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Grünabfälle verwertbar machen

Laub am Boden und grüne Blätter am Baum
Durch das Kompostierungsverfahren entsteht aus Grünabfällen wie Laub oder Rasenschnitt frische Blumenerde.
Foto: Sibylle Tiessen

Umweltwissenschaftlerin in der Abfallwirtschaft

Grünabfälle verwertbar machen

Anneke Rasche (26) überwacht auf einer Verwertungsanlage in Wiershop die Kompostherstellung aus Grünabfällen und sorgt dafür, dass alle Qualitätsanforderungen erfüllt werden. Dabei sitzt sie nicht nur am Schreibtisch, sondern ist auch auf dem Außengelände der Anlage unterwegs.

Betriebssteuerung Biomasse – so lautet die offizielle Bezeichnung von Anneke Rasches Tätigkeit. Ihr Arbeitsplatz ist die Kompostierungsanlage für Grünabfälle der Unternehmensgruppe Buhck im schleswig-holsteinischen Wiershop. Jedes Jahr landen hier 27.000 Tonnen Grünabfall, aus dem gütegesicherter Kompost hergestellt wird, der strengen Qualitätskontrollen unterliegt. „Meine Aufgabe ist es, die Bestände zu kontrollieren und die Qualität zu sichern“, erklärt die 26-Jährige. Ein externes Labor analysiert den Kompost regelmäßig nach Kriterien der Düngemittelverordnung. „Dabei wird untersucht, ob die Schadstoffgrenzwerte eingehalten werden und wie hoch der Nährstoffgehalt ist. Das ist zum Beispiel relevant für Landwirte, die den Kompost für ihre Felder verwenden“, erläutert sie.

Die Materialbestände im Blick

Ein Porträt-Foto von Anneke Rasche

Anneke Rasche

Foto: Privat

Auf der Anlage reihen sich die Kompostmieten aneinander. So werden die sachgerecht aufgeschichteten Komposthaufen genannt. Die Grünabfälle stammen sowohl von Privatkunden, die beispielsweise Laub oder Rasenschnitt aus ihren Gärten auf den zur Anlage gehörigen Recyclinghof bringen, als auch von Straßenmeistereien, oder aus dem Garten- und Landschaftsbau. Bis der Kompostierungsvorgang abgeschlossen ist und der Kompost beispielsweise zu Pflanzen- oder Gartenerde weiterverarbeitet werden kann, dauert es in der Regel vier Monate. „Ich kümmere mich auch um die Warendeklaration unserer Produkte und erstelle Anwendungshinweise“, ergänzt Annette Rasche.

In ihrem Bachelorstudium Umweltwissenschaften an der Leuphana Universität in Lüneburg wählte sie als Nebenfach Bodenschutz. Das Fach unterteilte sich in zwei Bereiche: „Im vorsorgenden Bodenschutz ging es darum, wie man Biotope schützen kann, damit es gar nicht erst zu Verunreinigungen kommt. Im nachsorgenden Bodenschutz um Möglichkeiten, Altlasten aus dem Boden zu entfernen. Dieses Thema fand ich besonders spannend.“ Es stellt auch die Querverbindung zu ihrem heutigen Job dar. Die Unternehmensgruppe, für die sie arbeitet, ist auf die Deponierung von verunreinigtem Boden spezialisiert.

Vom Trainee zur Festanstellung

Nach dem Bachelorabschluss schloss die 26-Jährige ein Masterstudium in „Pflanzenproduktion und Umwelt“ an der Universität Rostock an. Danach absolvierte sie zunächst Praktika beim Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern und der Industrie- und Handelskammer Lübeck, bevor sie schließlich die Zusage für eine Traineestelle bei ihrem jetzigen Arbeitgeber erhielt. In Wiershop, ihrer zweiten Station während des Traineeprogramms, wurde ihr nach zehn Monaten die Möglichkeit geboten, von der Trainee- auf eine feste Stelle zu wechseln.

Jeden Morgen überprüft sie nun via Computerprogramm den Materialbestand. „Ich mache mir aber auch immer vor Ort ein Bild von den Beständen und bin deshalb jeden Tag auf dem Gelände unterwegs. Ich finde es toll, dass ich keinen reinen Bürojob habe und schätze die Vielfältigkeit. Ich habe viele Gestaltungsmöglichkeiten und kann eigene Ideen einbringen, wenn es zum Beispiel darum geht, neue Produkte zu entwickeln oder Betriebsabläufe zu optimieren.“ Ihre berufliche Zukunft sieht sie deshalb in der Entsorgungswirtschaft. „Mein jetziger Job gefällt mir sehr gut, ich habe viele Entwicklungsmöglichkeiten und würde gerne weiter im Unternehmen Fuß fassen.“

abi>> 18.04.2016