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Ein Arbeitsplatz mit Aussicht

Detlef Thunecke, 44, arbeitet als Hafenfacharbeiter in Hamburg. Hier beim Löschen von Wärmetauschern im Führerhaus eines Kai-Krans.
Arbeiten aus der Vogelperspektive: Containerbrückenfahrer im Hamburger Hafen arbeiten in 50 Metern Höhe.
Foto: Sonja Brüggemann

Fachkraft für Hafenlogistik

Ein Arbeitsplatz mit Aussicht

Höhenangst kann Maik Rodehorst in seinem Job nicht gebrauchen: Als Fachkraft für Hafenlogistik arbeitet der 23-Jährige am größten Container-Terminal des Hamburger Hafens, dem Burchardkai, in schwindelerregenden Höhen.

Die Aussicht von seinem Arbeitsplatz ist gigantisch: In über 50 Metern Höhe sitzt Maik Rodehorst in einem schwebenden Glaskasten, in der sogenannten Kanzel. Auf der einen Seite erstreckt sich ein Meer aus Containern, das von oben aussieht wie eine Landschaft aus bunten Bauklötzen. Dahinter ragt die Skyline von Hamburg auf. Auf der anderen Seite liegt die immer breiter werdende Elbe. „Einfach großartig“, schwärmt der 23-Jährige. Zum Schauen und Staunen hat er allerdings kaum Zeit. Als Containerbrückenfahrer muss er sich darauf konzentrieren, dass tonnenschwere Container punktgenau gehoben und abgesetzt werden.

Vor einem Jahr beendete er seine Ausbildung zur Fachkraft für Hafenlogistik. Anschließend konnte er am Container Terminal Burchardkai anfangen. Eine Containerbrücke wird dabei stets von einem Team bedient, wobei alle ständig über Funk miteinander verbunden sind: Der Deckseinweiser, der auf dem Frachter für die Verladekontrolle zuständig ist, die Brückenaufsicht, die unter der Brücke steht und Containernummern sowie Zusatzinformationen in das EDV-System eingibt sowie der Brückenfahrer und ein Ablöser, der gegebenenfalls für den Fahrer einspringt.

Sicherheit in großer Höhe

Ein Porträt-Foto von Maik Rodehorst

Maik Rodehorst

Foto: privat

Als Brückenfahrer muss Maik Rodehorst höchste Konzentration aufbringen, denn allein das Lastaufnahmegerät, der sogenannte Spreader, wiegt zehn Tonnen. Die Container bringen dann noch mal 30 bis 40 Tonnen auf die Waage. „Man muss erst einmal lernen, mit dem Schwung des Spreaders umzugehen, und auch ein Gefühl dafür bekommen, ob man sich einen Meter oder zehn Zentimeter über dem Container befindet“, sagt er. Schwindelfreiheit und ein hohes Verantwortungsbewusstsein sind für diesen Job in der Höhe wichtige Voraussetzungen. Nach seiner Ausbildung hat er für die großen Containerbrücken zusätzlich ein sechswöchiges Training durchlaufen, um sich gezielt auf die Position vorzubereiten: „So habe ich noch mehr Sicherheit gewonnen.“

Beim Be- und Entladen der großen Schiffe mit bis zu 10.000 Containern an Bord sind meistens vier bis fünf Brücken gleichzeitig im Einsatz. „Da der Hafen niemals still steht, gibt es Tag- und Nachtschichten sowie Wochenend- und Feiertagsarbeit“, erzählt der 23-Jährige.

Bei jedem Wetter draußen

Auch wenn Hitze und Kälte, Regen und Wind einem Brückenfahrer einiges abverlangen – seinen Arbeitsplatz möchte Maik Rodehorst gegen keinen anderen eintauschen: „Ich bin gerne draußen und im Hafen unterwegs. Außerdem ist die Arbeitsatmosphäre unter den Kollegen super. Und der Job bietet gute Möglichkeiten, mich weiterzuentwickeln.“ Mit Blick in die Zukunft würde ihn zum Beispiel eine Tätigkeit als Schiffsplaner reizen.

abi>> 26.07.2017