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Ein Studium mit einer Menge Theater

MIndmap auf einem Whiteboard
Ein Studium der Theaterwissenschaft muss nicht zwingend in die Welt der Theater führen. Absolventen dieses Fachs stehen viele Berufswege offen.
Foto: Susanne Erler

Theaterwissenschaft – Hintergrund

Ein Studium mit einer Menge Theater

Theater kann gesellschaftskritisch, politisch, religiös oder auch ästhetisch motiviert sein. Immer gibt es aber einen Austausch zwischen Künstlern und Publikum. Wer vom Geschehen auf der Bühne so fasziniert ist, dass er sich beruflich damit befassen möchte, dem steht ein Studium der Theaterwissenschaft offen – und damit vielfältige berufliche Möglichkeiten.

„Theaterwissenschaftler arbeiten in vielen verschiedenen Gebieten im Bereich des Theaters, der Kultur, der Medien, des Journalismus und der Kulturvermittlung. Viele finden einen Job in der sehr vielgestaltigen deutschsprachigen Theaterlandschaft, etwa in der Dramaturgie, der Öffentlichkeitsarbeit, aber auch, mit entsprechenden Zusatzqualifikationen, als Regisseur oder Regisseurin, Theaterpädagoge oder Theaterpädagogin oder Intendant“, erklärt Prof. Dr. Nikolaus Müller-Schöll Präsident der Gesellschaft für Theaterwissenschaft sowie Professor Präsident der Gesellschaft für Theaterwissenschaft sowie Professor für Theaterwissenschaft und Leiter des Masterstudiengangs Dramaturgie der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Theoretisches, kein praktisches Studium

Grundsätzlich vermittelt das Bachelor- und Masterstudium der Theaterwissenschaft die Geschichte und Theorie des Theaters sowie die Analyse von Inszenierungen beziehungsweise Aufführungen. „Als an der Universität gelehrtes Fach bietet die Theaterwissenschaft also nicht in erster Linie eine Ausbildung, die zu einem spezifischen, eng umrissenen Beruf führt, etwa zu dem des Schauspielers oder der Regisseurin, sondern vielmehr zunächst einmal Bildung. Bildung heißt: Man wird hier mit Erfahrungen, Kenntnissen, Fähigkeiten und Wissen ausgestattet, das einem in vielen verschiedenen späteren Situationen hilft“, erklärt der Professor.

Dennoch geben auch einige Universitäten Einblick in die Regie- oder Schauspielpraxis: In Übungen und Workshops werden Erfahrungen im Umgang mit künstlerischen Fragestellungen und Strategien gesammelt. Da die Hochschulen unterschiedliche Schwerpunkte haben, etwa Musiktheater, Theaterpädagogik oder andere Spezialisierungen, rät der Experte, vorab gründlich zu recherchieren – auch in Bezug auf Kombinationsmöglichkeiten.

Portrait Prof. Dr. Nicolaus Müller-Schöll

Prof. Dr. Nicolaus Müller-Schöll

Foto: privat

Mit anderen Fächern kombinieren

Wer im Studium die Theaterwissenschaft mit anderen Fächern verbindet, etwa mit Kommunikations- oder Kulturwissenschaft, Pädagogik, Journalismus oder Marketing, kann sich ein weiteres Arbeitsfeld in der Kultur-, Bildungs-, und Medienindustrie eröffnen, in der Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit, in der Unternehmenskommunikation oder bei Stiftungen und in Archiven. Und natürlich steht Masterabsolventen ein Promotionsstudium und eine Habilitation offen, um forschend die erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen zu vertiefen.

„Wer Theaterwissenschaft studieren möchte, der sollte sich von Anfang an aber genau fragen, was ihn oder sie an diesem Studium interessiert. Denn nur wer die Antwort auf diese Frage weiterverfolgt, wird zu Ergebnissen kommen, die dann auch für andere von Interesse sind“, rät Nikolaus Müller-Schöll auch mit Blick auf den Einstieg ins Berufsleben.

Ohne Praktika, Hospitanzen und Assistenzen geht nichts

„Generell gilt, dass es von Vorteil ist, wenn Studierende schon während des Studiums praktische Erfahrungen sammeln, etwa bei Praktika, Hospitanzen und Assistenzen in den Semesterferien. Häufig lernt man dabei die Leute kennen, die dann später zufällig jemanden kennen, der gerade jemanden sucht, weil ein Job überraschend frei wird“, sagt er. „Viele Studierende hängen an das Studium noch die eine oder andere Form einer praxisnahen Einstiegszeit an: ein Volontariat, eine Zeit als Dramaturgie-Assistentin oder -Assistent, als Trainee in einem Unternehmen oder dergleichen.“

Im Kulturbereich müsse man sich allerdings grundsätzlich auf befristete Projektarbeit oder eine freiberufliche Mitarbeit einstellen, gibt er zu bedenken. Mit etwas Glück könne daraus ab und an auch eine Festanstellung oder zumindest ein Vertrag für eine längere Zeit werden. „In Kultureinrichtungen gibt es selten Nine-to five-Jobs. Das muss man in Kauf nehmen. Dafür hat man dann aber einen sehr interessanten, abwechslungsreichen und aufregenden Beruf.“

 

Weitere Informationen

Berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Weitere Informationen zum Thema sowie zu verwandten interessanten Berufen findest du im Teilberufsfeld „Bühne und Film“.
www.berufsfeld-info.de

 

studienwahl.de
Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchwort: z. B. Theaterwissenschaft, Dramaturgie)
www.studienwahl.de

 

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit
www.jobboerse.arbeitsagentur.de

 

BERUFENET
Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Theaterwissenschaftler/in, Dramaturg/in, Pressesprecher/in)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

 

KURSNET
Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen. (Suchwort: z.B. Theaterwissenschaft)
https://kursnet-finden.arbeitsagentur.de

 

BERUFETV
Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit
www.berufe.tv

 

Theater für Niedersachsen Hildesheim
http://www.tfn-online.de

 

Komische Oper Berlin
http://www.komische-oper-berlin.de

Goethe-Universität Frankfurt am Main
http://www.uni-frankfurt.de

 

Gesellschaft für Theaterwissenschaft

http://www.theater-wissenschaft.de

 

Deutscher Bühnenverein

www.buehnenverein.de

abi>> 25.04.2019

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