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Ein Hafen ist eine Welt für sich

Impression Containerhafen Hamburger Hafen
170.000 Menschen arbeiten allein in den Häfen der Hansestädte Hamburg, Bremen und Bremerhaven.
Foto: Andreas Rex

Fachkraft für Hafenlogistik – Hintergrund

Ein Hafen ist eine Welt für sich

Fachkraft für Hafenlogistik ist kein Bürojob. Aber auch keiner, für den man Muskelmasse benötigt: Schwere körperliche Tätigkeiten werden heute von Maschinen übernommen. Dafür konzentrieren sich die Logistiker auf ihr Kerngeschäft: das Be- und Entladen riesiger Warenströme und die damit verbundenen Qualitätskontrollen.

Im größten Hafen Deutschlands – im Hamburger Hafen –und in dessen wirtschaftlichen Umfeld arbeiten rund 130.000 Menschen. An zweiter Stelle stehen die bremischen Häfen in Bremen und Bremerhaven, wo rund 40.000 Beschäftigte in der Maritimen Wirtschaft und Logistik tätig sind. Auch in Duisburg, dem größten Binnenhafen, gibt es Terminalbetreiber, Hafendienstleister, Transportunternehmen, Speditionen, Logistikfirmen und hafennahe Industrieunternehmen, die diverse Berufsfelder abdecken. Eines davon ist die Hafenlogistik.

Fachkräfte in diesem Bereich arbeiten unter und auf Verladekränen am Schiff, an Deck oder in den Lagerhallen, sie bewegen die Container von A nach B, kontrollieren Waren und kümmern sich um den Weitertransport. Im Wesentlichen be- und entladen sie Schiffe, LKWs, Waggons und Container, sichern fachgerecht die Ladung, bedienen mobile Umschlagsgeräte und erledigen diverse Tätigkeiten im Lager- und Terminalbereich wie etwa die Kontrolle von Frachtpapieren.

„Gebraucht werden Fachkräfte für Hafenlogistik vor allem dort, wo große Schiffe anlegen“, sagt André Konopatzki, Leiter der Fachschule der Hamburger Hafen und Logistik AG. Wer sich also für die dreijährige Ausbildung entscheidet, legt sich gleichzeitig auf eine Hafenstadt wie Hamburg, Bremen oder Duisburg fest.

Auch ein Beruf für Frauen

Ein Porträt-Foto von André Konopatzki

André Konopatzki

Foto: Kevin Hartmann

War die Arbeit im Hafen einst ein Knochenjob, erledigen heute Hilfsgeräte die körperlich schweren Handgriffe – vom Gabelstapler bis zum gewaltigen Containerbrückenkran. Daher ist der Beruf auch keine Frage mehr von körperlicher Kraft und auch nicht zwangsläufig eine schweißtreibende Angelegenheit: „Fit sollte man schon sein, aber das gilt ja auch für eine Krankenschwester oder eine Kindergärtnerin“, sagt André Konopatzki und betont: „Der Beruf ist durchaus für Frauen geeignet“.

Im Berufsalltag sind statt Muskelmasse vielmehr Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit sowie Höhenfestigkeit und eine gute Augen-Hand-Koordination gefragt – etwa, um auf der Containerbrücke die tonnenschweren Güter sicher und punktgenau zu verladen. Verantwortung gehört auch dazu: „Schon kleinste Fehler, zum Beispiel bei der Sicherung einer Ladung, können große Auswirkungen haben. Auch das Bestücken eines Containers ist eine Kunst für sich. Waren müssen platzsparend gepackt werden, sodass wenig Stauverlust entsteht“, beschreibt der Leiter der Fachschule die wichtigsten Kompetenzen.

Bei allem ist Sicherheitskleidung angesagt: Helm, Handschuhe, Weste, Sicherheitsschuhe. Da ein Hafen niemals still steht, wird auch nachts, an Wochenenden und Feiertagen gearbeitet sowie bei Wind und Wetter. Darauf sollten sich Ausbildungsinteressierte einstellen.

Qualitätssicherung und Steuerung

Fachkräfte werden in Häfen immer gebraucht, sowohl im In- als auch im Ausland. Zwar werden – wie in vielen anderen Branchen auch – Tätigkeiten durch Automatisierung ersetzt, „dafür können sich die Fachkräfte für Hafenlogistik auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, wie etwa die Qualitätssicherung und die Steuerung von logistischen Prozessen“, entgegnet André Konopatzki.

Die Ausbildung ist oft nur der erste Schritt, denn Weiterbildung wird an den Häfen großgeschrieben. Da auch Aufstiegsmöglichkeiten vorhanden sind, bietet der Beruf auch für Abiturienten interessante Perspektiven. „Wir legen sehr viel Wert auf Weiterbildung. Mit der Zeit kann es eine Fachkraft für Hafenlogistik bis in die oberste Führungsebene eines Terminals schaffen – etwa über die Qualifizierung zum Lademeister oder die Fortbildung zum Schiffsplaner.“ Wer nach der Ausbildung studieren möchte, kann beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Schiffs-, Reedereimanagement und Hafenwirtschaft oder Logistik erwerben. Entsprechende Angebote bieten zum Beispiel die Hochschule Emden/Leer, die Hochschule Wismar oder die Jade Hochschule Wilhelmshaven.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Fachkraft für Hafenlogistik)

www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Die Berufsbildung der Facharbeiter, Fachangestellten, Gesellen und Meister steht im Mittelpunkt der Forschungs- und Dienstleistungsarbeit des BIBB.
www.bibb.de

Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe e.V.

Bundesverband der am Seegüterumschlag in den Häfen beteiligten Betriebe in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.
www.zds-seehaefen.de

abi>> 26.07.2017