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Wider dem Zufall

Ein junger Mann erstellt eine Berechnung am Computer.
Wirtschaftsmathematiker nehmen unterschiedliche Daten unter die Lupe und erstellen daraus Berechnungen, zum Beispiel wie wahrscheinlich ein Versicherungsfall eintritt. Daher kennen sich diese Fachleute sowohl in mathematischen und wirtschaftlichen Fragen als auch mit Programmieren aus.
Foto: Zenkert

Wirtschaftsmathematik - Hintergrund

Wider dem Zufall

Wirtschaftsmathematiker berechnen Chancen und Risiken für Unternehmen. Dank ihrer Ausbildung können sie in vielen Branchen arbeiten – und sich über sichere Berufsaussichten freuen.

„Ein Weiser schätzt kein Spiel, wo nur der Zufall regiert“, wusste schon der deutsche Schriftsteller Gotthold Ephraim Lessing – und sprach damit bereits vor mehr als 300 Jahren jedem Geschäftsführer unsere heutigen Zeit aus der Seele: Chancen und Risiken abzuschätzen ist für Unternehmen finanziell überlebenswichtig.

Diese wichtige Aufgabe übernehmen Wirtschaftsmathematiker. Mithilfe von Computerprogrammen berechnen sie unter anderem, wie wahrscheinlich ein Versicherungsfall eintritt, unter welchen Bedingungen sich Investitionen lohnen oder welche Banking-Geschäfte sich zu welchem Zeitpunkt bezahlt machen. Dafür analysieren sie Daten, beispielsweise aus Marktforschungsstudien oder der Produktion.

In den Beruf führen zur Zeit deutschlandweit 56 Bachelor- und Masterstudiengänge sowie ein Diplomstudiengang. „Angehende Wirtschaftsmathematiker belegen dabei in den ersten Semestern Seminare und Vorlesungen zu Analysis, Linearer Algebra, Stochastik, Statistik und Numerik und erlernen außerdem Grundlagen der Informatik und der Programmierung“, erklärt Wilfried Parlow von der Agentur für Arbeit Düsseldorf. „Aus den Wirtschaftswissenschaften kommen wahlweise Grundzüge der Betriebswirtschaft oder der Volkswirtschaft sowie aus der Wirtschaftsmathematik Themen wie Finanzmathematik und Versicherungsmathematik hinzu“, ergänzt er. Im Masterstudium erfolgt dann die Vertiefung in den gewünschten Schwerpunkten wie der Mathematischen Statistik oder der Versicherungsmathematik.

Problemlöser gefragt

Wer sich für ein Studium der Wirtschaftsmathematik entscheidet, sollte laut Wilfried Parlow ein ausgeprägtes Interesse am Lösen von mathematischen Problemstellungen haben: „Dazu gehört etwa das Programmieren von Software für kommerzielle oder technische Anwendungen und das Analysieren von simulierten Versuchsanordnungen. Und natürlich sollte man ein Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen mitbringen.“

Weitere Grundlagen sind sehr gute Mathematikkenntnisse, eine ausgeprägte Fähigkeit zum abstrakt-logischen Denken sowie solide Englischkenntnisse. Empfehlenswert ist es auch, sich Vorwissen in Betriebs- und Volkswirtschaft anzueignen. (Wie das Studium abläuft, liest du in der Reportage „Die ideale Kombination aus Mathe und Wirtschaft“.)

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Das Studium der Wirtschaftsmathematik gilt als anspruchsvoll, nicht wenige Studierenden brechen es vorzeitig ab. Wer durchhält, wird am Ende mit vielfältigen Berufsaussichten belohnt: „Wirtschaftsmathematiker kommen überall dort zum Einsatz, wo zum Beispiel ökonomische Prozesse auf der Basis von mathematischen Methoden präzise beschrieben, analysiert und kalkuliert werden müssen. Adäquate Einsatzgebiete finden sie überwiegend bei Banken, Versicherungen, Bausparkassen und sonstigen Finanzdienstleistungsunternehmen.“

Damit nicht genug: „Darüber hinaus können sie für Wirtschaftsprüfungsunternehmen, Unternehmensberatungen sowie in Verwaltungen und Behörden, Logistikabteilungen von Transport- und Verkehrsbetrieben oder wirtschaftswissenschaftlich ausgerichteten Softwarefirmen tätig sein. Weitere Möglichkeiten gibt es an Forschungsinstituten und an Hochschulen und Universitäten“, zählt Wilfried Parlow auf. Wer nach dem Studium weiter lernen und sich Aufstiegschancen eröffnen möchte, kann die dreijährige Weiterbildung zum Aktuar anschließen. (Diesen Weg geht zum Beispiel Christoph Mühling aus der Berufsreportage „Das große Ganze erkennen“.)

„Hervorragende Perspektiven“

Egal, für welchen Schwerpunkt man sich entscheidet, eines ist sicher, betont der Berufsberater: „Wirtschaftsmathematiker sind gesuchte Fachleute. Mit Blick auf die Entwicklungen am Arbeitsmarkt und den demografischen Wandel kann man die Perspektiven für Absolventen nur als hervorragend bezeichnen.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Wirtschaftsmathematik)

www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchwort: Wirtschaftsmathematik)

www.studienwahl.de

Deutsche Mathematiker-Vereinigung e.V.

Die DMV informiert auf ihrer Internetseite umfassend über den Berufsbereich Mathematik, speziell auch zum Thema Wirtschaftsmathematik, und bietet unter anderem Erfahrungsberichte ehemaliger Studierender.

www.mathematik.de

abi>> 20.12.2017