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Mit Kreativität in Stein gemeißelt

Auszubildender Steinmetz und Steinbildhauer beim Bearbeiten einer Steintafel in der Werkstatt.
Präzision und Ausdauer sind bei Steinbildhauerarbeiten von großer Bedeutung.
Foto: Hermann Ernst

Steinbildhauerin

Mit Kreativität in Stein gemeißelt

Staub, Lärm und Arbeiten in größerer Höhe, das alles macht Elisabeth Mankel nichts aus. Seit drei Jahren arbeitet die 25-Jährige als Steinmetzin/Steinbildhauerin bei einem Steinmetzbetrieb in Marburg. Neben der Erstellung von Natursteinarbeiten ist die Restaurierung von alten Gebäuden eine ihrer Hauptaufgaben.

Für Kunst hat sich Elisabeth Mankel schon immer interessiert. Ein Kunststudium nach dem Abitur erschien ihr aber zu theoretisch. „Ich möchte gerne abends sehen, was ich tagsüber gemacht habe“, erklärt die 25-Jährige. „Deshalb war mir klar, dass ich ins Handwerk gehen werde.“ Auf den Beruf des Steinmetzes wurde sie über eine Fernsehsendung aufmerksam. Eine Praktikumsstelle war schnell gefunden – schon dieses erste Hineinschnuppern in den Beruf bestätigte Elisabeth Mankel, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.

„Am Anfang habe ich mich schon gefragt, ob das eine kluge Entscheidung ist, als Frau in einer Männerdomäne zu starten“, erinnert sich Elisabeth Mankel. Denn nur 15 Prozent der Auszubildenden sind weiblich. „Diese Zweifel haben sich aber schnell als unbegründet herausgestellt. Es wurde nie ein Thema daraus gemacht, dass ich eine Frau bin, und wenn ich mal nicht genug Kraft habe, um zum Beispiel ein schweres Werkstück hochzuheben, helfen mir alle gerne.“

Denkmalpflege als Schwerpunkt

Ein Porträt-Foto von Elisabeth Mankel

Elisabeth Mankel

Foto: privat

Mittlerweile hat Elisabeth Mankel seit drei Jahren ausgelernt. Von ihrem Ausbildungsbetrieb, einer kleinen Marburger Steinbildhauerei, wurde sie nach Abschluss ihrer Ausbildung übernommen. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit dort liegt auf Denkmalpflege und der Restaurierung von alten Gebäuden. Dazu gehört zum Beispiel die Wiederherstellung kriegsgeschädigter Häuser in der Gießener Innenstadt. „Eine schöne Aufgabe, die ich in so einem Gebäude durchgeführt habe, war die Herstellung einer Ziersäule in die ein Gesicht eingearbeitet war. Eine solche Säule existierte noch, die zweite war zerstört worden. Die bestehende Säule habe ich in tagelanger Arbeit maßstabsgetreu kopiert“, erzählt Elisabeth Mankel. „Außerdem haben wir den Giebel eines denkmalgeschützten Hauses anhand von Bildern rekonstruiert. Das war eine spannende Herausforderung.“ Zu den Aufgaben der Steinbildhauerin gehört außerdem die Erstellung von Brunnenanlagen, Zierfensterbänken, Natursteintreppen, Grabsteinen und Marmorskulpturen.

Staub und Lärm gehört dazu

Sauber, trocken und leise geht es im Steinmetzberuf selten zu. „Ich bin eigentlich immer draußen, entweder auf der Baustelle oder in der offenen Werkstatt. Das muss man mögen! Außerdem gehören Staub und Lärm zum Arbeitsalltag dazu“, berichtet die 25-Jährige. „Wer sich nicht gerne schmutzig macht, ist hier fehl am Platz.“ Nicht zu unterschätzen sei außerdem, wie anstrengend die Arbeit ist. „Man muss ziemlich viel Ausdauer haben, um nicht sofort das Handtuch zu schmeißen, wenn eine komplizierte Arbeit nicht auf Anhieb klappt oder länger dauert als gedacht“, erzählt sie weiter. Und zu guter Letzt seien auch Kreativität und Verlässlichkeit sehr wichtig.

Mittlerweile macht Elisabeth Mankel ihren Meister. In einem Jahr möchte sie damit fertig sein. Wie es danach weitergeht? „Wenn ich den Meister in der Tasche habe, bin ich erst mal glücklich“, sagt sie. „Ich kann mir momentan nichts Besseres vorstellen, als weiter in diesem Beruf zu arbeiten. Hier habe ich absolut meinen Platz gefunden.“

abi>> 28.09.2016