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Perfekte Kombination

Studenten im Hörsaal, Vorlesung
Juniorprofessor Holger Rau hält Vorlesungen, übernimmt Verwaltungsaufgaben und wirkt in der Forschung mit.
Foto: Alex Becker

Juniorprofessor an der Hochschule

Perfekte Kombination

Seit 2014 unterrichtet der Junior-Professor Holger Rau (36) an der Georg-August-Universität Göttingen das Studienfach Experimentelle Wirtschaftsforschung. Neben der Lehre nimmt auch die Forschung in diesem Fachbereich einen Arbeitsschwerpunkt ein.

Anhand von Studien und Experimenten mit Probanden versucht er zum Beispiel zu erklären, wie sich Menschen in wirtschaftlichen Situationen verhalten und wie sich die Psychologie auf logische Entscheidungen auswirkt. Jedes Jahr führt Holger Rau zusammen mit anderen Kollegen aus dem In- und Ausland etwa drei Studien oder Experimente dazu durch. Sind diese abgeschlossen, verfasst er anhand der Ergebnisse wissenschaftliche Texte, veröffentlicht sie und stellt sie auf Fachkongressen vor.

Zweiter Arbeitsschwerpunkt: Lehre

Ein Porträt-Foto von Holger Rau

Holger Rau

Foto: privat

Einen weiteren wichtigen Teil seiner Arbeit nimmt das Unterrichten und Betreuen der Studierenden in Göttingen ein. „Aktuell halte ich pro Woche eine Vorlesung über Verhaltensökonomik, in der ich meinen Studierenden aktuelle Werke und Modelle vorstelle. Da ich hier auch immer meine aktuelle Forschungsarbeit mit einbeziehe, kann ich meine beiden Arbeitsschwerpunkte perfekt miteinander kombinieren“, sagt er. Zusätzlich zur Vorlesung hält Holger Rau pro Semester ein Seminar. Auch hier schöpft er am liebsten aus seiner Forschungsarbeit und bietet abwechselnd die Themen „Geschlechterunterschiede auf Arbeitsmärkten“ oder „Behavioral Finance“ an. Bei Letzterem geht es um vermeintlich irrationales Verhalten auf Finanz- und Kapitalmärkten. „Gleich zu Beginn des Semesters verteile ich eine Liste mit verschiedenen Teilaspekten des Themas. Dann schreiben die Studierenden ihre Semesterarbeit, die sie am Ende des Studienhalbjahrs in einem Blockseminar vortragen und verteidigen müssen.“ Anschließend wartet erst einmal viel Lesearbeit auf Holger Rau. Während der gesamten Zeit bietet er eine Sprechstunde nach Terminvereinbarung für die Studierenden an.

Organisation

Als vollwertiges Mitglied der Hochschule muss Holger Rau auch Verwaltungsaufgaben übernehmen. „Ich nehme etwa zwei Mal pro Monat an Sitzungen teil, bei denen universitätspolitische Dinge besprochen werden, wie etwa ‚Wer übernimmt welche Aufgaben?’ oder ‚Welche Vorlesungen werden im nächsten Semester benötigt?’.“

Des Weiteren nimmt er Prüfungen ab: Er korrigiert, bewertet Seminararbeiten, aber auch Bachelor- oder Masterarbeiten und war schon zweiter oder dritter Gutachter einer Prüfungskommission. „Auch in einer Berufungskommission war ich schon mal tätig. Diese trifft sich immer dann, wenn es um die Einstellung eines neuen Professors geht“, erzählt der Junior-Professor. Dann heißt es die Bewerbung lesen, die Vorträge des Bewerbers besuchen und eine Einschätzung dazu abgeben.

Der Weg zum Hochschuldozenten

„Dass ich später einmal in Lehre und Forschung gehe, hat sich im Laufe meines Studiums herauskristallisiert“, erzählt Holger Rau. Während seines Diplomstudiums der Volkswirtschaftslehre an der Universität Heidelberg stellte er schnell fest, dass ihm das wissenschaftliche Arbeiten liegt. Und so entschied er sich für eine Promotion und dafür, eine Hochschulkarriere anzustreben. Im Dezember 2012 erlangte er schließlich seinen Doktortitel in Volkswirtschaftslehre an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf.

Seit 2014 ist er nun in Göttingen tätig. Insgesamt auf drei Jahre ist die Junior-Professur dort angelegt. Sie endet mit einem Vortrag vor einer Prüfungskommission. Verläuft dieser positiv, erhält Holger Rau einen weiteren Dreijahresvertrag und die Möglichkeit, weiter zu forschen und noch mehr zu veröffentlichen. Beides kann seine Chancen erhöhen, über ein Berufungsverfahren die Leitung eines Lehrstuhls oder einer Professur zu übernehmen. „Mein Ziel ist es, eine der wenigen unbefristeten Professorenstellen zu bekommen. Zunächst werde ich es in Deutschland versuchen. Wenn das nicht klappt, kann ich mir auch sehr gut vorstellen, in ganz Europa oder sogar in den USA zu arbeiten“, blickt er in seine Zukunft.

abi>> 16.09.2016