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Qualitätskontrolle mit allen Sinnen

Chemielaborantin gießt eine Flüssigkeit in ein Reagenzglas. Foto: Katharina Kemme
Ein sicheres Händchen im Umgang mit chemischen Substanzen ist für Chemielaboranten unverzichtbar.
Foto: Katharina Kemme

Chemielaborantin

Qualitätskontrolle mit allen Sinnen

Welche Duftstoffe enthält das neu gelieferte ätherische Öl für eine Körperlotion? – Eine typische Fragestellung für die Chemielaborantin Theresa Kerßens. Die 29-Jährige analysiert bei der Weleda AG in Schwäbisch Gmünd eine Vielzahl von Ausgangsstoffen für Naturkosmetika und Arzneimittel.

„Die Abteilung ‚Qualitätskontrolle Analytik Service‘ mit rund 100 Mitarbeitern untersucht sowohl die Qualität der über 1.000 Ausgangsstoffe als auch der rund 1.300 Produkten von Weleda“, erklärt Theresa Kerßens. Ihr Bereich ist für die Qualitätskontrolle der von Weleda verwendeten Ausgangsstoffe verantwortlich.

Riechtest und Infrarotspektrometer

Portraitfoto von Theresa Kerßens. Foto: Privat

Theresa Kerßens

Foto: Privat

„Dazu gehört beispielsweise die Identitätsprüfung von ätherischem Rosenöl aus der Türkei, das wir zum Parfümieren verwenden. Genauso untersuchen wir die vielen weiteren Inhaltsstoffe, zum Beispiel verschiedene Zuckerarten oder Kalziumsalze“, ergänzt die Chemielaborantin. Dazu setzt sie verschiedene nasschemische Methoden ein – darunter Nachweisreaktionen oder Titrationen, bei denen zwei Lösungen vermischt werden: „Außerdem nutze ich moderne Analysemethoden wie die Infrarotspektroskopie, bei der wir Substanzen mit Hilfe von infraroter Strahlung bestimmen. Den Duft von ätherischen Ölen prüfen wir hingegen mit einem klassischen Riechtest.“

Identifikation mit den Produkten

Dabei beachtet Theresa Kerßens strenge Vorschriften. „Gerade bei den Ausgangsmaterialien für Arzneimittel sind die rechtlichen Bestimmungen sehr anspruchsvoll“, weiß sie. In ihrer Abteilung arbeitet sie seit dem Abschluss ihrer Chemielaboranten-Ausbildung im September 2009: „Ich besitze daher viel Berufserfahrung, die mir hilft, die häufig variierenden, komplexen Naturstoffe zu beurteilen.“

„Nach meinem Abitur 2006 war für mich klar, dass ich praktisch arbeiten und eine Ausbildung absolvieren möchte. Chemie war mein Lieblingsschulfach.“ So suchte Theresa Kerßens gezielt nach einem entsprechenden Ausbildungsplatz. „Ich begann bei Weleda, weil es mir wichtig ist, dass ich mich mit den Produkten meines Arbeitsgebers identifizieren kann“, ergänzt sie. Aufgrund ihres Abiturs verkürzte sich ihre Ausbildungszeit um sechs Monate auf drei Jahre. „Nach meinem IHK-Abschluss bot mir Weleda eine Stelle genau in jener Abteilung an, in der es mir während der Ausbildung aufgrund der dort gebotenen Aufgabenvielfalt am besten gefallen hat.“

Analytisches Denken und manuelles Geschick

2012 durchlief sie zudem die Ausbildereignungsprüfung. Neben ihren fachlichen Aufgaben betreut sie seither die Lernenden im Unternehmen und führt im Rahmen des Auszubildendenprogramms im Moment vier Mitarbeiter.

Wichtig für ihre Arbeit sind analytisches Denken und naturwissenschaftliches Verständnis. „Grundlegende mathematische Kenntnisse wie Prozentrechnen sowie manuelles Geschick für die mitunter kniffeligen Labortätigkeiten sind unabdingbar. Zudem ist eine gewisse Beobachtungsgabe hilfreich, um Reaktionsergebnisse sinnvoll zu interpretieren“, stellt Theresa Kerßens klar. Sie empfiehlt: „Wer sich für diesen Beruf interessiert, sollte mit einem Praktikum die Labor-Realität kennenlernen, die übrigens ganz wenig mit dem Schulchemieunterricht zu tun hat.“ Ihr gefällt ihre abwechslungsreiche Arbeit.

Für die berufliche Zukunft wünscht sie sich: „Ich möchte weiterhin in meinem spannenden Aufgabenumfeld arbeiten. Durch regelmäßige Weiterbildungen lerne ich immer weiter – beispielsweise den Einsatz neuer Methoden und Verfahren.“

abi>> 22.03.2017