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Mit eigenem Start-up in die Spieleszene

Ein junger Mann spielt ein Spiel am Handy.
In der Spielebranche tut sich insbesondere auf dem Markt für mobile Games, also solche für Smartphone, Tablet und Co., einiges. Hier sind Spieleentwickler mit Riecher für neue Trends gefragt.
Foto: Brüggemann

Spieleentwicklerin

Mit eigenem Start-up in die Spieleszene

Im Game-Development heißt es: Alles oder nichts, Erfolg oder Absturz. Spieleentwicklerin Anika Eichhorn (33) arbeitet derzeit mit ihrem Start-up an einem mobilen Game – und hofft auf Erfolg in einer schnelllebigen Szene.

Wenn sich Anika Eichhorn an einem ganz normalen Arbeitstag an ihren Schreibtisch setzt, kommt es ab und an vor, dass sie als Erstes eine Runde am Computer zockt. Das Vergnügen ist dabei jedoch nur zweitrangig. Die 33-Jährige spielt vielmehr zu Forschungszwecken, sammelt Inspiration und schaut, was die Konkurrenz so treibt.

Die Spieleentwicklerin programmiert und designt mit ihrer eigenen Firma „Code Pixie“ mobile Apps für Smartphones und Tablets – „mein absoluter Traumjob“, freut sie sich.

Entwicklung eines Spiels dauert Jahre

Ein Porträtbild von Anika Eichhorn

Anika Eichhorn

Foto: privat

Wer als Spieleentwickler durchstarten will, braucht neben dem entsprechenden Talent vor allem eines: Eine große Leidenschaft für das Thema und Risikobereitschaft, schließlich setzt man alles auf eine Karte: „Die Entwicklung eines solchen Spiels dauert oft Jahre, in denen man hofft, dass die Idee am Ende bei den Nutzern ankommt. Hundertprozentig voraussagen lässt sich das leider nicht. Allerdings kann man den zukünftigen Nutzer bereits früh in den Entwicklungsprozess einbeziehen und so die Wirkung einzelner Ideen testen“, erklärt Anika Eichhorn. Am Ende gibt es nur zwei Möglichkeiten: „Man scheitert grandios – oder man ist enorm erfolgreich. Dazwischen gibt es nichts.“

Die junge Spieleentwicklerin hat viele Kollegen kommen und gehen sehen, etwa als sie nach dem Bachelorabschluss gemeinsam mit Freunden eine Firma gegründet und an der Entwicklung neuer Spiele gearbeitet hatte. Nach drei Jahren mussten die Jungunternehmer aus finanziellen Gründen aufgeben.
Verloren war die Zeit aber keinesfalls: „Ich habe viel gelernt: Das Erstellen eines Businessplans, die Kommunikation mit Kunden, mit denen ich auch heute noch Kontakt habe, und der Umgang mit einem geringen Budget für PR und Marketing.“ Dennoch ist sie vorsichtiger geworden und fährt beruflich aktuell zweigleisig: Um sich in der Anfangszeit ihres Start-ups Code Pixie finanzieren zu können, arbeitet Anika Eichhorn halbtags als festangestellte Programmiererin in einem IT-Unternehmen. Langfristig möchte sie sich jedoch hundertprozentig auf ihr Start-up konzentrieren.

Über die Ausbildung zum Studium

Ihr Weg in den Beruf zeichnete sich schon früh ab: Als Tochter eines Programmierers experimentierte Anika Eichhorn als Jugendliche mit dem Computer, zu einer Zeit, in der viele Gleichaltrige von einem Internetanschluss zu Hause nur träumen konnten. „Mein Vater hat mich damals mit seiner Begeisterung für die Informatik angesteckt“, erzählt die junge Frau lachend.

Mit 16 Jahren absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung und begab sich anschließend auf die Suche nach einem kreativen Studiengang in ihrem Fachgebiet. Fündig wurde sie an der privaten SRH-Hochschule Heidelberg: Sie schrieb sich im Fach „Virtual Reality“ mit dem Schwerpunkt „Game Development“ ein. „Vom Lernen hatte ich nach dem Bachelorabschluss allerdings noch nicht genug“, erzählt sie. Vor wenigen Monaten schloss sie daher das Masterstudium an der Universität Bayreuth im Fach „Computerspielwissenschaft“ ab – eine gute Vorbereitung auf die Arbeit als Spieleentwicklerin.

Risiko eines schnelllebigen Markts

Aktuell arbeitet Anika Eichhorn mit ihrem Start-up an einem digitalen Rate- und Knobelspiel für Kinder im Grundschulalter. In ihrem Freundes- und Bekanntenkreis wird die App heftig diskutiert: Wird die Idee bald Millionen Euro wert sein?

Die 33-Jährige kann diese Frage nicht beantworten: „Der Markt ist sehr schnelllebig – was vor zwei Jahren noch ein riesen Erfolg war, würde heute schon nicht mehr funktionieren. Die Spieleentwicklung ist und bleibt eben ein Hochrisikosektor.“ Eingeschüchtert klingt ihre Einschätzung dabei nicht – vielmehr kämpferisch.

abi>> 27.04.2018

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