Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Erfolg in der IT-Branche

Junge Frau sitzt in einem Labor und führt einen Versuch durch.
Technomathematiker verbringen ihre Arbeitszeit zumeist vor dem Rechner und Programmieren mithilfe verschiedener Messsyteme.
Foto: Nicole Schwab

Technomathematiker

Erfolg in der IT-Branche

Zwischen IT, Mathe und Ingenieurwissenschaften: Suljo Cakišic kümmert sich bei der Duisburger it-motive AG um die Produktwünsche von Maschinenbauunternehmen. Dabei kommt dem 31-Jährigen sein Studium der Technomathematik zugute.

Suljo Cakišic Wunschbranche nach seinem Studium war der Maschinenbau. Dort war der Einstieg allerdings doch nicht so leicht wie erwartet, da der 31-Jährige keinen Ingenieurabschluss hat, sondern auf dem Papier Mathematiker ist. „In der IT-Branche sah es dann aufgrund von Trends wie der Digitalisierung und Industrie 4.0 schon besser aus“, sagt der gebürtige Bosnier, der mit sechs Jahren als Flüchtling nach Deutschland kam.

Eine Stelle fand er schließlich bei der Firma it-motive AG in Duisburg, deren Kunden unter anderem Maschinenbauunternehmen sind, die ihre Produkte maßgeschneidert anbieten wollen. „Wir erstellen für sie CAD-Generatoren zum rechnerunterstützten Konstruieren, mit denen sich die Endkunden ihre Produkte selbst zusammenstellen können“, erklärt Suljo Cakišic, der für die Programmierung dieser CAD-Systeme (CAD = computer-aided design – Konstruieren mit dem Computer) zuständig ist. Deshalb verbringt er viel Zeit vor dem Rechner.

IT-Schulungen und Unterstützung durch Kollegen

Portrait von Suljo Cakišic

Suljo Cakišic

Foto: Privat

Sein Background im Maschinenbau hilft ihm, die Produkte seiner Kunden zu verstehen. Außerdem hat er sich im Studium und während seiner Diplomarbeit die Grundlagen der Programmierung angeeignet. „Aber das wirklich professionelle Programmieren mit Java habe ich erst bei der Arbeit gelernt. Wir bekommen unter anderem viele IT-Schulungen.“ Darüber hinaus erarbeitet er sich die Kenntnisse zu den Schnittstellen der CAD-Systeme zum Beispiel mithilfe von Dokumentationen. Seine Kollegen stehen ihm außerdem jederzeit bei Fragen zur Seite.

Seit einem knappen Jahr arbeitet Suljo Cakišic nun für die it-motive AG. Bisher hat er ein Wartungsprojekt für einen Kunden bearbeitet und Teile eines größeren, schon bestehenden Projektes übernommen. „Ich nehme die Kundenanforderungen entgegen, telefoniere bei Nachfragen und erarbeite Lösungen, falls etwas noch nicht nach Wunsch funktioniert“, erklärt der Technomathematiker seine Aufgaben. „Außerdem kann ich auch frei an Prototypen arbeiten, die bei Erfolg später Kunden angeboten werden sollen.“

Keine Angst vor „dicken Brettern“

Das Studienfach Technomathematik hat Suljo Cakišic bei einem Tag der Offenen Tür an der Universität Duisburg-Essen kennengelernt. „Ich habe mich schon in der Schule für Mathematik interessiert und wollte einen Abschluss, mit dem man später wahrscheinlich gute Jobchancen hat – so wurde es uns jedenfalls vermittelt. Daher habe ich mich für die Technomathematik entschieden“, erinnert sich der heute 31-Jährige. Der Studiengang, der mittlerweile sowohl als Bachelor als auch als Master angeboten wird, besteht zu rund 60 Prozent aus Mathematik- und zu 40 Prozent aus Ingenieurinhalten, der Schwerpunkt liegt auf der Anwendung der Mathematik im Maschinenbau.

Für seine Diplomarbeit hat sich Suljo Cakišic mit der Optimierung eines Magnetkrans befasst: Er hat untersucht, wie man die Schwingungen des Krans reduzieren kann. „Nach meinem Abschluss habe ich zunächst zwei Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Hochschule gearbeitet, wollte am Ende aber lieber in die Wirtschaft.“ Sein Studium hat ihm dabei geholfen, analytisch an Probleme heranzugehen und nicht aufzugeben. „,Dicke Bretter‘ - also komplizierte Aufgaben – schrecken mich nicht mehr“, sagt er lachend. „Das unterscheidet uns Technomathematiker sicherlich von Absolventen vieler anderer Fachrichtungen.“

abi>> 13.11.2017