Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Vom Molekül bis zum Wal

Nahaufnahme: Zwei Hände halten eine Pipette und ein längliches Gefäß in einem Labor.
Auch an der Aufklärung von Verbrechen sind mitunter Biologen beteiligt. Dieses Beispiel zeigt: Das Fach hat mehr zu bieten als Tiere beobachten und Pflanzen bestimmen.
Foto: Axel Jusseit

Biologe werden

Vom Molekül bis zum Wal

Wer nach dem Abitur Biologie studiert, hat anschließend eine Menge Optionen. Hier erfährst du, welche das sind und woran Biologen momentan besonders intensiv forschen.

Im Regenwald von Madagaskar jede Woche eine neue Froschart entdecken. Mit Hilfe von Maden und Fliegen zur Aufklärung eines Mordes beitragen. Das Recycling-System in Zellen erforschen und dafür den Nobelpreis erhalten. Traumjobs in der Biologie gibt es viele, aber eines haben DNA-Tüftler, Vogelschutz-Gutachter und Forensiker gemeinsam: Die Grundlagen für das, was sie tun, haben sie im Biologiestudium erworben.

Porträt von Kerstin Elbing

Kerstin Elbing

Foto: privat

Denn egal, ob jemand schon zu Beginn des Studiums weiß, dass er später einmal Biolehrer werden oder Zellmoleküle knacken möchte – „man sollte immer mit einem Interesse für Biologie in ihrer ganzen Breite ins Studium einsteigen“, empfiehlt Kerstin Elbing, Sprecherin des Verbandes Biologie, Biowissenschaft und Biomedizin (VBIO). „Man sollte auch keine Angst vor Mathe, Chemie und Physik haben – und es kann nicht schaden, wenn man zum Beispiel schon mal eine Pipette in der Hand hatte.“

Je etwa 200 Bachelor- und Masterstudiengänge in Deutschland listet das Portal studienwahl.de beim Stichwort „Biologie“ auf. Rund 66.700 Biologie-Studierende zählte das Statistische Bundesamt im Wintersemester 2015/2016, fast zwei Drittel davon waren Frauen. Sie alle studieren auf einen Arbeitsmarkt hin, der ebenso vielfältig wie diffus ist. „Biologie ist ein sehr anschlussfähiges Fach“, sagt Kerstin Elbing. Das heißt aber auch: Viele, die heute Biologie studieren, kommen später in benachbarten oder ganz anderen Branchen unter. Etwa 35 Prozent der Biologie-Absolventen gehen nach dem Abschluss in die Forschung und Entwicklung, knapp 30 Prozent ins Gesundheitswesen, meldet das Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. Weit dahinter, mit Anteilen zwischen zwei und sieben Prozent, folgen die Pharmabranche, Ingenieurbüros, Unterricht oder Handel.

Die Mehrheit macht den Master

Tatsächlich haben laut Bundesagentur für Arbeit im Jahr 2015 etwa 37.000 Menschen in Deutschland als Biologen gearbeitet. Im selben Jahr waren im Schnitt etwa 4.800 Biologen arbeitslos, das sind rund fünf Prozent (der Anteil arbeitsloser Akademiker liegt bei 2,6 Prozent). „Die Chancen der Bachelorabsolventen auf dem Arbeitsmarkt steigen deutlich, wenn sie danach auch noch einen Master machen – etwa in Molekularbiologie, Bionik oder Meeresbiologie – und sich damit für ihren späteren Forschungszweig oder Berufsweg spezialisieren. Die große Mehrheit der Bachelor-Absolventen schreibt sich anschließend für einen Masterstudiengang ein“, berichtet Kerstin Elbing.

Wer danach an einer Hochschule oder bei einem Institut forschen will, muss in der Regel promovieren. Aber auch viele Wirtschaftsunternehmen unterhalten eigene Forschungsabteilungen. Dort widmen sich Biologen zum Beispiel der „Bio-Ökonomie“: Sie tüfteln Strategien aus, mit denen wir unsere Energieversorgung auf nachwachsende Rohstoffe umstellen können.

Oder sie tauchen in der Synthetischen und der Systembiologie bis auf die molekulare Ebene ab. „Gerade in der Biomedizin wächst aktuell einiges zusammen“, sagt Kerstin Elbing. Biologen versuchen zum Beispiel, den molekularen Mechanismus von Erkrankungen zu verstehen – und arbeiten abschließend gemeinsam mit Medizinern daran, aus einem Wirkstoff ein zugelassenes Medikament zu machen.

Klimawandel und Energiewende

Bei Naturschutzverbänden wiederum forschen sie zum Thema Biodiversität oder untersuchen, wie sich der Klimawandel auf Flora und Fauna auswirkt – man denke nur an Insekten wie die Tigermücke, die sich auch in Deutschland ausbreitet und das Dengue-Fieber übertragen kann.

Auch als biologische Gutachter können Absolventen arbeiten – schon wegen der Energiewende. Bevor ein Stromanbieter einen Windpark vor der Küste hochziehen kann, müssen Biologen genau dokumentieren, wie viele und welche Möwen, Robben oder Wale dort leben, brüten, durchziehen oder jagen – und anschließend entscheiden, ob und wo Ausgleichsflächen entstehen müssen. Die Gutachter arbeiten meistens freiberuflich; die Aufträge kommen von Planungsbüros, Bau- und Naturschutzämtern.

Außerdem können Biologen in der Lebensmittel- und der Krankenhaushygiene unterkommen. Hier bieten sich außerdem Möglichkeiten für Fachkräfte ohne Studium, nach einer Fachschul-Ausbildung zum Biologisch-Technischen Assistenten (BTA). Mehr zum Thema erfährst du im Beitrag „Ich will was machen mit Biologie“.

Weitere Informationen

BERUFENET
Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Biologie).
www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit
www.jobboerse.arbeitsagentur.de

studienwahl.de
Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

VBIO
Der Verband Biologie Biowissenschaften & Biomedizin in Deutschland gibt viele Karrieretipps für Biologen und bietet eine Datenbank für Bio-Studiengänge an.
www.vbio.de

BDBiol e.V.
Der Berufsverband deutscher Biologen sieht sich als berufliche Interessenvertretung und setzt sich für gute Arbeitsbedingungen ein.
www.biologenverband.de

Naturschutzbund Deutschland (Nabu)
www.nabu.de
abi>> 14.12.2016