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Ganz nah an der Landwirtschaft

Herr Hammann prüft und begutachtet die Getreidepflanze
Draußen zu Hause: Agrarwissenschaftler arbeiten viel in der freien Natur.
Foto: Frank Pieth

Agrarwissenschaftler

Ganz nah an der Landwirtschaft

Mit seinem Know-how reist Thomas Steinmann durch ganz Nordrhein-Westfalen – und trifft sich dabei mit zahlreichen Händlern und Landwirten. Der 28-jährige Agrarwissenschaftler ist Regionalleiter für Pflanzenschutzmittel bei der Nufarm Deutschland GmbH.

Rein in den Dienstwagen, rauf auf die Straße – das ist für Thomas Steinmann Alltag am Puls der Agrarbranche. Seit Anfang 2016 trifft er als Regionalleiter für NRW im Außendienst Landwirte, Landhändler und Vertreter der Landwirtschaftskammer. Sein Arbeitgeber ist das Pflanzenschutzunternehmen Nufarm Deutschland GmbH. Nufarm beschäftigt sich neben der Wirkstoff- auch mit der Formulierungsforschung sogenannter „Add-on-Value“-, also Mehrwert-Produkte. Was diese alles können, weiß Thomas Steinmann genau: „In meinen Fachberatungen geht es um den Einsatz der Pflanzenschutzmittel, aber auch darum, mit dem Landhandel Marketingstrategien zu entwickeln und für Nachfrage zu sorgen.“ Wichtig ist auch der Kontakt zur Kammer, an die sich die Landwirte der Region wenden können. „Auch deren Mitarbeiter muss ich beraten, damit sie das Wissen wiederum an die Pflanzenbauer weitergeben können.“

Enger Kontakt ist wichtig

Ein Porträt-Foto von Thomas Steinmann

Thomas Steinmann

Foto: Nufarm Deutschland GmbH

Von der kleinen Präsentation bis zum Vortrag – Thomas Steinmann weiß, was bei seinen Terminen gefragt ist. „Der direkte Kontakt zu den Menschen ist genau mein Ding. Dabei entwickeln sich interessante Diskussionen über Produkte, Zulassungen und Forschungsergebnisse, die ich für meine Kunden verständlich ‚runterbrechen‘ muss“, erklärt er. Deshalb zählt es auch zu seinen Aufgaben, die „heißen“ Themen der Agrarbranche in- und auswendig zu kennen. „Kürzlich ging ja zum Beispiel das Mittel Glyphosat durch die Presse. Und zurzeit sorgt die neue Düngeverordnung für Gesprächsstoff. Solche Themen sind sensibel. Da ist es wichtig für mich, informiert zu sein“, sagt der 28-Jährige.

Schon als Kind hatte ihn die Landwirtschaft magisch angezogen. „Ich verbrachte die Ferien oft auf dem Hof meiner Großeltern und wollte einmal Landwirt werden. Später half ich nebenbei auch auf einem Viehbetrieb in der Eifel aus.“ Mit dem Abitur kam Thomas Steinmann die Idee, Agrarwissenschaften zu studieren. Er machte ein Praktikum bei einem Ackerbaubetrieb im Rheinland, wo er auch nebenbei die nächsten acht Jahre arbeitete. Derlei Praxiserfahrung neben der Theorie des Studiums kann der Pflanzenschutzexperte nur jedem empfehlen. Nach seinem Bachelor in Agrarwissenschaften an der Universität Bonn folgten dort der Master und dann sogar noch eine Promotion im selben Fach, mit der Thomas Steinmann 2015 fertig wurde. Er erinnert sich: „Die Promotion ist in unserer Branche nicht wirklich erforderlich, aber ich war nach meinem Master erst 23 und hatte Lust dazu.“

Nächste Station Produktmanagement?

Nach vier Tagen Außendienst pro Woche kümmert Thomas Steinmann sich am fünften Tag im Homeoffice um die „Orga“: Gespräche auswerten, Informationen für Händler zusammenstellen, E-Mails beantworten, neue Termine für die kommende Woche planen. „Ich mag die Freiheit, mir meine Zeit selbst einteilen zu können“, betont er. Da sein Arbeitgeber viele Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten bietet, kann er sich für die Zukunft aber auch vorstellen, den Außendienst hinter sich zu lassen und beispielsweise im Produktmanagement tätig zu werden. „Meine derzeitige Stelle ist ideal für den Berufseinstieg. Ich gewinne ganz tiefe Einblicke in die Agrarbranche, die mir sicher auch auf meinem späteren Karriereweg helfen werden“, ist er sich sicher.

abi>> 30.03.2017