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Forschen für die Bioökonomie

Jemand schreibt eine Tabelle mit Untersuchungsergebnissen an eine Tafel.
Woraus besteht Elektroschrott? Biologielaboranten versuchen beispielsweise Edelmetalle aus Abfallstoffen zu gewinnen.
Foto: Christof Stache

Biologielaborantin

Forschen für die Bioökonomie

Bioökonomie bedeutet unter anderem, biobasierte Alternativen zu fossilen Rohstoffen zu entwickeln – also etwa industrielle Abfälle mithilfe von Mikroorganismen in Wertstoffe umzuwandeln. An Ideen wie dieser arbeitet Biologielaborantin Carolin Hogl (25) bei der BRAIN AG im südhessischen Zwingenberg.

„Als ein Unternehmen der industriellen Biotechnologie entwickeln wir Verfahren, um biologische Prozesse technologisch umzusetzen und industriell zu nutzen“, bringt es Carolin Hogl auf den Punkt.

BRAIN arbeitet beispielsweise am Forschungsprojekt „Green Mining“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird: „Wir nutzen Mikroorganismen, um Edelmetalle aus sekundären Rohstoffen wie Elektroschrott zu gewinnen.“ In einem anderen BMBF-unterstützten Projekt geht es darum, den bislang ungenutzten Kohlenstoff aus industriellen Abfallprodukten wie Klärschlamm oder CO2 aus Rauchgas in Rohstoffe umzuwandeln. „Dazu suchen wir nach Mikroorganismen, die diesen ‚Abfallkohlenstoff‘ als Nahrungsquelle verwerten können“, ergänzt die Biologielaborantin.

Experimente mit Mikroorganismen

Ein Porträt-Foto von Carolin Hogl

Carolin Hogl

Foto: Elena Reiniger

Sie verbringt über 75 Prozent ihrer Arbeitszeit im Labor. „Ich plane eigenständig meine Versuche, bereite die dafür benötigten Materialien vor und setze die Experimente um", schildert sie ihre Aufgaben. Bei ihren Experimenten bearbeitet sie selbst isolierte Mikroorganismen unter Verwendung von molekularbiologischen Methoden. Darüber hinaus wertet sie ihre Laborergebnisse aus. „Ich präsentiere sie regelmäßig vor dem gesamten BRAIN-Team“, fügt sie hinzu. Ihr Projektteam besteht aus bis zu sechs Kolleginnen und Kollegen mit unterschiedlichem Berufshintergrund – darunter Laboranten und Ingenieure. Gelegentlich lernt sie außerdem Studierende oder neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an.

Der Anfang im Schülerlabor

Bei BRAIN stieg Carolin Hogl im Sommer 2013 nach ihrem Ausbildungsabschluss ein. „Ich kannte das Unternehmen von meiner Ausbildung zur Biologielaborantin bei einem großen Unternehmen der chemischen Industrie. Bei BRAIN gefielen mir bereits im Vorstellungsgespräch die positive Atmosphäre und der spürbare Teamgeist mit flachen Hierarchien“, erinnert sie sich.

In der Schule war Biologie ihr Lieblingsfach. „Durch die Besuche im Schülerlabor meines späteren Ausbildungsbetriebs entdeckte ich schließlich mein Ziel, in der angewandten Forschung zu arbeiten“, erläutert sie ihre Berufswahl. Neben der Berufsschule sammelte sie unter anderem praktische und theoretische Berufserfahrung im Ausbildungslabor des Industrieunternehmens. Sie wählte dort den Ausbildungsschwerpunkt „Zellkultur und Mikrobiologie“. „Aufgrund meiner Leistungen verkürzte sich die Ausbildungszeit von dreieinhalb auf drei Jahre“, erklärt sie und fährt fort: „In dieser Zeit lernte ich vor allem, eigenständig zu arbeiten, meine Versuche zu planen sowie meinen Tagesablauf zu strukturieren.“

Gestaltungsspielraum für selbstständige Mitarbeiter

Auch heute noch ist selbstständiges Arbeiten in ihrem Beruf unverzichtbar. „Dazu kommen Sorgfalt und gute Englischkenntnisse, da ich meine Versuche eigenständig aus wissenschaftlichen Publikationen erarbeite“, stellt sie klar. „Wichtig sind überdies konzeptionelle Fähigkeiten und die Bereitschaft, sich einzubringen und mitzugestalten.“ Ihr gefallen ihr vielseitiger Beruf und das dynamische Arbeitsumfeld mit viel Gestaltungsspielraum. Seit Februar 2015 absolviert sie – mit Unterstützung ihres Arbeitgebers – das Fernstudium „Molekulare Biologie“. Nach dem Bachelor-Abschluss kann sie sich vorstellen, ein Master-Studium anzuschließen, denn: „In den Naturwissenschaften, gerade in der Biologie, ist man zum lebenslangen Lernen verpflichtet. Das macht meinen Beruf für mich besonders spannend.“

abi>> 17.04.2017