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Ein gutes Zuhause für Nemo und Co.

Aquarium
Aquarien gewähren uns Einblicke in die Welt des Ozeans. Wichtig ist dabei aber eine artgerechte Haltung der Tiere.
Foto: André Deco

Wissenschaftlerin in der Aquakultur

Ein gutes Zuhause für Nemo und Co.

Wenn sich Zierfische, Pinguine und Krabben in Deutschland gute Nacht sagen, hofft Laura Klatt, dass sie sich besonders wohl fühlen. Die 26-Jährige kümmert sich als Fischereiwissenschaftlerin um artgerechte Aquakulturanlagen der Firma Spranger GmbH in Plauen.

„Generell ist man in diesem Job viel unterwegs und arbeitet intensiv mit anderen Menschen zusammen – und auch mit den Bewohnern unserer Anlagen natürlich, beispielsweise mit Pinguinen in den Spreewaldwelten in Lübbenau“, schmunzelt Laura Klatt. Die Masterabsolventin der Fischereiwissenschaften ist im Geschäftsbereich Fischzucht und Forschung bei der Firma Spranger in Plauen tätig. Das Unternehmen stellt unter anderem Aquakulturanlagen für Forschungsinstitute, Freizeitparks und Zuchtbetriebe her.

„Wie es in der heutigen Zeit in beinahe jedem Beruf der Fall ist, verbringe ich viel Zeit am Computer. Daneben helfe ich aber natürlich auch in meinem spezifischen Berufsfeld, besonders bei der Konstruktion von Fischzuchtbecken und der Organisation der Montage beziehungsweise der Instandhaltung“, erläutert sie. Doch das sind nicht ihre einzigen Aufgaben. „Es bleibt auch noch genügend Zeit, um in den Werkstätten handwerklich dazuzulernen oder Baustellen zu besuchen. Seitdem weiß ich zum Beispiel auch, wie man Kunststoffe schweißt“, sagt sie.

Für die Fischzucht unterwegs

Ein Porträt-Foto von Laura Klatt

Laura Klatt

Foto: privat

Dass der Job sehr abwechslungsreich ist, bestätigt sich auch in den Kundenterminen vor Ort, bei denen die 26-Jährige deutschlandweit im Einsatz ist. Momentan organisiert Laura Klatt viel und realisiert sogar kleinere Konstruktionen. „Da ich ursprünglich nicht aus dem Ingenieurwesen, sondern aus dem Fachbereich der Biologie komme, ist die Arbeit herausfordernd, aber daran wächst man ja bekanntlich“, erklärt sie und ergänzt: „Dieses Jahr werden wir zum Beispiel wieder einen Messestand auf der ‚Aquaculture Europe‘ haben, die in Edinburgh stattfindet. Dafür müssen der Messestand geplant, Transporte organisiert und Exponate produziert und verpackt werden.“

Besonders spannend ist für Laura Klatt allerdings, das Verhalten von Fischen zu erforschen und darauf beruhend Zuchtanlagen zu optimieren. „Für eine erfolgreiche Zucht vieler Arten ist einfach noch zu wenig bekannt. Wir bauen neben den Anlagen für Speise- und Zierfische nämlich auch Anlagen für andere Meeresbewohner wie Robben oder Krabben“, sagt sie.

Vom Aquarium zur Aquakultur

Dass ihr späterer Beruf etwas mit der Umwelt zu tun haben sollte, wusste Laura Klatt irgendwie schon immer. Deshalb hat sie nach dem Abi Environmental and Resource Management an der TU Cottbus studiert. „Während meines Studiums legte ich mein Pflichtauslandssemesters in Istanbul ab und besuchte zusätzlich einen mehrwöchigen Fachlehrgang in Island“, führt sie aus.

Im Anschluss an ihr erfolgreich abgeschlossenes Bachelor-Studium entschied sie sich dann, einen Master mit dem damaligen Titel „Fishery Science and Aquaculture“ an der Humboldt-Uni in Berlin dranzuhängen, denn das Themenfeld Aquakultur war für sie schon vor dem Studium ein Hobby. „Als jahrelange Besitzerin von Aquarien haben mich Fische und deren Haltung lange interessiert. Daraus zog ich eine starke Motivation für mein Master-Studium in Berlin. Auch währenddessen habe ich immer wieder an Projekten in dieser Richtung gearbeitet. Mein derzeitiger Job bietet mir die Möglichkeit, mein Wissen weiter auszubauen und neue Eindrücke zu gewinnen“, schildert sie.

Ob Laura Klatt auch langfristig in der freien Wirtschaft arbeiten wird, ist noch unklar. „Gerne würde ich zunächst weiter in der Planungsabteilung für Fischzuchttanks arbeiten. Die Rückkehr an die Universität für eine Promotion behalte ich mir langfristig noch vor. Allerdings steht die Tätigkeit im Unternehmen an erster Stelle – wegen der Freude an der Arbeit und den täglichen Herausforderungen.“

abi>> 12.10.2016