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Mein Luft(t)raum

Logistikbetrieb in einem Hangar einer deutschen Airline.
Luftverkehrsmanagerin Kathrin Rathmann und ihre Kollegen sorgen rund um die Uhr dafür, dass Flugzeugersatzteile rechtzeitig für die Reparatur eintreffen,
Foto: Sonja Brüggemann

Luftverkehrsmanagerin

Mein Luft(t)raum

Dass ihr Beruf einmal mit dem Fliegen zu tun haben würde, ahnte Kathrin Rathmann schon immer. Heute arbeitet die 24-Jährige als Luftverkehrsmanagerin bei einer internationalen Spedition in Hamburg.

Kathrin Rathmann kümmert sich in der Abteilung „Aerospace“ beim Logistikunternehmen Kühne & Nagel darum, dass Ersatzteile rechtzeitig vor Ort sind, damit Flugzeuge schnell wieder abheben können. Dabei kommt es manchmal auf jede Minute an. Ihre Abteilung arbeitet deshalb im Schichtdienst: Früh-, Mittel- und Spätschicht. Hinzu kommen der Nachtdienst und die Bereitschaft am Wochenende. Dann muss die Luftverkehrsmanagerin zuhause am Laptop Ersatzteile organisieren.

„Im Export verfrachten wir die Ersatzteile in die ganze Welt. Die unterschiedlichen Dringlichkeiten machen das Ganze so spannend: Es gibt normale Standardsendungen ohne besonderen Zeitdruck. Andere Sendungen müssen in zwei bis drei Tagen am Bestimmungsort sein und werden als kritisch eingestuft. Und dann gibt es die mit dem Titel ‚Aircraft on Ground‘, wenn beispielsweise ein Ferienflieger auf Mallorca nicht starten kann, weil ein kleines Ersatzteil fehlt und die Unterbringung von Passagieren und die Präsenz des Fliegers auf dem Flughafen der Airline viel Geld kosten“, schildert die Luftverkehrsmanagerin, die auch den Import der Ersatzteile organisiert. Diese kommen in Frankfurt an und werden dann deutschlandweit weiter verschickt.

„Wir haben alle einen Flugzeugtick“

Porträt von Kathrin Rathmann

Kathrin Rathmann

Foto: privat

Kathrin Rathmann hat Aviation Management an der Internationalen Universität Bad Honnef (IUBH) auf Bachelor studiert. „Luftverkehrsmanagement ist ein Wirtschaftsstudium, das sich auf die Luftfahrt fokussiert“, erklärt sie und erinnert sich an ihre ersten Studientage: „Am Anfang haben die Professoren gefragt, warum wir uns für das Studium entschieden haben, und da war klar, dass wir alle einen Flugzeugtick haben. Ich war schon immer mit dem Luftfahrtgen infiziert. Mein Großvater war Flugzeugmechaniker und Segelflieger.“

Viele Einsatzgebiete

Ehemalige Kommilitonen von Kathrin Rathmann sind heute beispielsweise beratend in Flughafenbetrieben tätig oder planen, organisieren und überwachen logistische Prozesse am Boden. Andere erstellen Flugpläne bei Airlines, stimmen diese aufeinander ab und passen sie an. Wieder andere sind im analytischen Bereich und entwickeln Optimierungsmöglichkeiten bei Airlines oder auch für Flughäfen. Viele arbeiten im Ausland, in Katar, Dubai oder Singapur. Kathrin Rathmann selbst entschied sich nach ihrem Bachelor dafür, in das Unternehmen einzusteigen, in dem sie ihr Pflichtpraktikum absolviert hat.

In der Ruhe liegt die Kraft

Die meisten Aufgaben erledigt Kathrin Rathmann am Computer. Außerdem telefoniert sie viel mit Kunden und nimmt dabei Ersatzteil-Aufträge aus der ganzen Welt an. Im Anschluss erstellt sie Frachtpapiere und leitet die Lieferungen weiter zu ihrem Bestimmungsort. Je nach Zeitdruck kann dies manchmal auch stressig sein. Ihr und ihren Kollegen kommt die Ruhe, die die 24-Jährige dann ausstrahlt, zugute. „Meine Kollegen finden, dass sich die Teamstruktur, seitdem ich da bin, verbessert hat“, sagt sie selbstbewusst. Für Kathrin Rathmann ist das aber nicht genug. Mittlerweile kennt die Luftverkehrsmanagerin das operative Geschäft und wünscht sich eine prozessorientierte Arbeit, in der sie die Lerninhalte aus ihrem Studium noch intensiver anwenden kann. Deshalb möchte sie in die Abteilung wechseln, die das bestehende Abfertigungssystem des Unternehmens weiterentwickelt und stetig verbessert. „Mit der Kenntnis der Abläufe, die ich mir bei meiner jetzigen Stelle aneigne, kann ich die bestehenden IT-Systeme noch besser beurteilen und optimieren“, ist sie sich sicher.

abi>> 16.11.2016