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„Hochspezialisierte Generalisten“

Versandhalle
Die Logistikbranche ist einer der am stärksten wachsenden Wirtschaftszweige in Deutschland. Demtensprechend groß ist die Vielfalt und Auswahl an Studiengängen.
Foto: Martin Rehm

Logistik: Hintergrund

„Hochspezialisierte Generalisten“

Die Schlagworte Transport, Umschlag und Lagerung allein werden dem modernen und vielseitigen Berufsfeld Logistik längst nicht mehr gerecht. Logistiker beschäftigen sich heute mit der intelligenten Planung und Steuerung von Wertschöpfungsketten.

Ob auf Schienen, Straßen, Meeren oder in der Luft: Logistik umfasst die Verteilung von Gütern und Dienstleistungen. Das beinhaltet auch die strategische Optimierung sowie intelligente Steuerung dieser Warenströme in Bezug auf Kosten, Menge, zurückgelegte Strecken und Zeit. Laut der Bundesvereinigung Logistik (BVL) wurden im Jahr 2015 rund 240 Milliarden Euro in der drittgrößten Branche Deutschlands erwirtschaftet. Aktuell sind rund drei Millionen Menschen in der deutschen Logistik beschäftigt. Und der Wirtschaftszweig wächst.

Logistiker arbeiten nicht nur bei der Bahn, in Häfen und Flughäfen oder bei Speditionen, sondern auch in Industrie und Handel. Neben Transportunternehmen und Logistikdienstleistern, Fluggesellschaften und Reedereien kommen auch Logistikabteilungen von Wirtschaftsunternehmen in anderen Branchen als potenzielle Arbeitsplätze in Frage.

Täglicher Wandel, stetige Weiterentwicklung und Ausdifferenzierung prägen das Berufsbild. Professor Dr.-Ing. Thomas Wimmer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesvereinigung Logistik, weiß: „Die Logistik ist ein Arbeitsfeld für Planer und Strategen, aber auch für Macher. Logistiker brauchen immer neue kreative und innovative Ideen. Und sie müssen sich trauen, in neuen Bahnen zu denken.“

Breit aufgestellt oder spezialisiert

Ein Porträt-Foto von Thomas Wimmer.

Thomas Wimmer

Foto: Jan Meier

Wer die Studienrichtung Logistik, Transport und Verkehrswirtschaft einschlagen will, hat derzeit die Wahl zwischen rund 170 grundständigen und weiterführenden Studiengängen (studienwahl.de; Stand: August 2016), die an Universitäten und Fachhochschulen angeboten werden. Auch ein duales Studium ist vielerorts möglich.

Neben breiter angelegten Bachelorstudiengängen wie Logistikmanagement gibt es spezialisierte Angebote wie an der Ostfalia Hochschule mit dem Studiengang „Handel und Logistik“ oder an der Hochschule Emden mit „Schiffs- und Reedereimanagement“. Gerade im Bereich Logistik bietet sich eine internationale Ausrichtung an. Die Hochschule Bremen etwa bietet den Studiengang „Shipping & Chartering“ an, die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes kooperiert beim Studiengang „Logistik/Logistique“ mit der französischen Universität Metz.

Welcher Weg der sinnvollste ist, kommt laut Thomas Wimmer auf Interessen, Stärken und Schwächen des Einzelnen an. Vieles aber deute darauf hin, dass der praxisorientierte Akademiker besonders erfolgreich sei. Gut seien Praktika während des Studiums.

Trends „Grüne Logistik“ und Digitalisierung

Die Anforderungen steigen aufgrund von Globalisierung und Technologisierung stetig an. „Logistiker sind – so widersprüchlich dies klingen mag – hochspezialisierte Generalisten“, sagt Thomas Wimmer. Einerseits ist eine spezialisierte Ausbildung vorteilhaft – etwa im Ingenieurwesen, in der IT oder im Lagerwesen. Andererseits müssen Logistiker die Schnittstellen ihrer Tätigkeit kennen, in Systemen denken und sich in Netzwerken bewegen können. Wichtig seien zudem gute analytische Fähigkeiten, Kenntnisse im Projekt- und Prozessmanagement, Kontakt- und Entscheidungsfreude, interkulturelle Kompetenz, Flexibilität und die Bereitschaft, den eigenen Arbeitsbereich immer aufs Neue zu optimieren. Ohne IT- und Englisch-Kenntnisse geht es dabei heute kaum noch.

Generell, aber gerade auch im internationalen Kontext, bietet das Berufsfeld zahlreiche Perspektiven. Dabei können neben Englisch auch andere Sprachen wie Chinesisch, Spanisch oder Portugiesisch nützlich sein. „Je nachdem, welche Märkte der Arbeitgeber bedient“, erklärt Thomas Wimmer.

Die Zukunft weist klar in Richtung Energieeffizienz sowie Ressourcenschonung und damit in den Bereich der „Grünen Logistik“. Dabei trägt die fortschreitende Digitalisierung und das sogenannte „Internet der Dinge“ – also die Vernetzung von Maschinen und „intelligenten Gegenständen“ mit dem Internet – dazu bei, dass energiesparende Methoden besser kontrolliert und gesteuert und Waren effizienter gelagert werden können.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchworte z.B. Logistik).

www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Hochschulkompass

Informationen über deutsche Hochschulen, deren Studienangebote, Ansprechpartner und internationale Kooperationen
www.hochschulkompass.de

BERUFE.TV

Filmportal der Bundesagentur für Arbeit mit Videos zu Ausbildungs- und Studienberufen (Suchwort: Logistik)
www.berufe.tv

Deutscher Speditions- und Logistikverband (DSLV)

www.dslv.org

Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL)

www.bvl.de

Deutsches Logistikmagazin

www.logistik-heute.de

Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik e.V. (BWVL)

www.bwvl.de

Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME)

www.bme.de

abi>> 14.09.2016