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Mit Know-how gegen den Hunger in der Welt

Orientalisch gekleidete Männer sitzen in einem Zelt im Halbkreis.
Mario Pilz (2.v.l.) engagiert sich für die Sicherung von Ernährung und Einkommen von Geflüchteten in der pakistanischen Grenzregion.
Foto: Welthungerhilfe

Agraringenieur bei der Welthungerhilfe

Mit Know-how gegen den Hunger in der Welt

Im Einsatz für den Deutschen Welthungerhilfe e.V.: Als Agraringenieur unterstützt Mario Pilz (32) verschiedene Projekte in ländlichen Regionen Pakistans. Dabei ist nicht nur sein Fachwissen gefragt, sondern auch jede Menge Ausdauer und Motivation.

Der Konflikt in den Grenzregionen zwischen Pakistan und Afghanistan löste eine Migrationsbewegung aus. Viele der geflüchteten Menschen verloren dabei ihre Lebensgrundlage. Die Folgen abzumildern ist das Anliegen des Projekts, das Mario Pilz zusammen mit seinen Teamkollegen und einer lokalen Partnerorganisation vorantreibt. „Im Vordergrund steht, die Ernährung zu sichern und Einkommensmöglichkeiten wiederherzustellen“, erklärt der Agraringenieur. „Es geht aber auch darum, ein Bewusstsein für adäquate Ernährungsgewohnheiten und grundlegende Hygienepraktiken zu schaffen oder den Zugang zu Lebensmitteln zu erleichtern. Landwirtschaft kann dabei eine Komponente sein, etwa indem wir klimaresistente Sorten einführen und wasserkonservierende Anbaumethoden vermitteln.“

Aufgaben wie diese werden größtenteils von Partnerorganisationen übernommen. Oftmals sind das lokale Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die von der international breit aufgestellten Welthungerhilfe mit technischem und organisatorischem Know-how unterstützt werden. Wie sieht die Finanzierung aus? Was sind die Stärken, die gefördert werden können? Und wo liegen die Herausforderungen? Fragen wie diese gilt es zu beantworten. „Ziel ist auch, die Partner darin zu unterstützen, Projekte in Zukunft komplett selbst planen und umsetzen zu können“, betont der 32-Jährige.

Vor Ort in Pakistan

Ein Porträt-Foto von Mario Pilz (r.)

Mario Pilz (r.)

Foto: Welthungerhilfe

Mario Pilz arbeitet zurzeit im Landesbüro der Welthungerhilfe in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Von hier aus kommuniziert er mit anderen Akteuren und Behörden sowie mit den Feldbüros in den jeweiligen Projektregionen. Als sogenannter „Expert Programme Support“ unterstützt er die Programmarbeit mit seinem Fachwissen und vertritt die Organisation in verschiedenen Netzwerken und Arbeitsgruppen. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem, zu prüfen, wo sich Synergien entwickeln könnten, wie sich neue Arbeitsbereiche erschließen oder interne Strukturen verbessern lassen.

„Wir sind auch selbst so oft wie möglich bei den Menschen vor Ort, zum Beispiel im Rahmen von Projektfortschrittsbesuchen, Steuerungs- oder Auswertungsworkshops“, erzählt er. „Doch zunächst müssen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass überhaupt geholfen werden kann. Dies ist die größte Herausforderung – zumal unsere Bewegungsfreiheit in den Projektregionen teilweise eingeschränkt und die Zusammenarbeit aller beteiligter Akteure essenziell ist.“

Gemeinsam stark und motiviert

Für die internationalen Mitarbeiter sind Reisegenehmigungen erforderlich, um Zugang zu den Regionen zu erhalten. Auch muss jedes Projekt erst einmal bewilligt werden. „Das bedeutet oftmals komplizierte und langwierige Prozesse. Rahmenbedingungen ändern sich laufend“, erläutert Mario Pilz. „Man muss daher sehr diplomatisch vorgehen und benötigt eine hohe Frustrationstoleranz.“

Sich mit den Problemen und Chancen der heutigen Zeit auseinanderzusetzen und einen sinnvollen Beitrag zu leisten, motiviert ihn jedoch jeden Tag aufs Neue. „Es stärkt mich zudem, in einer professionellen Organisation zu arbeiten und trotzdem nah an der Basis zu sein“, ergänzt er. Außerdem schätzt er die Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Kollegen und Partnern.

Postgraduiertenprogramm als Einstieg

Eine wichtige Grundlage für seine Tätigkeit legte Mario Pilz mit seinem Studium der Agrarwissenschaften, das er an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn mit dem Diplom abschloss. Er wählte dabei die Schwerpunkte „Organische und Tropische Landwirtschaft“ und baute diese im Rahmen eines Auslandsstudiums an der Universidad Nacional Agraria in Managua (Nicaragua) hinsichtlich der Produktion, Weiterverarbeitung und Vermarktung von Kaffee weiter aus.

Auf den Berufseinstieg in die internationale Entwicklungszusammenarbeit bereitete ihn vor allem das Postgraduiertenprogramm des „Seminars für Ländliche Entwicklung“ der Humboldt Universität zu Berlin vor. Zu seiner heutigen Position kam der Agrarwissenschaftler über die Empfehlung einer ehemaligen Mitarbeiterin. „Bei einem Kurzzeiteinsatz stellte sich heraus, dass es für beide Seiten passt und wir gerne weiterhin zusammen arbeiten möchten“, erinnert er sich. „Seitdem hat sich mein Aufgabenfeld stetig weiterentwickelt.“ Er freut sich auf künftige Projekte – „am liebsten weiter mit der Welthungerhilfe. Denkbar wären dabei auch Partnerländer anderer Regionen, zum Beispiel im französischsprachigen Afrika.“

abi>> 27.11.2017