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Bei der Polizei im Einsatz

Boot der Wasserschutzpolizei
Um die Einhaltung der Binnen- und Schifffahrtsvorschriften zu überprüfen, ist die Polizei auch auf dem Wasser unterwegs.
Foto: André Deco

Nautiker bei der Wasserschutzpolizei

Bei der Polizei im Einsatz

Mit dem Boot auf Streife: Nicolai Erxleben (33) arbeitet bei der Wasserschutzpolizei in Bremerhaven. Dabei achtet der Nautiker unter anderem auf die Einhaltung von Natur- und Umweltvorschriften und ermittelt bei Schiffsunfällen.

„Ich mag an meinem Job besonders, dass er sehr vielseitig ist“, sagt der 33-Jährige. „Ich weiß nie, was als Nächstes kommt.“ Außerdem müsse er nicht den ganzen Tag in einem Büro sitzen. Stattdessen ist er viel unterwegs, meist in Wassernähe. Schließlich gibt es in Bremerhaven einen der größten Häfen Europas – mit Containerschiffen, einem Kreuzfahrtanleger und zahlreichen Sportbooten. Dass hier der Verkehr reibungslos läuft, dafür sorgen Nicolai Erxleben und seine Kollegen.

„Wir sind mit Polizeibooten in den Häfen und auch an der Küste bis zur niederländischen Grenze unterwegs“, erklärt er. Dabei kontrollieren sie, ob die Verkehrsvorschriften auf dem Wasser eingehalten werden. Außerdem prüfen sie, ob durch die Schifffahrt die Natur- und Umweltvorschriften eingehalten werden oder jemand etwa illegal Öl in das Wasser einleitet. Auch sogenannte Bunkerboote, die Treibstoff für große Schiffe geladen haben, müssen zum Schutz der Umwelt spezielle Vorschriften einhalten.

„Darüber hinaus ermitteln wir bei Schiffskollisionen, wie es zu dem Unfall kam und ob Alkohol im Spiel war“, berichtet der 33-Jährige. Beim Be- und Entladen der Container im Hafen oder beim An- und Ablegen von Schiffen passieren ebenfalls manchmal Unfälle. „Auch dann müssen wir klären, was dabei genau geschehen ist und ob gegen Vorschriften verstoßen wurde.“

Mit Seeleuten auf Augenhöhe

Ein Porträt-Foto von Nicolai Erxleben

Nicolai Erxleben

Foto: privat

Nicolai Erxleben ist aber nicht nur auf dem Wasser unterwegs. Auf dem Hafengelände kontrollieren er und seine Kollegen verschiedene Papiere von Schiffen und deren Besatzungen – und nehmen für diese Fahrten einen Streifenwagen. Ohne Schreibtischarbeit geht es allerdings auch nicht, etwa wenn sie Berichte oder Strafanzeigen schreiben müssen.

„Wir arbeiten in Zwölf-Stunden-Schichten, entweder tagsüber oder nachts“, erzählt der Wasserschutzpolizist, der mittlerweile verbeamtet ist. Die Teams werden immer neu zusammengestellt, Nicolai Erxleben ist dann der Bootsführer und für das Boot und seine Kollegen verantwortlich. Sein Studienabschluss als Nautiker hilft dem Quereinsteiger, die Arbeit im Hafen und der Seeleute besser zu verstehen. „Ich kann mich mit ihnen auf Augenhöhe unterhalten.“ Besonders mag er an seinem Beruf aber, dass er im Team arbeitet und sich jeden Tag auf neue Situationen einstellen muss.

Schifffahrt als Familienerbe

Dabei fand Nicolai Erxleben nur über Umwege zu seiner aktuellen Tätigkeit. Nach einer Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker holte er zunächst sein Abitur nach und absolvierte dann ein Nautik-Studium in Bremen. Das wiederum ermöglichte ihm den Einstieg bei der Wasserschutzpolizei in Bremerhaven, wo er bereits seit einigen Jahren im Einsatz ist.

„Mein Vater war Binnenschiffer und ich war als Kind oft mit ihm auf dem Schiff unterwegs“, erinnert sich der 33-Jährige. Den Bezug zur Schifffahrt hatte er deswegen schon früh und entschied sich nach dem Abitur für den Diplomstudiengang „Wirtschaftsingenieurwesen für Seeverkehr (Nautik)“ an der Hochschule Bremen. „Das ist ein breit angelegtes Studium für verschiedene Berufsrichtungen. Hier konnte ich auch das seemännische Patent erwerben, das für den Einstieg in meinem jetzigen Beruf sehr hilfreich war.“ Dieses Befähigungszeugnis ist die staatliche Bescheinigung, die etwa das Führen bestimmter Schiffe als Kapitän erlaubt.

2009 schloss Nicolai Erxleben sein Studium ab und stieß auf eine Stellenausschreibung der Wasserschutzpolizei, die einen Nautiker suchte. Tatsächlich klappte es mit der Bewerbung, und der junge Mann begann kurz darauf ein zweieinhalbjähriges Studium bei der Polizei an der Hochschule für Öffentliche Verwaltung in Bremen. Auf den Vorbereitungsdienst folgte ein dreimonatiger Lehrgang bei der Wasserschutzpolizeischule in Hamburg, und seit 2012 ist er nun in Bremerhaven unterwegs. Damit ist Nicolai Erxleben hochzufrieden: „Mir gefällt das so gut, dass ich nicht vorhabe, meinen Beruf noch einmal zu wechseln.“

abi>> 13.09.2016