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Gefährliche Stoffeigenschaften ermitteln

Grüne Flüssigkeit tropft auf Keramikplatte
Ökotoxikologen testen, welche Auswirkungen Chemikalien auf die Umwelt haben.
Foto: Martin Rehm

Ökotoxikologe

Gefährliche Stoffeigenschaften ermitteln

Bestimmte Chemikalien können bei der Anwendung Umwelt oder Ökosysteme gefährden. Sie benötigen daher eine behördliche Zulassung und Registrierung. Uli Bangert (30) beaufsichtigt ökotoxikologische Studien, die dafür nötige Daten liefern.

Wenn Uli Bangert im Labor steht, befindet er sich gewissermaßen auf einer Wiese oder in einem Gartenteich. Er beaufsichtigt Studien mit Organismen in terrestrischen und aquatischen Ökosystemen. Im Labor entstehen Abbilder solcher Systeme. „Ein Regenwurm oder eine Mücke sind Stellvertreter für die Gemeinschaft der dort vorkommenden Organismen“, erklärt der Ökotoxikologe. Im Rahmen seiner Studien testet er, welche gefährlichen Eigenschaften Chemikalien besitzen und wie sie sich auf die Ökosysteme und ihre Organismen auswirken können.

An der Schnittstelle zur Biologie

Ein Porträt-Foto von Uli Bangert

Uli Bangert

Foto: Privat

Uli Bangert arbeitet bei der LAUS GmbH, einem Auftragslabor für Ökotoxikologie und Umweltanalytik in Kirrweiler. „Unsere Kunden sind zum Beispiel Hersteller von Industriechemikalien, die zugelassen werden müssen, bevor sie auf den Markt kommen.“ Die Studien, die er beaufsichtigt, sind Teil dieses Zulassungsverfahrens. Sie konzentrieren sich vor allem auf Stoffe, die nach der REACH-Verordnung für Chemikalien innerhalb der EU registrierungspflichtig sind. „Wir ermitteln dabei, ob ein Stoff zum Beispiel gefährlich für die Umwelt ist. Für solche Stoffe müssen technische Dossiers und Sicherheitsdatenblätter erstellt werden – die notwendigen Daten liefern wir.“ Anhand dieser Informationen können die Stoffe schließlich bei der zuständigen Behörde – der Europäischen Agentur für chemische Stoffe (ECHA) in Helsinki – klassifiziert werden.

Uli Bangert leitet die Studien und verbringt einen großen Teil seiner Arbeitszeit am Schreibtisch. Wenn die Akquise-Abteilung den Auftrag eines Kunden an ihn weitergeleitet hat, plant er den jeweiligen Labortest, der Zeiträume von wenigen Tagen bis zu zwei Monaten beanspruchen kann. Er erstellt zunächst den Prüfplan und berücksichtigt dabei die Kriterien des Qualitätssicherungssystems GLP (Global Labor Praxis). Chemielaborantinnen oder -laboranten führen die Prüfung dann unter Aufsicht des Ökotoxikologen durch. Liegen alle Rohdaten vor, verfasst er den Prüfbericht und schickt ihn an den Kunden. „Eine Besonderheit bei ökotoxikologischen Studien ist der Umgang mit den Organismen“, erklärt er. „Die Aufgaben setzen voraus, dass man solche Organismen züchten kann. Anders als im klassischen Chemielabor muss man auch mal mit ungewöhnlichen Daten aufgrund von biologischen Schwankungen zurechtkommen und entsprechend argumentieren.“ Strukturiertes Arbeiten und gutes Zeitmanagement sind Grundvoraussetzungen.

Schwerpunkt Ökotoxikologie

Den Schwerpunkt Ökotoxikologie setzte Uli Bangert bereits im Studium der Umweltwissenschaften an der Universität Koblenz-Landau. Anschließend konnte er bei seinem heutigen Arbeitgeber einsteigen. „Weil das universitäre Studium vor allem Theorie beinhaltete, musste ich mich in die unternehmensspezifischen Labortätigkeiten zunächst einarbeiten, doch das verlief unproblematisch“, berichtet er.

Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten außerhalb des Labors bieten sich zum Beispiel im Bereich Consulting und Regulatorik. „Hier werden die technischen Dossiers erstellt, für die wir die Daten ermitteln. Das wäre eine reine Schreibtischtätigkeit, bei der ein praktischer Background von Vorteil ist.“

abi>> 27.06.2016