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Traditionelles Handwerk und Technik

Mann mit Bierkrug in der Hand
Bier hat Tradition. Und Bierbrauen ist in. Martin Vogel könnte sich keinen spannenderen Beruf vorstellen.
Foto: Julien Fertl

Brauer

Traditionelles Handwerk und Technik

Martin Vogel (29) liebt die Abwechslung an seinem Beruf. Als Brauer in der sächsischen Radeberger Exportbierbrauerei regelt und überwacht er den kompletten Brauprozess – von der Verarbeitung der Rohstoffe über die Arbeit im Sudhaus bis hin zur Qualitätskontrolle.

Obwohl Martin Vogel bereits seit neun Jahren bei Radeberger arbeitet – zuerst als Auszubildender und anschließend als Facharbeiter – ist er immer noch fasziniert davon, „wie aus Gerste Bier und nicht Brot wird“, sagt er. Seit seiner Schulzeit interessiert sich der 29-Jährige für das Brauwesen. Damals hatte er mit seiner Klasse eine Brauerei besichtigt und war sofort Feuer und Flamme: „Zum einen fand ich das Produkt selbst spannend, zum anderen hatte ich schon immer ein Faible für Technik und Handwerk. Als Brauer kann ich das perfekt miteinander verknüpfen.“

Abwechslungsreiche Tätigkeit

Als Facharbeiter bei Radeberger verarbeitet Martin Vogel zum einen im Sudhaus Hopfen und Malz zu Würze. Zum anderen kontrolliert er den kompletten Gärprozess. „Manchmal muss ich dabei auch manuell eingreifen, um die Qualität des Bieres sicherzustellen. Als Brauer benötige ich also viel Wissen über die Rohstoffe, aber auch über den Brauprozess“, schildert er. Je nach Bedarf kümmert er sich um die Reinigung und Bereitstellung von Tanks oder erteilt im Drucktankkeller die Freigabe des fertigfiltrierten Radeberger Pilsners. Erst danach kann die Abfüllung beginnen.

Porträtbild von Martin Vogel

Martin Vogel

Foto: Jana Kreuziger

Für den Beruf des Brauers sei, so Martin Vogel, nicht nur Interesse am Produkt wichtig. „Auch sollte man ein technisches Verständnis besitzen, flexibel und selbständig arbeiten können und einen Sinn für Ordnung haben.“ Und selbstverständlich sind bei der Bierherstellung auch Sauberkeit und Hygiene Grundvoraussetzungen.

Obwohl es Brauwesen-Studiengänge in Deutschland gibt, hat sich Martin Vogel nach dem Abitur ganz bewusst für eine duale Ausbildung bei Radeberger entschieden. „Für mich ist eine Ausbildung ein wichtiger Grundstein im Leben, auf dem man immer wieder aufbauen kann. Durch die praktische Arbeit in der Brauerei konnte ich das erlernte Wissen gleich anwenden und somit besser verstehen“, begründet er seine Entscheidung.

Weiterbildung zum Braumeister

An seinem Arbeitgeber gefällt dem 29-Jährigen der gute Ruf, den Radeberger auch international genießt. Dennoch: „An den Schichtdienst musste ich mich anfangs erst mal gewöhnen“, erzählt Martin Vogel. Die Arbeit im Team, mit hilfsbereiten Kollegen, machte das jedoch schnell wett.

Nach der dreijährigen Ausbildung wurde dem jungen Brauer im Anschluss eine Festanstellung als Fachkraft angeboten. „Das freute mich, denn es ist nicht so leicht eine Festanstellung zu finden, da der Beruf des Brauers doch eher selten ist. Andererseits steht einem deutschen Brauer die Welt offen, da unser Handwerk weltweit einen sehr guten Ruf genießt“, erzählt er. Später möchte sich Martin Vogel vielleicht noch zum Braumeister weiterbilden, auf jeden Fall aber noch viel Berufserfahrung bei Radeberger sammeln. Denn für ihn hat die Braubranche Zukunft. Denn: „Gegessen und getrunken wird immer“, erzählt er lächelnd.

abi>> 30.05.2019