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Vortanzen und andere Herausforderungen

Eine Tänzerin schnürt sich die Ballettschuhe.
Die Konkurrenz ist groß! Wer es auf die Bühne schaffen will, muss sich ordentlich ins Zeug legen.
Foto: Sonja Brüggemann

Berufe auf und hinter der Bühne

Vortanzen und andere Herausforderungen

Der Weg auf die Bühne führt oft über ein Studium, verbunden mit einem anspruchsvollen Aufnahmeverfahren. Hier werden großes Talent, die Bereitschaft, hart an sich zu arbeiten, und ein unbedingter Wille erwartet. In einigen Berufen kann auch eine Ausbildung oder der Quereinstieg Türen öffnen.

Alicia Ruben hat geschafft, wovon viele Jugendliche träumen: Sie studiert Bühnentanz an der Staatlichen Ballettschule Berlin, nun im fünften von insgesamt sechs Fachsemestern. „Ich habe als Kleinkind mit dem Tanzen begonnen und wusste damals schon, dass ich dies auch beruflich machen möchte“, begründet sie ihre Wahl. Bereits seit der fünften Klasse besucht die heute 18-Jährige die Ballettschule, an der man auch das Abitur machen kann. Tanzunterricht gehörte von Beginn an dazu. „In der zehnten Klasse hatten wir die Möglichkeit, die Zulassungsprüfung für das Bachelorstudium abzulegen, das in Kooperation mit der Hochschule für Schauspielkunst ‚Ernst Busch‘ durchgeführt wird.“

Zu der Zugangsprüfung mit Bewerbern aus der ganzen Welt gehörten intensive Darbietungen klassischer und moderner Variationen sowie ein schriftlicher Test zur Tanzgeschichte und -kultur. Alicia Ruben überzeugte und konnte das Studium parallel zu den noch verbleibenden Schuljahren beginnen. „Täglich haben wir Tanztraining in Fächern wie Repertoire, Pas de deux – also klassischem Paartanz –, Modern Dance, Contemporary Dance oder Improvisation“, erzählt sie. Im Wechsel dazu wird Theorie in spezifischen Fächern wie Fachanatomie und Tanztheorie erteilt, außerdem in den Abiturfächern wie Mathe, Deutsch und Englisch. Als Leistungskurse hat die 18-Jährige Tanz und Biologie gewählt. Schule und Studium werden außerdem von regelmäßigen Proben und Auftritten vor Publikum in Opernhäusern begleitet. Nach dem mit dem Abitur gepaarten Bachelorabschluss möchte Alicia Ruben hauptberuflich als Tänzerin arbeiten. „Ich könnte mich dabei auch in Richtungen wie Musical oder Modern Dance orientieren, möchte aber wohl erst einmal beim klassischen Ballett bleiben.“

Auf und hinter die Bühne mit Studium

Ein Porträt-Foto von Alicia Ruben

Alicia Ruben

Foto: Eileen Meyer

Viele, die in einem Bühnenberuf arbeiten, haben ein Studium absolviert. „Wer selbst aktiv auf der Bühne stehen möchte, kann zum Beispiel konkret Schauspiel studieren, um am Sprechtheater arbeiten zu können“, sagt Katrin Mey von der Jugendberufsagentur Berlin. „Studiengänge wie Bühnentanz oder Gesang wiederum bereiten darauf vor, beim Musiktheater mitzuwirken, also unter anderem bei Opern oder Musicals.“ Der Studiengang Darstellendes Spiel bereitet auf Aufgaben in der Theaterpädagogik vor und lässt sich auch mit einem Lehramtsstudium verbinden.

Wer eine Inszenierung mit entwickeln möchte, könnte sich für Regie, Dramaturgie oder Choreografie entscheiden – Studiengänge, die an zahlreichen Hochschulen in Deutschland angeboten werden. Hinzu kommen handwerklich oder technisch ausgerichtete Studiengänge wie Bühnenbild, Kostüm und Maske oder Veranstaltungstechnik – sie sind interessant für alle, die für das Theater brennen, aber lieber im Hintergrund wirken möchten. Und dann gibt es noch „exotische“ Studienfächer wie beispielsweise zeitgenössische Puppenspielkunst an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin, Figurentheater an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart oder Szenisches Schreiben an der Universität der Künste in Berlin.

Ein hart umkämpfter Bereich

Bundesweit ist der Bereich hart umkämpft. „Besonders bei den Berufen auf der Bühne stehen viele Bewerber nur wenigen Studienplätzen gegenüber“, gibt die Berufsberaterin zu bedenken. Wer es an einer der Hochschulen schaffen will, muss sich ordentlich ins Zeug legen und in der Regel eine Aufnahmeprüfung bestehen. „An den staatlichen Hochschulen ist der Andrang oft besonders groß, für ein Studium an privaten Bildungseinrichtungen sind oft hohe Gebühren fällig.“

Ausbildung am Theater

Alternativ bietet sich besonders für die Berufe hinter der Bühne eine duale oder schulische Berufsausbildung an. Einige davon sind konkret auf Theater oder Events im Allgemeinen ausgerichtet, etwa Berufe wie Bühnenmaler/in, Maskenbildner/in oder Fachkraft für Veranstaltungstechnik. Bei anderen kann man sich (zunächst) breiter aufstellen, etwa im Handwerk. „So könnte man sich also auch für eine Ausbildung zum Zimmerer oder Schneider entscheiden und dann versuchen, in einer Theaterwerkstatt unterzukommen“, nennt Katrin Mey ein Beispiel. „Ohnehin gibt es in diesem Bereich auch einige Quereinsteiger, wie etwa Physiotherapeuten beim Ballett oder IT-Fachkräfte, die an der hauseigenen Internetpräsenz mitwirken.“ Unterschiedlich gestaltet sich der Zugang zu Bühnenberufen wie Dramaturg/in, Intendant/in oder Souffleur/in, die teils auch mit Weiterbildung zu erreichen sind. Sie setzen neben einem passenden Studium oder entsprechender Erstausbildung einschlägige Praxiserfahrungen voraus (siehe hierzu auch die Berufsübersicht).

In jedem Fall ist es sinnvoll, schon vor dem Studium oder währenddessen Bühnenluft zu atmen. „Neben Hospitanzen und Praktika kann auch eine Tätigkeit als Statist oder Komparse beim Film Einblicke in Regie und Schauspiel gewähren“, gibt Katrin Mey einen Tipp. „Solche Jobs werden etwa über die ZAV Künstlervermittlung der Bundesagentur für Arbeit angeboten.“

abi>> 15.02.2016

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