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Ein Super-Teleskop entwickeln

Eine junge Frau stellt ein Lasergerät ein.
Das Licht dieses Lasers ist recht leicht auszumachen. Doch wenn Licht von Galaxien sichtbar gemacht werden soll, das Milliarden Jahre lang auf dem Weg zu uns unterwegs war, sind Spezialisten für extraterrestrische Physik gefragt.
Foto: Pieth

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Ein Super-Teleskop entwickeln

Magdalena Lippa (29) leistet Spitzenforschung: Die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching bei München entwickelt Instrumente für die Astronomie und schließt parallel ihre Promotion ab.

Ihre Doktorarbeit widmet Magdalena Lippa dem Thema „Interferometrie in der Astronomie“. „Dabei geht es um die Methode, mit mehreren Teleskopen gleichzeitig den Himmel zu beobachten, um eine bessere Auflösung zu erreichen als mit einzelnen Teleskopen“, erklärt sie.

An der technischen Entwicklung eines solchen Interferometers war sie selbst beteiligt: „Zusammen mit anderen europäischen Einrichtungen haben wir hier am MPE das Instrument ‚Gravity‘ gebaut“, erläutert die 29-Jährige: „Es kann die vier ‚Very Large Telescopes‘ in Chile zu einem Super-Teleskop kombinieren. Damit sind hochaufgelöste Beobachtungen vom Zentrum der Milchstraße möglich, das ein supermassives Schwarzes Loch beherbergt. Dort werden nun zum ersten Mal bestimmte Vorhersagen der allgemeinen Relativitätstheorie überprüft.“

Begeistert berichtet die wissenschaftliche Mitarbeiterin auch von einem anderen, parallel laufenden interferometrischen Projekt. Dabei untersuchte sie weit entfernte Galaxien auf ihre Bestandteile: „Ihr Licht war einige Milliarden Jahre lang zu uns unterwegs und gewährt dadurch nun einen Rückblick auf den frühen Zustand unseres Universums. In dieser Epoche war die kosmische Sternentstehung auf ihrem Höhepunkt und nimmt seitdem ab. Den damaligen Galaxienaufbau zu studieren, hilft uns dabei zu verstehen, wie es zu dieser Entwicklung kam.“

Wissbegierde als Triebfeder

Magdalena Lippa steht neben dem Instrument „Gravity“

Magdalena Lippa neben dem Instrument „Gravity“

Foto: privat

Magdalena Lippas Arbeitsalltag besteht unabhängig vom jeweiligen Projekt darin, Experimente mit optischen Messaufbauten im Labor durchzuführen oder den Himmel zu beobachten. „Beides erfordert im zweiten Schritt eine Datenanalyse am Computer, um die Messungen zu interpretieren. Die Ergebnisse werden anschließend auf Konferenzen und in Publikationen vorgestellt“, ergänzt sie.

Ihre „nie enden wollende Wissbegierde“ motiviert die Physikerin: „Die Erde ist ja nur ein kleiner Fleck im Universum. Der extraterrestrische Blick über unsere Erdkugel hinaus ermöglicht es uns, neue physikalische Phänomene zu ergründen. Dadurch wird nicht nur die menschliche Neugierde befriedigt, sondern manchmal lassen sich Erkenntnisse auf unser Erdenleben übertragen. Genauso können die technischen Entwicklungen der Astronomie für Himmelsbeobachtungen und andere Einsatzgebiete auf der Erde nützlich sein.“

Masterarbeit am Instrument „Gravity“

Mit ihrem Studium der Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität München konnte Magdalena Lippa einer großen Leidenschaft nachgehen: „Schon als Kind wollte ich verstehen, wie alles funktioniert.“ Nach ihrem Bachelorabschluss führte sie ihr Masterstudium ans Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, wo sie ihre Abschlussarbeit über das Instrument „Gravity“ verfasste.

„Weil ich dieses Thema so spannend fand und es gerne komplett begleiten wollte, habe ich die Promotion am MPE direkt angeschlossen. Dadurch konnte ich einige Jahre lang Spitzenforschung in der Instrumentierung und Astronomie mitgestalten.“ Ihre Doktorarbeit hat sie kürzlich abgegeben. „Nun bereite ich mich gerade hauptsächlich auf deren Verteidigung vor und bin auf Jobsuche.“

Magdalena Lippa ist von neuen Technologien begeistert und möchte daher weiterhin Instrumente entwickeln, die zum Erkenntnisgewinn der Menschheit beitragen. „Im Moment interessiere ich mich besonders für den Luft- und Raumfahrtbereich, in dem genau das in vielen Bereichen erfolgt – mit Instrumenten beispielsweise für die Erdbeobachtung, die Klimaforschung oder die Planetensuche.“

abi>> 28.06.2018