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Ein Thema mit vielen Gesichtern

Frau bearbeitet ein Textdokument am PC.
Katrin Piecha bereitet Texte rund um Wissenschaft und Forschung leserfreundlich auf.
Foto: Martin Rehm

Wissenschaftskommunikatorin

Ein Thema mit vielen Gesichtern

Wie baut man Teilchenbeschleuniger im Miniformat? Wie weit ist die Forschung auf dem Gebiet der Elektromobilität fortgeschritten – oder mit der Bekämpfung von Infektionskrankheiten? Die Antworten kennt Katrin Piecha (33), Wissenschaftskommunikatorin an der Universität Erlangen-Nürnberg.

Forschungsthemen für die Öffentlichkeit interessant aufbereiten, Pressemitteilungen an ausgewählte Medien verschicken und Ansprechpartner sein, Forscher zur Öffentlichkeitsarbeit beraten, die richtigen Kanäle für die Veröffentlichungen finden, die Homepage aktualisieren und eine der Uni-eigenen Zeitschriften betreuen: All diese Aufgaben gehören für Katrin Piecha zum beruflichen Alltag. Die 33-Jährige arbeitet in der Pressestelle der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg.

Ein Porträtfoto von Katrin Piecha

Katrin Piecha

Foto: FAU/Giulia Iannicelli

„Das Themenspektrum ist an einer so großen Universität sehr vielfältig“, stellt die Wissenschaftskommunikatorin fest – und gerade das findet sie besonders spannend: „Einen geplanten Tag gibt es nicht.“ Denn neue Themen von den Wissenschaftlern und Anfragen von Journalisten kommen täglich in die Pressestelle. Sie muss oft schnell reagieren, meist noch am selben Tag. Wenn zum Beispiel Forschungsergebnisse in Fachjournals veröffentlicht werden, schickt die Pressestelle diese zeitgleich mit dem Erscheinen des jeweiligen Journals an die Medien. Organisationstalent ist in ihrem Job daher besonders wichtig – genauso Kommunikationsstärke: Oft rufen Journalisten bei ihr an, die einen Experten zu einem aktuellen Thema suchen, etwa Elektromobilität oder neu auftretende Infektionskrankheiten. „Dann vermitteln wir Kontakte zu Forschern, die das Wissen und auch die Zeit haben, die Fragen der Presseleute zu beantworten“, erklärt Katrin Piecha.

Spannende Themen für Studienanfänger finden

Von Februar bis Mai arbeitet die Kommunikatorin für die Redaktion des Unimagazins „frisch“, das einmal im Jahr erscheint. Zielpublikum sind Studienanfänger an der FAU. Das Heft ist als Wegweiser zum Studienstart gedacht, in dem die jungen Leser wertvolle Tipps rund um das Studierendenleben finden.

Zunächst stellt Katrin Piecha einen Redaktionsplan auf. Was könnte Erstis interessieren, welche konkreten Themen entwickeln sich daraus, wen will sie interviewen? Ihre Vorschläge bespricht sie anschließend mit der gesamten Redaktion. In den Sitzungen geben sich alle gegenseitig wertvolle Anregungen. „Ich bin ein Teamplayer“, ergänzt sie.

Einen ihrer Lieblingstexte schrieb die Kommunikatorin zu einem spannenden, aber auch sehr komplexen Thema: Teilchenbeschleuniger im Miniformat. Diese Anlagen sind normalerweise mehrere Kilometer lang, wie das CERN in Genf. Einen in der Größe einer Schuhschachtel zu bauen, wäre ein riesiger Fortschritt für Biologie, Medizin oder Werkstoffwissenschaften. Erlanger Physiker machen gerade gute Fortschritte darin, einen solchen Prototypen zu bauen. Für Katrin Piechas Artikel erklärte der Projektleiter die komplizierten Zusammenhänge anschaulich. „Er war sehr offen im Gespräch, die Zusammenarbeit hat viel Spaß gemacht“, erinnert sie sich.

„Forscher sind sehr unterschiedliche Persönlichkeiten“, weiß die Wissenschaftskommunikatorin aus Erfahrung. Manche seien kommunikative Naturtalente, die ihre Forschungsgebiete sehr gut für Laien beschreiben können und auch schnell auf Nachfragen reagieren. Andere zeigten sich eher wortkarg und antworteten eher zögerlich. „Aber das gehört eben zum Handwerk“, betont die 33-Jährige.

Vielfältige Aufgaben und Themen

Für Public Relations, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus interessierte sich Katrin Piecha schon früh: Sie jobbte ab der elften Klasse in der Redaktion einer Lokalzeitung. Während ihres Magisterstudiums der Anglistik und Romanistik an der Georg-August-Universität Göttingen wurde ihr klar, dass sie mehr Interesse an breitgefächertem Wissen hat als an der Spezialisierung in einem Fachgebiet. Nach dem Studium – mit dem Zwischenschritt eines Praktikums in der Pressestelle eines Verlags – bewarb sie sich daher bei verschiedenen Universitäten für ein Volontariat. In der Hochschulkommunikation der FAU bekam sie eine Zusage. Nach dem Volontariat wurde sie als Redakteurin der Pressestelle übernommen – wo sie voll in ihrem Element ist. „Ich möchte vor allem noch tiefer in mein Metier hineinwachsen“, ist ihr Wunsch für die Zukunft.

abi>> 02.02.2017