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Was ist eine NGO?

Eine Gruppe aus drei Frauen und zwei Männern sitzt an einem Tisch spielt ein Gesellschaftsspiel.
Bei der Arbeit für Nichtregierungsorganisationen - sogenannte NGOs - steht der soziale und gemeinnützige Zweck im Vordergrund.
Foto: Julien Fertl

Arbeitgeber NGO – Hintergrund I

Was ist eine NGO?

„Non-governmental organization“ – das steckt hinter der Abkürzung „NGO“. Tätig sind die Nichtregierungsorganisationen oft in sozialen Bereichen wie Menschenrechte, Gesundheit und Umweltschutz. Doch inwieweit unterscheiden sie sich von anderen Unternehmen? abi>> hat beim Dachverband Venro (Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V.) nachgefragt.

Der Begriff „Nichtregierungsorganisation“ sagt es bereits: NGOs sind private Organisationen. In Deutschland agieren sie oft als eingetragener Verein, Stiftung oder gemeinnützige GmbH. Insgesamt 8.976 NGOs registrierte die Bundeszentrale für politische Bildung im Jahr 2015. Was aber macht eine seriöse NGO aus? „Zunächst einmal Transparenz“, erläutert Venro-Geschäftsführerin Heike Spielmans. „Die Organisation sollte auf der Homepage oder auch in einem Jahresbericht veröffentlichen, was sie genau macht und mit ihrer Arbeit erreicht, wo finanzielle Mittel herkommen und wofür sie eingesetzt werden.“ Ein weiteres Kriterium ist die Trennung von Aufsicht und Leitung. „Hierzu sprechen wir als Verband klare Empfehlungen und Vorgaben für unsere Mitglieder aus.“

Non-Profit-Ansatz und Projektarbeit

Ein Porträt-Foto von Heike Spielmans

Heike Spielmans

Foto: Venro

Zu den Merkmalen einer NGO gehört der Non-Profit-Ansatz. Die Organisationen arbeiten also für einen gemeinnützigen Zweck und nicht für einen privatwirtschaftlichen Gewinn. „Non-Profit bedeutet jedoch keineswegs, dass man nicht effizient arbeiten müsste“, betont die Expertin. „Vielmehr müssen auch NGOs betriebswirtschaftlich handeln – zumal sie die große Aufgabe haben, Fördermittel einzuwerben und entsprechend einzusetzen. Sie sind zudem den Geldgebern gegenüber in der Rechenschaftspflicht und müssen daher sogar ganz besonders auf Effizienz achten.“

Bei vielen dieser Organisationen ist die Arbeit in Projekten Standard, denn oftmals sind Hilfsmaßnahmen aus organisatorischen Gründen oder wegen der finanziellen Mittel zeitlich begrenzt. Weil die Förderung durch private Mittel wie Spendengelder erfolgt, ist auch die Finanzierung durch professionelles Fundraising gerade bei größeren NGOs üblich. Die Projekte können ganz unterschiedliche Schwerpunkte haben. Sie setzen sich etwa für den Umweltschutz, die Demokratie oder Menschenrechte ein, unterstützen Flüchtlinge in Krisenregionen oder bauen Krankenhäuser in Entwicklungsländern auf.

Ein weiteres Kennzeichen ist die Herausforderung, die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen zu organisieren. „Wie umfangreich sich diese Aufgabe gestaltet, ist jedoch unterschiedlich“, sagt die Geschäftsführerin. „Positionen im Projektmanagement werden beispielsweise oft mit Hauptamtlichen besetzt, während sich in Aktions- oder Ortsgruppen eher Ehrenamtliche aktiv einbringen.“

Etwas „Sinnvolles“ machen

Wer sich für eine NGO als Arbeitgeber entscheidet, sollte sich mit ihren Zielen identifizieren können. „Bei NGOs spielt das eine noch stärkere Rolle als bei Unternehmen der freien Wirtschaft und wird oft auch explizit in Stellenausschreibungen verlangt“, erklärt Heike Spielmans. „Bewerber sollten also hinter dem Leitbild der NGO stehen. Die meisten Menschen, die in diesem Bereich arbeiten, tun es auch gerade deswegen – weil sie die Arbeit als sinnstiftend empfinden.“ Allerdings bedeutet dies oftmals, Abstriche beim Gehalt zu machen.

„Viele NGOs bezahlen deutlich weniger als große Arbeitgeber in der Wirtschaft, weil die Mittel begrenzt sind. Die Menschen arbeiten hier aus einer anderen Motivation heraus“, weiß die Expertin. Es gehe nicht darum, möglichst viel Geld zu verdienen. Auch wenn beispielsweise die Aufgaben in Entwicklungsländern anstrengende und emotional belastende Tätigkeiten sein können, sind sie für viele eine Bereicherung. „Hier kann man zu positiven Veränderungen beitragen – sei es auf politischer Ebene oder konkret vor Ort, wo Menschen geholfen wird“, erzählt sie. „So erreichen uns auch Anfragen von Menschen, die schon eine Karriere in der Wirtschaft hinter sich haben und sagen, sie möchten nun ‚etwas Sinnvolles‘ machen.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit bietet über 3.000 ausführliche Berufsbeschreibungen in Wort und Bild.
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Im Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit kannst du nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

KURSNET

Die Datenbank zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten der Bundesagentur für Arbeit listet mehr als 500.000 Bildungsangebote auf.
www.kursnet.arbeitsagentur.de

BERUFE.TV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit erleichtert mit mehr als 350 Filmen über Ausbildungs- und Studienberufe den Einstieg in die Berufsorientierung.
www.berufe.tv

NachhaltigeJobs.de

Auf der Job- und Karriereplattform werden Stellenanzeigen, Veranstaltungen und Artikel rund um Nachhaltigkeit, NGO und Umwelt veröffentlicht.
www.nachhaltigejobs.de

Venro e.V.

Der Dachverband der entwicklungspolitischen und humanitären NGOs in Deutschland hat das Ziel, die Globalisierung gerecht zu gestalten.
www.venro.org

Deutsche Welthungerhilfe e.V.

Die konfessionell und politisch unabhängige, gemeinnützige und nichtstaatliche Hilfsorganisation führt Projekte in Afrika, Lateinamerika und Asien durch.
www.welthungerhilfe.de

World Wide Fund For Nature (WWF)

Die Natur- und Umweltschutzorganisation setzt sich unter anderem für Nachhaltigkeit, biologische Vielfalt und die Eindämmung umweltschädigenden Verhaltens ein.
www.wwf.de

Terre des Femmes e.V.

Der gemeinnützige Verein macht sich für ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben von Mädchen und Frauen weltweit stark.
www.frauenrechte.de

abi>> 27.11.2017

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