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Teil eines großen Ganzen

Mann steuert ein Elektronenmikroskop und sieht sich das Bild an einem Rechner an.
Biochemiker arbeiten entscheidend an der Entwicklung neuer medizinischer Produkte mit.
Foto: Martin Rehm

Biochemiker

Teil eines großen Ganzen

Wie kann man Arzneimittel auf molekularbiologischer Grundlage optimal entwickeln? Mit solchen Fragen beschäftigt sich der Biochemiker Dr. Jan Lohöfener (30) beim biopharmazeutischen Unternehmen CureVac AG in Tübingen.

„CureVac forscht an körpereigenen Boten-Ribonukleinsäuren, um sie beispielsweise in der Krebsbehandlung oder für Impfungen einzusetzen“, erklärt Jan Lohöfener. Seine Abteilung ist verantwortlich für die Entwicklung von Herstellverfahren für diese Medikamente. „Wir entwerfen und erproben neue Prozesse, quasi als Pilotversion, bevor sie die Produktionsabteilung im größeren Maßstab umsetzt.“

Der Biochemiker arbeitet dabei mit verschiedenen Unternehmensbereichen zusammen. „Dazu gehört zunächst das Transfer-Team, das die neu entwickelten Prozesse in die tatsächliche Herstellung übernimmt. Ein wichtiger Schnittstellenbereich in der rechtlich streng kontrollierten Arzneimittelproduktion ist die Qualitätssicherung. Schließlich stimme ich mich auch mit dem Einkauf ab, wenn es um die Beschaffung passender Rohstoffe geht“, zählt er auf. Sein Kollegenumfeld besteht unter anderem aus Molekularbiologen, Biotechnologen, Verfahrenstechnikern und Technischen Assistenten sowie aus Kaufleuten.

Zwischen Schreibtisch und Laborbank

Ein Porträt-Foto von Dr. Jan Lohöfener

Dr. Jan Lohöfener

Foto: Verena Lauterbach

Einen großen Teil seines Arbeitstags verbringt Jan Lohöfener am Schreibtisch und in Besprechungen. „Ich bespreche beispielsweise mit Kollegen aus anderen Abteilungen den aktuellen Projektstand. Außerdem analysiere und interpretiere ich Versuchsergebnisse. Hinzu kommt die Protokollierung der Labordaten in englischer Sprache“, schildert er einige seiner typischen Aufgaben. Rund zehn Prozent seiner Zeit steht er im Labor: „Dort arbeite ich mit modernen Labortechnologien wie Bioreaktoren.“

Zu CureVac kam Jan Lohöfener Anfang 2016 durch seine Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stellenanzeige. „Bei meiner Arbeitsplatzsuche war mir wichtig, mein Wissen in einem anwendungsorientierten Bereich einsetzen zu können – um beispielsweise das Leben von schwerkranken Patienten zu verbessern“, erläutert er. Zum Bewerbungsprozess bei CureVac gehörte auch ein englischsprachiger Vortrag über seine Doktorarbeit im Bereich der Enzymcharakterisierung am Institut für Biophysikalische Chemie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

Lieblingsfach Chemie

„Mir hat in der Schule der Chemie-Leistungskurs gefallen. Gleichzeitig fand ich auch Biologie spannend. Nach einem Praktikum am Institut für Organische Chemie der Leibniz Universität Hannover entschied ich mich für das Studienfach Biochemie – mit eher chemischem Schwerpunkt“, erinnert er sich. Sein Bachelorstudium an der Hochschule schloss er 2009 ab. Im Anschluss absolvierte er den Masterstudiengang Biochemie an der Medizinischen Hochschule Hannover, bevor er ab Ende 2011 promovierte. Parallel zu seiner praktischen Forschungsarbeit am Institut nahm Jan Lohöfener am Doktorandenprogramm „Molecular Medicine“ der Hannover Biomedical Research School teil.

Systematisch und kommunikativ

Für seinen Beruf ist es wichtig, systematisch zu arbeiten und sich flexibel mit unterschiedlichen Aufgaben auseinanderzusetzen. „Typisch für den naturwissenschaftlichen Bereich ist darüber hinaus ein gewisses Durchhaltevermögen, wenn etwas nicht sofort nach Wunsch funktioniert“, weiß der Biochemiker und ergänzt: „Gleichzeitig gehört dazu, seine Ergebnisse verständlich an das Team oder andere Abteilungen zu kommunizieren, um sie beispielsweise richtig in ein Projekt einzubinden.“

Ihm gefällt seine vielfältige Arbeit: „Zum einen kann ich das im Studium Gelernte anwenden und im Labor arbeiten. Zum anderen erhalte ich aufgrund der mittelständischen Unternehmensgröße interessante Einblicke in andere Funktionsbereiche.“ Derzeit plant Jan Lohöfener seine Fachkenntnisse mit Unterstützung von CureVac weiterzuentwickeln – beispielsweise im Hinblick auf „Good Manufacturing Practice“. Dabei geht es um Richtlinien zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe und -umgebung.

abi>> 11.04.2017