Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Materialien für Lehrkräfte

Auf dem Foto ist eine Spinne in ihrem Netz zu sehen.
Technische Innovation nach dem Vorbild der Natur: Die außergewöhnlichen physikalischen Eigenschaften der Spinnenseide werden beispielsweise in der Medizin genutzt.
Foto: Mathias Lange

Lehrer

Materialien für Lehrkräfte

Sie möchten Ihre Schülerinnen und Schüler bei der Wahl eines passenden Studiengangs oder des richtigen Ausbildungsberufs unterstützen? Hier finden Sie hilfreiche Informationen, Links und Angebote zum Download.

„Die naturwissenschaftlich geprägte Materialwissenschaft entwickelt mit dem Wissen aus Chemie, Physik und Biologie Materialien, die noch nie zuvor in einem Produkt verarbeitet wurden“, erklärt Dr.-Ing. Frank Fischer, Generalsekretär der Bundesvereinigung Materialwissenschaft und Werkstofftechnik e.V. (BVMatWerk). Nicht zu verwechseln sei die Materialwissenschaft mit der artverwandten Werkstofftechnik: “Die ingenieurwissenschaftliche Werkstofftechnik bringt den Werkstoff anschließend zur Anwendungsreife.“ Ein Beispiel: Während Materialwissenschaftler Spinnenseidenproteine biotechnologisch herstellen und erproben, entsteht erst in den Händen der Werkstofftechniker das eigentliche Produkt, zum Beispiel gut verträgliche Chirurgenfäden oder recyclebare Spezialseile.

Intelligentes Nachahmen

Ein Porträt-Foto von Frank Fischer

Frank Fischer

Foto: Privat

An über 30 deutschen Hochschulen kann man Materialwissenschaft in unterschiedlichen Variationen studieren: mit Bachelor- oder Masterabschluss, als reines Hauptfach oder in Kombination mit Werkstofftechnik, Physik, Chemie oder Produktionstechnik. „An einigen Universitäten steht die Grundlagenforschung im Fokus, andere sind eher anwendungsorientiert, alle jedoch kooperieren mit der Industrie als eigentliche Anwenderin“, erklärt Frank Fischer.

Zukünftige Materialwissenschaftler sollten eine starke Affinität zu den Naturwissenschaften Physik, Chemie, Biologie und Mathematik haben. In den ersten Semestern werden die naturwissenschaftlichen Grundlagen intensiv vertieft. Sie sind die Voraussetzung für das Verstehen, Analysieren und Lösen komplexer Problemstellungen. Wer etwa im Bereich der bioinspirierten Materialien, die sich an der Natur orientieren, forscht, muss die biologischen Vorbilder von Grund auf verstehen. „Nur so kann man technisch etwas nachahmen, das sich in der Natur in Millionen Jahren entwickelt hat“, weiß Frank Fischer.

Die Zukunft im Blick

Materialwissenschaftler forschen in nahezu allen Bereichen, die für unsere Gesellschaft von Bedeutung sind: Mobilität, Energie, Gesundheit, Umwelt, Klima, Kommunikation und Sicherheit. Die Einsatzfelder für Absolventen sind daher breitgefächert. Sie können in der Wissenschaft, im öffentlichen Dienst sowie in der Industrie – etwa Luft- und Raumfahrt, Medizin-, Umwelt- und Energietechnik, Automobilindustrie oder Bauwesen – tätig werden.

„In der heutigen Zeit müssen wir Ressourcen sparen und energieeffizienter sowie nachhaltiger produzieren. Vor diesem Hintergrund ist die materialwissenschaftliche Forschung eine zukunftsweisende Aufgabe. Absolventen finden in verschiedenen Bereichen und Branchen Beschäftigung“, erläutert Frank Fischer. Um für diese Aufgabe fit zu werden, empfiehlt er, im Anschluss an den Bachelor den Master zu machen. Die Kooperation mit der Industrie gehört zum Standard an Hochschulen: „Man sollte während des Studiums unbedingt eine Produktionshalle von innen gesehen haben. Labor- und Betriebspraktika sind ein Muss.“ Auch außerhalb des Studiums stehen Forschung, Lehre und Industrie im ständigen Austausch über neueste Erkenntnisse der Grundlagenforschung.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwörter: Materialwissenschaft, Ingenieur/in - Materialwissenschaften)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e.V. (DGM)

Unter dem Reiter „Veröffentlichung“ in der Menüleiste findest du das aktuelle DGM Studienhandbuch Materialwissenschaft und Werkstofftechnik. Angebote der Nachwuchsförderung wie zum Beispiel Exkursionen sind unter dem gleichnamigen Reiter zu finden.
www.dgm.de

Studientag Materialwissenschaft und Werkstofftechnik e.V. (StMW)

www.stmw.de

abi>> 09.03.2016