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Mehr Effizienz für "Fluffy Birds"

Jemand hält den Controller einer Spielkonsole in der Hand.
Für die Gamesbranche hat sich Janis Bode wegen des kreativen Arbeitsumfeldes entschieden.
Foto: Martin Rehm

Mathematiker

Mehr Effizienz für "Fluffy Birds"

Janis Bode (32) beschäftigt sich nicht mit Zahlen, sondern mit Menschen und Organisationsabläufen. Nicht obwohl, sondern weil er Mathematik studiert hat. Beim Spieleentwickler GameDuell setzt er alles in Beziehung, was sich zwischen Aufgaben, Abläufen und Mitarbeitern abspielt. Sein Ziel: ein möglichst effizientes Miteinander.

GameDuell entwickelt Computerspiele – von virtuellen Kartenspielen wie Skat und Belote über „Fluffy Birds“ bis zu „Balloon Blast“. Die Räume des jungen Unternehmens in Berlin sind hip und lichtdurchflutet, ein bisschen wie aus dem Katalog, mit Billardtisch, Tischtennisplatte und Knautschsessel.

Wenn Janis Bode beschreibt, womit er sich hier den ganzen Tag beschäftigt, klingt das so: „In einer Firma gibt es Arbeitsprozesse und Strukturen, die von Menschen gelebt und ausgeführt werden. Menschen sind keine Maschinen, sie haben Gefühle und sind auch mal krank. Ich baue die Strukturen und Prozesse so, dass sie den Menschen entsprechen, damit diese sie erfolgreich nutzen können. Wenn sie dabei Probleme haben, helfe ich ihnen.“ Abstrakt? Janis Bode lacht: „Naja – ich bin Mathematiker.“

Für alle anderen formuliert es der 32-Jährige, der an der Uni Bremen studiert hat, gerne etwas praktischer: „Am Bau eines Spiels sind mehr als 20 sogenannte Entitäten beteiligt.“ Dazu zählen unter anderem Programmierer, die die Logik aufbauen, Experten für die Infrastruktur, Datenbankingenieure, Grafiker, Userexperience Experten, Gamedesigner, die die Spielemechanik entwickeln und Fachleute, die für den Spaßfaktor zuständig sind: Spiele sind nur erfolgreich, wenn sie auch Spaß machen.

Ein Porträt-Bild von Janis Bode

Janis Bode

Foto: Privat

„Diese Beteiligten kann man nicht in einen Raum stecken und erwarten, dass alles funktioniert. Ich beobachte, wer mit wem arbeitet, wie die Abhängigkeiten sind, wer bei welchen Projekten und Aufgaben wie viel Kontakt mit wem hat, wer Zulieferer ist, wie eine Arbeit abgeliefert wird, wie die Prioritäten laufen und so weiter. Nach diesen Beobachtungen erarbeite ich gemeinsam mit den Teams Arbeitsprozesse, die ihnen dabei helfen, ihre Arbeit besonders gut und effizient zu erledigen. Diese Arbeitsprozesse behalten wir im Auge und passen sie an, wann immer es notwendig oder eine Verbesserung möglich ist“, erläutert Janis Bode. So ein Arbeitsprozess ist meist ein sehr einfaches Vorgehensmodell, ein Ablauf, ein Softwarepaket, das einen Arbeitsschritt automatisiert. Es kann aber auch eine Wand mit bunten Zetteln sein, die die Arbeit visualisieren.

Beharrlichkeit und Abstraktionsvermögen

Für die Gamesbranche hat sich Janis Bode wegen des Arbeitsumfeldes entschieden: „Das ist ein sehr kreatives, buntes Umfeld.“ Seine Stelle konnte er sich aussuchen: Nach erfolgreich abgeschlossenem Studium an der Uni Bremen hatte er sich bei mehreren Softwareunternehmen beworben und die Reaktionen waren durchweg positiv.

Aber auch andere Branchen suchen Mathematiker: „Das ist ja das Schwierige nach dem Studium. Man kann so viel machen“, sagt Janis Bode. Auch bei GameDuell arbeiten Mathematiker in verschiedenen Positionen – als Analysten, Personaler, Entwickler oder Datenbankingenieure.

Wertvoller Frust

Dass Mathematiker so vielseitig einsetzbar sind, wundert Janis Bode nicht: „Mathematiker bringen Beharrlichkeit und eine hohe Frustrationstoleranz mit. Denn wer früh aufgibt, schafft das Studium erst gar nicht. Das Studium war das frustrierendste und gleichzeitig das wertvollste, was ich je gemacht habe.“

Zudem bringen Mathematiker ein hohes Abstraktionsvermögen mit, wie Janis Bode erläutert: „Das Studium trainiert das Denken in Strukturen, Zusammenhängen und Modellen. Dies ist nicht zu vergleichen mit dem Abstraktionsgrad vieler anderer Wissenschaften, außer vielleicht Philosophie. Im Gegensatz zu Philosophen stehen bei uns am Ende aber häufiger quantitative Lösungsansätze, mit denen man in einem Geschäftskontext zum Ziel kommt.“

abi>> 30.06.2015