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Vom Schnee auf dem Eis

Dachstein
Eis und Schnee sind das Metier der promovierten Meereisphysikerin Stefanie Arndt.
Foto: André Deco

Klimaforscherin

Vom Schnee auf dem Eis

Dr. Stefanie Arndt (28) hat sich für einen Spezialbereich der Klimawissenschaften entschieden: Als Meereisphysikerin ist sie des Öfteren in der Arktis und Antarktis unterwegs.

Die „Polarstern“ wies Stefanie Arndt den Weg zu ihrem Traumberuf. „Schon als ich anfing, Meteorologie zu studieren, wollte ich unbedingt später einmal auf diesem Schiff arbeiten. Das hat mich motiviert“, erinnert sich die heute 28-Jährige. Heute ist der Forschungseisbrecher wie eine zweite Heimat für die inzwischen promovierte Meereisphysikerin.

Für das Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven begibt sie sich auf acht- bis elfwöchige Expeditionen in die Antarktis oder Arktis – derzeit ungefähr einmal im Jahr. Ihre ganze Aufmerksamkeit gilt dabei der Schneeauflage auf dem Eis. „Darin stecken jede Menge Informationen, die letztlich auch Erklärungen zu klimatischen Veränderungen in den Polargebieten liefern können“, erläutert die Forscherin.

Feldforschung und Satellitendaten

Ein Porträt-Foto von Stefanie Arendt

Stefanie Arndt

Foto: privat

Stefanie Arndt untersucht die Schneestruktur auf dem Eis und insbesondere deren saisonale Veränderungen. „Es geht darum, wie durch den Jahreszyklus veränderte Oberflächeneigenschaften das solare Lichtfeld unter dem Eis beeinflussen“, umreißt sie ihr Forschungsgebiet. „Oder vereinfacht gesagt: Ich untersuche, wie viel von der einfallenden Sonnenenergie unter dem Meereis ankommt und welche Rolle die Schneeauflage dabei spielt.“ Um das herauszufinden, führt Stefanie Arndt vor Ort Messungen durch und kehrt mit diesen sogenannten „Felddaten“ zurück nach Bremerhaven. „Außerdem bringen wir relativ häufig autonome Systeme aus, die auf der Eisscholle verbleiben und mit ihr driften. Die dabei gesammelten Daten werden per Satellit ins Institut gesendet. So kann ich zum Beispiel Zeitreihen zur Schnee- oder Eisdicke an sich verändernden Orten verfolgen.“ Die Forschungsergebnisse wertet sie in ihrem Büro am Rechner aus. Zu diesem Zweck schreibt sie zum Teil eigene Programme.

Nicht nur Reisen zu den Polargebieten gehören für Stefanie Arndt zum Alltag. „Einen Großteil meiner Arbeit macht auch aus, die Forschungsergebnisse auf Konferenzen zu präsentieren und mit Kollegen darüber zu diskutieren“, erzählt die 28-Jährige. Die Kommunikation erfolgt fast ausschließlich auf Englisch, der Sprache der Wissenschaft. Selbst in ihrer Arbeitsgruppe am heimischen Institut spricht die Forscherin meist Englisch, da ihr Team international besetzt ist.

Von der Meteorologie zur Meereisphysik

Nach ihrem Bachelorstudium der Meteorologie an der Freien Universität Berlin erwarb Stefanie Arndt den Master an der Universität Hamburg. Im Masterstudium setzte sie einen Schwerpunkt auf Ozeanografie und kam so schließlich zur Meereisphysik. Nachdem sie bereits zwei Praktika am Bremerhavener Institut absolviert hatte, bot man ihr an, dort die Masterarbeit zu schreiben. „Ich konnte dann auch meine Promotion anschließen und habe hier nun eine Stelle als Postdoktorandin für die nächsten drei Jahre.“

Ihr Studium habe sie in mancher Hinsicht auf die heutigen Aufgaben vorbereitet. „Das Meteorologie-Studium ist zwar ziemlich theoretisch ausgerichtet, sodass ich in die Praxis an sich erst anschließend hineingewachsen bin“, erklärt Stefanie Arndt. „Doch was ich aus dem Studium mitgenommen habe, sind die erforderliche analytische Denkweise und das strukturierte Herangehen an Probleme und Aufgabenstellungen sowie ein Gefühl dafür, wie Prozesse funktionieren.“

Bei der Auswertung ihrer Forschungsergebnisse profitiert Stefanie Arndt außerdem von den zusätzlichen Kenntnissen, die sie sich während des Studiums aneignen konnte. „Das Programmieren beispielsweise habe ich von Grund auf gelernt.“

In wenigen Monaten wird sie wieder auf der „Polarstern“ in Richtung Antarktis unterwegs sein – dieses Mal als Gruppenleiterin. „Darauf freue ich mich, denn ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich als Praktikantin an Bord angefangen habe.“

abi>> 29.08.2017