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Carsharing unter Strom

Ein junger Mann steckt ein Elektroauto an die E-Zapfsäule an.
Elektromobilität ist eines der zentralen Themen im Bereich der urbanen Mobilität. Thorsten Sobe arbeitet daran, die flächendeckende Nutzung voranzutreiben.
Foto: Frank Pieth

Experte für Elektromobilität

Carsharing unter Strom

Wie können Elektroautos für die gemeinschaftliche Nutzung eingesetzt werden? Diesen und weiteren Fragen rund um Elektromobilität geht Thorsten Sobe (31) für das Unternehmen Car2Go nach.

Gerade in großen Städten ist Carsharing längst keine Seltenheit mehr. Man hat Freunde, die für gelegentliche Fahrten auf ihrem Smartphone nach einem Leihwagen in der Nähe suchen, oder sieht die Autos verschiedener Anbieter durch die Stadt fahren. Einer dieser Anbieter ist Car2Go, ein Tochterunternehmen der Daimler AG. Dort arbeitet Thorsten Sobe im Bereich Business Development.

Car2Go gibt es international an 26 Standorten, davon sieben Mal in Deutschland. „Nun möchten wir das Angebot an Elektro-Fahrzeugen ausbauen“, erklärt der 31-Jährige – genau hierfür ist er der Experte. An drei Standorten weltweit bietet das Unternehmen bereits ausschließlich E-Wagen an, einer davon ist Stuttgart, wo 550 Autos im Einsatz sind.

Um das E-Angebot auch in andere Städte zu bringen, muss der Experte etliche Fragen klären: Welche Städte eignen sich? Wo werden Ladestationen dann am meisten benötigt und wo können sie aufgestellt werden? Welche Systeme sind dafür am besten geeignet? Welche Automodelle und Batterien verwendet man? Und ganz grundsätzlich: Wie überzeugt man die Kunden von E-Wagen und deren Vorteilen?

Viel Gestaltungsspielraum

Ein Porträt-Foto von Thorsten Sobe

Thorsten Sobe

Foto: Car2Go GmbH

„Elektromobilität ist ein extrem spannender Bereich“, findet Thorsten Sobe. „Dort gibt es derzeit noch sehr viel Entwicklung, weswegen man auch selbst mitgestalten kann.“ So steht er etwa in engem Kontakt mit Entwicklungsabteilungen für neue Elektrofahrzeuge und -antriebstechniken. Immerhin ist noch nicht abschließend festgelegt, wie das Design solcher Autos optimalerweise aussehen sollte, wie der Ladeprozess verbessert und ob auch kabellos geladen werden kann.

„Hinzu kommt, dass diese Autos emissionsarm sind und ich so indirekt auch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten kann“, beschreibt der 31-Jährige seine Motivation für das Thema. „Außerdem sind die Konzepte Elektromobilität und Carsharing beide noch relativ neu und haben starke Wachstumstendenzen.“

Allerdings geht damit auch eine gewisse Unsicherheit einher: „Vieles ist noch nicht geregelt. Wir wissen zum Beispiel gar nicht, welche Rahmenbedingungen es in zwei Jahren für Elektromobilität geben wird.“ Das sei für seine Tätigkeit reizvoll, erfordere aber auch eine gewisse Flexibilität.

Stelle eigens für ihn geschaffen

Darauf ist Thorsten Sobe jedoch gut eingestellt: Nach seinem Abitur studierte er zunächst Wirtschaftsingenieurwesen an der RWTH Aachen mit je einem Auslandssemester in London und Paris. Anschließend arbeitete er beim Autohersteller Daimler im Bereich Elektroantriebe und begann parallel seine Promotion, die er bei Daimler und an der École Polytechnique in Paris schreibt. Im Herbst 2017 möchte er diese mit der Verteidigung abschließen. Sein Thema: der Umgang mit den Unsicherheiten rund um Elektromobilität und wie Unternehmen trotzdem für die nächsten Jahre planen können.

Mit seiner Expertise passte er bestens zu seinem jetzigen Arbeitgeber, zu dem er Anfang 2016 wechselte – und wo die Stelle als Experte für Elektromobilität eigens für ihn geschaffen wurde. Dort möchte er in absehbarer Zeit auch bleiben. „Das Thema E-Mobilität gewinnt an Fahrt und bei Car2Go ist viel zu tun und mitzugestalten“, erklärt der 31-Jährige. Er könne sich vorstellen, zunehmend mehr Führungsverantwortung zu übernehmen. „In jedem Fall gibt es genug spannende Aufgaben in den nächsten Jahren, sodass es nicht langweilig wird.“

 

abi>> 23.10.2017