Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Autos ihren Klang verleihen

Blick auf den Seitenspiegel eines Autos.
Selbst die Form der Außenspiegel kann die Geräuschkulisse in einem Auto beeinflussen.
Foto: Tobias Krahl HellwigStudios

Fahrzeugakustiker

Autos ihren Klang verleihen

Das Motorengeräusch eines Autos lässt besonders das Herz von Autoliebhabern höher schlagen. Dass auch die Insassen des Fahrzeugs beim Fahren eine optimale Geräuschkulisse haben, dafür sorgt Ramón Hebestreit. Der 32-Jährige arbeitet beim Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren (FKFS) in Stuttgart.

Umströmungsgeräusche sind die Geräusche, die beim Autofahren etwa durch den Fahrtwind auftreten. Je nach Automodell sind sie im Fahrzeug kaum wahrnehmbar oder auch mal etwas lauter. „Das hängt von vielen Faktoren ab“, erklärt Ramón Hebestreit. „Die Art der Türdichtungen kann die Geräuschkulisse ebenso beeinflussen wie etwa die Form der Außenspiegel.“ Gemeinsam mit seinen Kollegen analysiert der Fahrzeugakustiker auch die sogenannten Reifen-Fahrbahn-Geräusche. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Ortung von Schallquellen.

Messen, prüfen, untersuchen

Ein Porträt-Foto von Ramón Hebestreit

Ramón Hebestreit

Foto: Privat

Für seine tägliche Arbeit nutzt der Diplom-Ingenieur unterschiedliche Messtechniken. Für die Untersuchung des Windgeräusches etwa kommt der Aeroakustik-Fahrzeugwindkanal zum Einsatz. Die Fahrzeuge werden dafür über einen Aufzug in den Kanal gefahren und dort befestigt. Dann statten Ramón Hebestreit und seine Kollegen es mit Mikrophonen und künstlichen Köpfen aus. „Die sehen aus wie ein Torso einer Schaufensterpuppe, nur mit Mikrophonen in den Ohren“, erklärt er. Zuerst findet dann immer eine sogenannte Referenzmessung statt. Erst danach werden verschiedene Varianten arrangiert – beispielsweise einzelne Dichtungen am Auto abgeklebt – um herauszufinden, welchen Einfluss sie auf den Geräuschpegel im Innenraum des Fahrzeugs haben. Die Aufzeichnungen der Windgeräusche werden anschließend analysiert. Treten kritische Frequenzen auf, setzt sich Ramón Hebestreit mit den Automobilunternehmen zusammen und unterstützt sie bei der Lösungsfindung.

Neben dem Windkanal werden zahlreiche Tests auch in einem speziellen Schallmessraum durchgeführt, in dem beispielsweise die Geräusche der Scheibenwischer oder das Schließen von Türen beobachtet werden können. Das Reifen-Fahrbahn-Geräusch ist eine der Hauptkomponenten des Außengeräusches von Fahrzeugen. Analysiert wird es etwa mithilfe von Fernfeldmessungen mit Mikrophonen am Fahrbahnrand oder mit einem speziellen Geräuschmessanhänger. Hierbei werden die Reifen an einem schallabsorbierend ausgekleideten Anhänger angebracht. Auf diese Weise können Motor- und Fahrtwindgeräusche gezielt reduziert werden, um nur die Geräusche zwischen Reifen und Fahrbahn aufzuzeichnen.

Wissen aus dem Studium

Ramón Hebestreit arbeitet seit Abschluss seines Studiums der Fahrzeug- und Motorentechnik an der Universität Stuttgart nun seit knapp drei Jahren bei seinem heutigen Arbeitgeber und fühlt sich dort sehr wohl. „Mein Job ist vielfältig und spannend. Momentan gibt es nichts, was ich lieber machen würde“, sagt er. Dass er im Bereich Akustik gelandet ist, hat sich eher zufällig ergeben. Über die Uni erfuhr er von der Möglichkeit, bei FKFS seine Diplomarbeit zu schreiben und bewarb sich. Im Anschluss daran wurde er übernommen. Und obwohl er in seinem Studium keinen Schwerpunkt auf Akustik gelegt hat, helfen ihm die dabei erlangten Grundlagen etwa über Technische Akustik heute weiter.

abi>> 19.06.2015