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Applaus für Ideen und große Leistungen

Schauspieler auf der Bühne
Auf der Bühne stehen und das Publikum mit seiner Darbietung verzaubern - das ist der Traum eines jeden Künstlers.
Foto: Ria Kipfmüller

Berufe auf und hinter der Bühne

Applaus für Ideen und große Leistungen

Ob Schauspiel, Oper, Musical, Tanz oder Performance: Zu einer gelungenen Vorstellung tragen viele bei. Neben den Künstlern, die auf der Bühne stehen und vom Publikum beklatscht werden, sorgt eine ganze Menge Menschen auch im Hintergrund dafür, dass es eine gelungene Vorstellung wird.

Einer, der dem Publikum meist verborgen bleibt und doch das Geschehen auf der Bühne prägt, ist David Bloom (34). Der freiberufliche Choreograf inszeniert vor allem Live-Performances und wählt dafür gern ungewöhnliche Orte, zu denen auch mal eine Sauna gehören kann. „Ich bin wohl ein gutes Beispiel für die zeitgenössische Berliner Arbeitsweise“, erklärt er. Die Bewegungen gibt er nicht vor, sondern entwickelt sie aus der Situation heraus mit den beteiligten Tänzern. „Dabei verschwimmen die Rollen. Es entsteht ein gemeinsames Stück und ich habe meist eine eher organisierende Funktion.“ Während der Proben legt er Spielregeln fest, den sogenannten Improvisationsscore. Innerhalb dieser Struktur kann das Ensemble frei agieren. „Es lässt sich mit Fußball vergleichen, wo die Spielregel, vereinfacht gesagt, elf gegen elf lautet. Ziel ist, den Ball ins gegnerische Tor zu bringen, doch die Bewegungen entstehen spontan und so ist jedes Spiel anders.“

Um in der Selbstständigkeit bestehen zu können, verbringt David Bloom oft mehr Zeit am Computer als im Tanzstudio, beantragt staatliche und private Fördermittel, verhandelt mit Vermietern oder holt Spielstättenbescheinigungen ein. „Man muss durchaus bodenständig sein in diesem Beruf.“ Der Wahl-Berliner, dessen Eltern aus New York stammen, studierte „Zeitgenössischen und klassischen Tanz“ an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, arbeitete dann vier Jahre als Bühnentänzer und legte noch den Masterstudiengang „Choreografie“ am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT) nach. „Das Studium hat mir auch die Zeit und den Raum gegeben, meinen eigenen künstlerischen Stil zu prägen.“

Teamwork wird großgeschrieben

Ein Porträt-Foto von David Bloom

David Bloom

Foto: Privat

Bühnenberufe lassen sich zunächst grob in zwei Gruppen einteilen. Einen Überblick skizziert Katrin Mey, Berufsberaterin für Abiturienten bei der Jugendberufsagentur Berlin in Marzahn-Hellersdorf: „Es gibt diejenigen, die auf der Bühne stehen und dem Publikum gegenübertreten und diejenigen, die vorab für einen gelungenen Auftritt oder im Hintergrund für reibungslose Abläufe sorgen. Dabei arbeitet man jedoch sehr eng zusammen. Wer zum Theater möchte, sollte also Teamwork lieben.“ Zur ersten Gruppe zählen Schauspieler, Musical-Darsteller, Sänger, Tänzer, Kabarettisten, Komiker und Puppenspieler. Zur zweiten Gruppe gehören unter anderem Bühnenbildner, Choreografen, Dirigenten, Fachkräfte sowie Ingenieure für Veranstaltungstechnik, Intendanten, Korrepetitoren, Kostümbildner, Bühnenmaler, Theaterpädagogen, Theaterwissenschaftler, Tonmeister und Toningenieure (siehe hierzu auch die Berufsübersicht).

Feststellen, wo die „Messlatte“ hängt

Durchsetzungsvermögen und ein eiserner Wille sind häufig entscheidend. „Viele Ratsuchende möchten gern ihr Talent oder eine Leidenschaft für Künstlerisches ausleben, sorgen sich aber, ob sie es schaffen können“, schildert die Beraterin. Sie rät in solchen Fällen, sich der Sache mit voller Energie zuzuwenden und dabei selbstkritisch zu bleiben. „Besonders bei den Berufen auf der Bühne ist die Konkurrenz groß, man muss sich intensiv auf Eignungstests für Studienplätze vorbereiten und riskiert trotzdem nicht genommen zu werden.“ Darum empfiehlt sie auch, sich vorab ein persönliches Bild von der Hochschule und dem favorisierten Studiengang zu machen. „So lässt sich feststellen, wie hoch die Messlatte hängt, wo man sich selbst einordnen würde und wie man sich darauf vorbereiten kann“ (siehe hierzu auch „Vortanzen und andere Voraussetzungen“).

Die Beschäftigungsarten sind bei Bühnenberufen unterschiedlich: Neben Festanstellungen sind freie Tätigkeiten weit verbreitet. Theater vergeben an Schauspieler in der Regel befristete Engagements, die nach der jeweiligen Spielzeit verlängert werden können – spätestens mit einem Wechsel des Intendanten ist dies aus künstlerischen Gründen oft der Fall. „Auch arbeitet man in diesem Berufen auf und hinter der Bühne meist gerade dann, wenn andere frei haben oder Ferien machen“, sagt Tom Wolter, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverband Freie Darstellende Künste e.V. (vormals: Bundesverband Freier Theater).

Möglichst früh Praxisluft schnuppern

Ein Porträt-Foto von Tom Wolter

Tom Wolter

Foto: Anja Beutler

Was die Beschäftigungsverhältnisse angeht, ist nach seiner Einschätzung eine positive Tendenz zu verzeichnen. „In den letzten zehn Jahren hat sich einiges getan, bereits dadurch, dass wir auch stark in den kulturellen Bildungsbereich und die Stadtentwicklung eingebunden sind. So sind arbeitnehmerähnliche und freiberufliche Beschäftigungsfelder entstanden. Kompetenzen und hintergründiges Wissen sind in allen Theaterbereichen gefragt, sei es im Ensemble, in der Technik, im künstlerischen Handwerk oder im Büro.“ Sein Tipp: Möglichst früh Praxisluft schnuppern, etwa beim Schulfach Darstellendes Spiel, als Praktikant oder Hospitant beim Theater. „Solche Erfahrungen sind kaum zu ersetzen. Sie schaffen Verständnis für die Welt der Bühnen, was etwa auch bei Verwaltungsaufgaben von Vorteil ist.“ Der mit der Bundesagentur für Arbeit kooperierende Verband engagiert sich auch im Bereich Weiterbildung und bietet Beratungen an. „Interessierte sollten sich am besten an einen unserer 16 Landesverbände wenden. Die Kontaktinformationen finden sie über die Homepage des Bundesverbands Freie Darstellende Künste.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: z.B. Bühne, Schauspiel, Veranstaltungstechnik)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

http://www.jobboerse.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen. (Suchwort: z.B. Bühne)
www.kursnet-finden.arbeitsagentur.de

Deutscher Bühnenverein

www.buehnenverein.de

Bundesverband Freie Darstellende Künste e.V.

(vormals Bundesverband Freier Theater)
www.freie-theater.de

Bundesverband Schauspiel e.V.

www.bffs.de

Interessensverband Deutscher Schauspieler e.V.

www.ids-ev.eu

Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer e.V.

www.vdoper.de

Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik

www.vplt.org

 

abi>> 15.02.2016

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