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Käse, Ketchup, Kaffeemilch …

Verschiedenen Käsesorten in der Auslage eines Supermarktes.
Wie entsteht Käse? Jacqueline Jakob war schon in der Schule an der Herstellung von Lebensmitteln interessiert.
Foto: Isabella Fischer

Ingenieurin für Lebensmitteltechnologie

Käse, Ketchup, Kaffeemilch …

Mit einem Schülerpraktikum in einer Molkerei fing alles an: Jacqueline Jakob interessierte sich bereits in der neunten Klasse für Lebensmittel und ihre Herstellung. Heute arbeitet die 31-Jährige als Projektingenieurin in Bad Fallingbostel, zwischen Bremen und Hannover, bei Mondelez, einem der größten Nahrungsmittelhersteller der Welt.

Als Schülerin trieb sie die Frage um, wie man von der Milch zum Käse kommt. „Bei meinem Praktikum in der Molkerei habe ich im Labor gearbeitet und so den ersten Kontakt zur Produktion von Lebensmitteln bekommen“, erinnert sich Jacqueline Jakob. „Danach war mir klar, dass ich später beruflich etwas mit Lebensmitteln machen möchte.“

Wie kommt die Milch in den Kaffee?

Als Projektingenieurin beim US-amerikanischen Konzern Mondelez, der Schokolade, Käse, Ketchup, Kekse und andere Lebensmittel herstellt, begleitet sie Projekte von der ersten Idee bis zur Produktion. „Das ist zum Beispiel der Fall, wenn wir ein Produkt komplett neu einführen oder optimieren wollen und dafür neue Anlagen in unsere Produktion einbauen müssen“, erklärt die Ingenieurin.

Ein Porträt-Foto von Jacqueline Jakob

Jacqueline Jakob

Foto: Schaap

Vor kurzem ging es in einem großen Investitionsprojekt darum, den Herstellungsprozess für ein Milcherzeugnis in einem Kaffeeprodukt zu verbessern. Am Anfang eines solchen Projekts steht zunächst immer die Planung auf dem Papier und damit Fragen nach dem Herstellungsprozess, dem Zeitplan und der optimalen Standortwahl der Anlage. „Das ist zunächst reine Büroarbeit“, erklärt die 31-Jährige. Geht es danach an die Umsetzung arbeitet Jacqueline Jakob größtenteils in der Produktion und nur noch wenig am Schreibtisch. „Die Koordination verschiedener Firmen sowie tägliche Projektbesprechungen sind notwendig, damit die Umsetzung wie geplant vorangetrieben wird. Gleichzeitig müssen alle Sicherheitsbestimmungen befolgt werden. Meine Aufgaben sind also sehr vielfältig und das macht meinen Beruf so spannend“, sagt sie.

Probieren passt gut zu Studieren

Nach dem Abitur entschied sich die junge Frau bewusst für ein Studium an einer Fachhochschule, um von Anfang an möglichst praxisorientiert lernen zu können. Auf den Diplomstudiengang Lebensmitteltechnologie an der Fachhochschule Neubrandenburg stieß sie auch aufgrund ihrer Begeisterung für Naturwissenschaften. „Das Gute an meinem Studium war, dass auf die Theorie in den Vorlesungen unmittelbar die praktische Umsetzung im Technikum folgte, also in den Versuchsräumen der Hochschule. Dadurch verstand ich die Thematik direkt, weil ich sie selbst ausprobieren konnte.“

Nach Abschluss des Studiums 2009 arbeitete sie zunächst als Projektingenieurin bei einem mittelständischen Unternehmen in Hannover, das Großbäckereien mit Produkten wie Fruchtfüllungen, Aromen und Backmischungen beliefert. Vor zwei Jahren wechselte sie zu Mondelez. „Ich wollte mich gerne weiterentwickeln und da erschien mir der Wechsel in einen Konzern als der richtige Schritt“, sagt sie.

Schulnoten durchwachsen? Nur Mut!

Jobinteressierte sollten ihrer Meinung nach vor allem Interesse für Naturwissenschaften und die Herstellung von Lebensmitteln mitbringen. „Man sollte auch gut planen und auf Menschen zugehen können. Technisches Verständnis wird im Studium vermittelt“, sagt sie. Jacqueline Jakob ist stolz auf ihre bisherige Laufbahn und freut sich, dass sie mit ihrem Beruf, „genau den richtigen“ gefunden hat, den sie gerne auch in Zukunft ausüben möchte. „Trotz durchschnittlicher schulischer Leistungen, habe ich dennoch meinen Weg gefunden. Denn das Studium hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich dann auch gute Noten hatte“, sagt sie und ermuntert Interessierte, auch dann an sich zu glauben, wenn die Noten in der Schule vielleicht nicht ganz so gut sind.

abi>> 06.05.2016