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Arbeiten für die europäische Idee

Gebäude des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg
Wer in einer europäischen Institution arbeiten möchte, kann mit einem Praktikum erste Erfahrungen sammeln. Die Europäische Kommission beschäftigt pro Jahr über 1.000 Praktikanten.
Foto: Annika Voßen

Arbeitgeber Europa

Arbeiten für die europäische Idee

Kolleginnen und Kollegen aus 28 Ländern, ein Büro in Brüssel, Straßburg, Luxemburg oder irgendwo auf der Welt – wer in einer europäischen Institution arbeitet, befindet sich in einem internationalen Umfeld. Innerhalb der EU gibt es die unterschiedlichsten Aufgaben für Absolventen aller Fachrichtungen.

Drei Monate lang arbeitet Bastian Zahn im Rahmen seines Rechtsreferendariats beim Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) in Luxemburg. Der 31-Jährige ist im Kabinett der Generalanwältin Juliane Kokott tätig. „Ich habe parallel zu meiner Doktorarbeit einen Aufsatz zum europäischen Recht geschrieben und wollte daher gern auch mal eine europäische Institution kennenlernen“, berichtet er.

Ein Portät-Foto von Bastian Zahn.

Bastian Zahn

Foto: Vanessa Grifo

Ein Jahr im Voraus hat sich Bastian Zahn initiativ beim Kabinett der Generalanwältin beworben. Er reichte Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnis seines ersten Staatsexamens ein und erhielt nach einem Monat eine positive Antwort. Nun schreibt er Entwürfe für die Schlussanträge, die die Generalanwältin beim EuGH hält. „Ich schaue mir dafür die Fälle nationaler Gerichte und die dazugehörigen Schriftsätze an und recherchiere, welche Normen und Präzedenzfälle dazu wichtig sind“, erklärt er.

Dem Juristen, der sein Studium und die Promotion in München absolvierte, gefällt vor allem die Vielsprachigkeit am EuGH: Die Unterlagen aus anderen Ländern sind ins Französische übersetzt, der internen Arbeitssprache des EuGH. Seine Entwürfe schreibt der Referendar auf Deutsch, schließlich ist das die Muttersprache der Generalanwältin.

Die europäischen Institutionen

Außer dem Europäischen Gerichtshof gibt es viele weitere EU-Institutionen: Der größte Arbeitgeber ist die EU-Kommission, hinzu kommen das Europäische Parlament, der Europäische Rechnungshof, der Rat der Europäischen Union sowie mehrere Nebenorgane wie der Ausschuss der Regionen, die Europäische Zentralbank und der Wirtschafts- und Sozialausschuss. Nicht zu vergessen: die zahlreichen Agenturen, etwa die Europäische Umweltagentur, die Europäische Eisenbahnagentur oder die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (siehe hierzu auch die Übersicht „Im Einsatz für Europa“). „Insgesamt gibt es über 45 EU-Institutionen“, weiß Julie Tumler, Beraterin im Büro Führungskräfte zu Internationalen Organisationen (BFIO).

Manche Institutionen schreiben offene Stellen für Spezialisten auf ihren Websites aus, viel läuft jedoch über das Europäische Amt für Personalauswahl, das die Auswahlverfahren für eine Reihe der Institutionen organisiert. Wer diesen sogenannten Concours besteht, kann bei unterschiedlichen Organisationen eingesetzt werden (siehe hierzu auch das Interview „Den europäischen Geist spüren“). Übrigens: Man kann beliebig oft an dem Verfahren teilnehmen, eine Altersbegrenzung gibt es nicht. „Aufgrund der generalistischen Ausrichtung der Institutionen ist das gewählte Studienfach erst einmal gar nicht so ausschlaggebend. Vielmehr sollten Bewerber im Lebenslauf ihre Internationalität zeigen“, erkärt Julie Tumler. Außerdem sei die Bereitschaft, flexibel an verschiedenen Aufgaben und an unterschiedlichen Einsatzorten zu arbeiten wichtig. „Nicht alle, die bei der EU tätig sind, werden verbeamtet“, erklärt die Beraterin weiter. „Manche erhalten auch eine befristete oder unbefristete Stelle als Vertragsbedienstete.“

Deutsche Mitarbeiter bei der EU

Die Stellen in den EU-Organisationen sind naturgemäß mit Vertretern aus allen EU-Staaten besetzt. In der Europäischen Kommission arbeiteten Anfang 2017 insgesamt knapp 30.000 Beamte, Zeitangestellte und Vertragsbedienstete. 7,2 Prozent davon waren Deutsche. Im Europäischen Parlament sind unter den rund 6.500 Beschäftigen etwa 8,5 Prozent Deutsche. Im Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) stammen 90 der 942 Angestellten aus Deutschland. „Ob einem das internationale Arbeiten in einer Behörde gefällt, kann man gut bei einem Praktikum herausfinden“, empfiehlt Julie Tumler. Allein die Europäische Kommission beschäftigt pro Jahr 1.300 Praktikanten. Passende Angebote können Interessierte beim Auswärtigen Amt recherchieren.

Info

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.

www.berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Datenbank für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit

http://kursnet-finden.arbeitsagentur.de

Europavertretung der Bundesagentur für Arbeit

Rue d’Arlon 50

1000 Brüssel (Belgien)
Tel. 0911/179-7012

www.arbeitsagentur.de/ueber-uns/europavertretung

Europäische Union

https://europa.eu/european-union/index_de

Auswärtiges Amt

Informationen über Karrieremöglichkeiten in Europa
www.diplo.de/karriere-in-europa

Europäisches Amt für Personalauswahl

https://epso.europa.eu/home_de

Probetests des Europäischen Amtes für Personalauswahl

https://epso.europa.eu/how-to-apply/sample-tests_de

Büro Führungskräfte zu Internationalen Organisationen (BFIO)

Villemombler Straße 76
53123 Bonn
Tel. 0228/7131331
https://www3.arbeitsagentur.de

abi>> 09.04.2018

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