soziologin Stefanie Jähnen analysiert, warum in einigen Bundesländern mehr Abiturienten studieren als in anderen.
Foto: Sonja Trabandt

Soziologin

Forschen mit gesellschaftlicher Relevanz

Welche Faktoren entscheiden darüber, ob Kinder in der Schule erfolgreich sind? Mit dieser und anderen Fragen beschäftigt sich die Soziologin Stefanie Jähnen (28) am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB).

Seit April 2014 arbeitet Stefanie Jähnen als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Wissenschaftszentrum. In einem ihrer Projekte geht sie dabei der Frage nach, warum sich in einigen Bundesländern mehr Abiturienten gegen ein Studium entscheiden als in anderen. Dazu analysiert sie mithilfe eines Statistikprogramms umfangreiche Datenbestände – eine Tätigkeit, die viel Konzentration erfordert. „Das statistisch-quantitative Arbeiten hat mir bereits im Studium Spaß gemacht“, erläutert die Bildungsforscherin. Ihre Ergebnisse publiziert sie in Fachzeitschriften und präsentiert sie auf Konferenzen. In der Vergangenheit hat sie bereits zu anderen Themen geforscht, zum Beispiel über die Zusammenhänge zwischen Fettleibigkeit und Schulerfolg bei jungen Menschen.

Für ihre verschiedenen Projekte steht sie im Austausch mit anderen Wissenschaftlern, auch außerhalb des WZB: „Je nach Projekt bin ich mit verschiedenen Ansprechpartnern in Kontakt. Kein Tag verläuft wie der andere“, ergänzt Stefanie Jähnen. „Außerdem bin ich gerade dabei, meine Dissertation vorzubereiten.“

Nach ihrem Abitur und verschiedenen Praktika studierte Stefanie Jähnen Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Kultursoziologie an der Universität Leipzig: „Eigentlich wollte ich Journalistin werden.“ Durch das Bachelorstudium entdeckte sie jedoch ihr Interesse am wissenschaftlichen Arbeiten. Für den Master in Sozialwissenschaften wechselte sie an die Humboldt-Universität zu Berlin. „Zentraler Bestandteil des Studiengangs war ein eigenständiges Forschungsprojekt, in dem ich mich ein Jahr lang tiefgehend mit einem selbst gewählten Thema befassen konnte.“

Zwischen Datenanalyse und Konferenz

Stefanie Jähnen

Stefanie Jähnen

Foto: Privat

Den Weg ins WZB, einer außeruniversitären Wissenschaftseinrichtung, fand sie durch ein Praktikum. Dort wurde sie auf den Bereich Bildungssoziologie aufmerksam. „Mir gefiel die Arbeitsatmosphäre. Während meines Masterstudiums suchte ich daher nach interessanten Stellenangeboten und begann 2011 zunächst als studentische Hilfskraft“, beschreibt Stefanie Jähnen ihren Berufseinstieg. Schließlich schrieb sie auch ihre Masterarbeit am WZB: „Darin untersuchte ich, wie eine bildungspolitische Reform in Nordrhein-Westfalen die Chancen für Kinder beeinflusst hat, ein Gymnasium zu besuchen.“

Analytisches Denken und Aufgeschlossenheit

„Wichtig ist – neben der Begeisterung für die Inhalte – ein ausgeprägtes analytisches Denkvermögen. Dazu kommt eine Aufgeschlossenheit, um sich rasch in neue Themen einzuarbeiten“, beschreibt sie die Anforderungen für ihren Beruf. Auch sehr gutes Englisch und die Bereitschaft zur Mobilität gehören dazu. „Um die typischen Durststrecken und häufige Unsicherheit eines Wissenschaftlerlebens bewältigen zu können, braucht es zudem Durchhaltevermögen“, ergänzt sie. Dabei korrigiert die Soziologin das Bild vom Wissenschaftler, der in seinem Elfenbeinturm alleine vor sich hin forscht: „Man muss für die öffentliche Wahrnehmung seiner Arbeit sorgen – etwa durch Interviews mit Medien.“

Stefanie Jähnen gefällt der große Gestaltungsspielraum ihres selbstbestimmten Arbeitens. „Außerdem ist mir die gesellschaftliche Relevanz meiner Arbeit wichtig, die die Grundlagen für mögliche politische Änderungen schafft.“ Das WZB unterstützt sie auf ihrem Karriereweg. Sie selbst engagiert sich im Institut als Sprecherin der Nachwuchswissenschaftler. Für ihre berufliche Zukunft wünscht sie sich: „Ich möchte in drei bis fünf Jahren meine Promotion abschließen. Danach kann ich mir eine klassische Wissenschaftslaufbahn vorstellen.“

abi>> 22.07.2015