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Lebensräume für zukünftige Generationen erhalten

Bildschirm mit topgrafischer Landkarte
Als Landschaftsökologe im Öffentlichen Dienst überprüft Rico Kaufmann den Zustand gesetztlich geschützter Biotope.
Foto: Isabella Fischer

Landschaftsökologe

Lebensräume für zukünftige Generationen erhalten

Mit einem Studium der Landschaftsökologie kann man vieles machen: Zum Beispiel in einer Behörde, als Wissenschaftler an der Uni oder als freiberuflicher Gutachter arbeiten. Rico Kaufmann (31) hat alles davon ausprobiert, bevor er 2017 seine heutige Stelle bei der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) in Karlsruhe antrat.

Natur und Pflanzen haben mich schon immer interessiert. Für das Studium habe ich mich entschieden, weil es mein Interesse für Biologie – speziell Botanik –, Geologie und Geografie vereint hat“, sagt Rico Kaufmann, der Landschaftsökologie und Naturschutz an der Uni Greifswald studiert hat. „Außerdem spielen auch philosophische und ethische Aspekte eine Rolle, etwa beim Fach Umweltethik. Dieser Blick über den Tellerrand hat mich angesprochen.“

Vor und während seines Studiums lernte er im Rahmen verschiedener Praktika die Arbeit in einem Gutachterbüro, einer unteren Naturschutzbehörde und einer Landesfachbehörde für Naturschutz kennen. „Ich wollte die Zeit bewusst nutzen, um herauszufinden, was ich mit meinem Studium alles machen kann.“ Eine ganze Menge, wie sich herausstellte. Unter anderem ergab sich noch während des Studiums eine freiberufliche Tätigkeit als Gutachter.

Obwohl ihm die Arbeit Freude bereitete, suchte er nach seinem Abschluss und seiner Promotion in Biologie eine Möglichkeit, mehr Einfluss auf landschaftsökologische Methoden und Naturschutz zu nehmen. „Als Gutachter habe ich in erster Linie gesetzliche Vorgaben und wissenschaftliche Methoden abgearbeitet, dabei konnte ich nicht so viel selbst gestalten.“ Auch die wissenschaftliche Arbeit im Labor im Rahmen seiner Diplom- und Doktorarbeit gefiel Rico Kaufmann, trotzdem wollte er sich nicht dauerhaft der Forschung widmen.

Wie verändern sich Biotope mit der Zeit?

Portrait Rico Kaufmann

Rico Kaufmann

Foto: Dr. Florian Theves

Nun ist er bei der LUBW für die Koordinierung der sogenannten Offenland-Biotopkartierung in Baden-Württemberg zuständig. Das heißt, dass er den Zustand der gesetzlich geschützten Biotope in diesem Bundesland feststellt. Dabei handelt es sich beispielsweise um bestimmte Gewässer, Wiesen oder Hecken. „Unser Ziel ist es, diese Lebensräume für zukünftige Generationen zu erhalten. Dazu gehört zu untersuchen, wie es hier vor 100 Jahren aussah, und wie sich der Zustand der Biotope mit der Zeit verändert. Wir stellen zum Beispiel fest, ob irgendwo Arten verschwinden.“

Schon während seiner Zeit als Freiberufler hat der Landschaftsökologe mit geografischen Informationssystemen gearbeitet und sich mit Themen wie Naturschutz- und Umweltrecht befasst. Für seinen Job musste er noch einmal viel tiefer in die Materie einsteigen. Nun beauftragt er selbst Gutachter und Kartierer, die den Zustand der Biotope untersuchen. Insgesamt arbeitet er mit rund 100 Auftragnehmern zusammen, darunter viele Landschaftsökologen und Biologen.

Naturschutz und Landwirtschaft

„Das Auswerten der Daten macht mir Spaß. Ich bin ein sehr systematischer Mensch, der gerne plant und mit Zahlen arbeitet. Außerdem finde ich es toll, dass ich meinen wissenschaftlichen Hintergrund einbringen kann. Etwa wenn ich prüfe, ob Arten zu einem Standort und der Landschaft passen, in der sie auftauchen.“ Als Experte muss er entscheiden, welche Arten bei der Kartierung berücksichtigt werden müssen und wie wichtig sie für ein Biotop sind.

Auch in Zukunft will er im Naturschutz arbeiten, am liebsten an der Schnittstelle zur Landwirtschaft. „Die Landwirtschaft hat einen großen Einfluss darauf, wie sich Arten und Lebensräume entwickeln. Das finde ich spannend.“ Auch die Arbeit im öffentlichen Dienst gefällt ihm gut. „Ich kann hier selbst Einfluss nehmen und habe viele Möglichkeiten, mich zu entfalten. Außerdem sind die Arbeitszeiten sehr flexibel und die Work-Life-Balance ist gut. Ich denke, dass das vor allem später mal wichtig ist, wenn ich Kinder habe.“ 

abi>> 11.07.2019