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Karriere an der Hochschule

Studierende sitzen in einem Hörsaal.
Eine der Hauptaufgaben von Hochschuldozenten ist das Vermitteln von Fachwissen.
Foto: Michael Neuner

Dozent an der Hochschule: Wege in den Beruf

Karriere an der Hochschule

Zum einen sind Hochschuldozenten für die Wissensvermittlung und die Betreuung der Studierenden verantwortlich, zum anderen führen sie eigene Forschungsprojekte durch und nehmen regelmäßig an internationalen Kongressen teil. Dementsprechend hoch ist die Nachfrage nach diesem angesehenen Beruf.

Das Vermitteln von Fachwissen ist eine der Hauptaufgaben von Hochschuldozenten. Dafür konzipieren sie Vorlesungen oder Seminare und bieten für ihre Studierenden Sprechstunden sowie Fachstudienberatungen an. Auch das Korrigieren von Fach- oder Abschlussarbeiten sowie das Abhalten von Klausuren und Prüfungen gehören zu ihren Aufgaben.

Einen weiteren wichtigen Teil ihrer Arbeit nimmt die Forschung ein. Sie führen eigene Forschungsprojekte durch, teilweise im Team mit anderen nationalen oder internationalen Kollegen, veröffentlichen ihre Ergebnisse in Fachzeitschriften und nehmen an internationalen Fachtagungen, Kongressen oder Symposien teil.

Vielfältige Arbeitsmöglichkeiten

Das klassische Einsatzgebiet ist das des Professors, zum Beispiel an einer Universität. Dieser hat den Beamtenstatus inne und ist in der Regel auf Lebenszeit ernannt. Allerdings: „Dies bedeutet auch ein langwieriges und oft langjähriges Ausschreibungs- und Bewerbungsverfahren“, erklärt Jörg-Michael Wenzler, Studien- und Berufsberater der Agentur für Arbeit Esslingen. „Voraussetzung für die Professur an einer Universität ist in der Regel eine Promotion, im Anschluss die Habilitation, also die höchste Hochschulprüfung in Deutschland, mit der die Lehrbefähigung in einem wissenschaftlichen Fach festgestellt wird, sowie pädagogische Eignung und/oder einschlägige Berufserfahrungen.“ Professoren gibt es außerdem an Fachhochschulen. Voraussetzung hierfür sind neben der Promotion mindestens fünf Jahre Berufserfahrung (drei davon außerhalb einer Hochschule), häufig auch Lehrerfahrung. Die Zahl der unbefristeten Professorenstellen ist in Deutschland allerdings begrenzt.

Eine Alternative für Habilitierte, die nicht ausschließlich an der Hochschule arbeiten wollen, bietet die Tätigkeit als Privatdozent. „Diese haben jedoch meist befristete Dienst- oder Arbeitsverhältnisse. Auch arbeiten sie manchmal nebenberuflich als Dozent und gehen noch weiteren Beschäftigungen nach, zum Beispiel in der freien Wirtschaft. Zum Teil arbeiten sie auch in einer sogenannten Vertretungsprofessur und hoffen auf den ‚Ruf‘ einer Hochschule und damit eine unbefristete Stelle“, weiß der Berufsberater.

Neue Möglichkeit: Tenure Track

Seit 2002 gibt es für Nachwuchswissenschaftler auch die Möglichkeit, sich im Rahmen einer Junior-Professur zu qualifizieren. Die angehenden Professoren sind hier bis zu sechs Jahre in einem befristeten Beamten- oder Angestelltenverhältnis beschäftigt und können sich danach auf eine Lebenszeit-Professur bewerben; bei manchen dieser Stellen gibt es bei Bewährung des Juniors sogar bindende Zusagen auf eine solche Stelle, das so genannte Tenure-Track.

Auch wissenschaftliche (akademische) Mitarbeiter, die einem Professor unterstellt sind und oft auf eine Promotion oder Habilitation hinarbeiten, sind als Dozenten in der Lehre tätig. Nicht zu vergessen die allgemeinen Lehrbeauftragten, die meist nebenberuflich das Lehrangebot an Hochschulen ergänzen. „In geringem Maße werden auch studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte mit (Hilfs-)Tätigkeiten in der Lehre betraut, zum Beispiel als Tutoren“, ergänzt Jörg-Michael Wenzler.

Ausdauer und Geduld gefragt

Wer als Dozent an einer Hochschule arbeiten möchte, braucht rein formal mindestens einen Hochschulabschluss (Bachelor und Master). Für die weitere Karriere ist es förderlich, neben der Lehrtätigkeit an einer Promotion zu arbeiten. Außerdem wichtig: Freude am wissenschaftlichen Arbeiten. Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften sind bei der Suche nach einer Stelle essenziell. Im Anschluss daran folgt entweder die Habilitation beziehungsweise Juniorprofessur und schließlich der Ruf als Professor oder, falls dies nicht klappt, eine Tätigkeit als Privatdozent.

Die Stellen sind heiß begehrt

Da es insgesamt nur rund 45.000 (hauptberufliche) Professorenstellen in Deutschland gibt, sind diese heiß begehrt. „Etwas anders sieht es beim sogenannten ‚Unterbau‘ oder beim Nachwuchs aus. Hier sind es bundesweit rund 180.000 wissenschaftliche Mitarbeiter und weitere 10.000 Lehrbeauftragte“, erklärt der Experte. Diese Dozenten seien allerdings meistens befristet beschäftigt. Insgesamt schätzt der Berufsberater die Arbeitsmarktchancen für Nachwuchswissenschaftler schwierig ein. „Wenn nach Ablauf der Befristungen, die natürlich eine Höchstdauer haben, kein Ruf an eine Hochschule erfolgt ist, müssen sie sich oft im Alter von 30 bis 40 Jahren eine neue Beschäftigung außerhalb der Hochschulen suchen“, gibt er zu bedenken.

Wer also wirklich an einer Hochschulkarriere interessiert ist, braucht viel Geduld, Ausdauer und Glück – oder wechselt ins Ausland: „Da in vielen anderen Ländern, zum Beispiel den USA oder Großbritannien, Wissenschaftler an Hochschulen mehrheitlich unbefristet beschäftigt werden, kommt es immer wieder vor, dass fähige deutsche Nachwuchswissenschaftler ins Ausland abwandern.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Dozent – Hochschulen und Akademien)

www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

Hochschulrektorenkonferenz (HRK)

Infos für Studierende und Hochschullehrer, eigene Bibliothek über Hochschulpolitik

www.hrk.de

Centrum für Hochschulentwicklung (CHE)

Das gemeinnützige CHE versteht sich als Projektpartner von Ministerien und Hochschulen und veröffentlicht unter anderem in regelmäßigen Abständen Hochschulrankings.

www.che.de

Kultusministerkonferenz (KMK)

Infos zu Hochschulreformen, weiterführende Links zu staatlichen Stellen, wissenschaftlichen Gremien und internationalen Organisationen

www.kmk.org

abi>> 16.09.2016