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In Bewegung bleiben

In einer Sporthalle wurde ein Squashnetz aufgebaut
Den Hörsaal in die Sporthalle verlagern? In sportwissenschaftlichen Studiengängen verbringen die Studierenden einen großen Teil ihrer Zeit beim Training.
Foto: Martin Rehm

Berufe, die bewegen

In Bewegung bleiben

Fitnesskurse abhalten, Trendsportarten etablieren, Sportevents organisieren oder Sportgeräte entwickeln: Rund um Sport und Bewegung gibt es eine große Bandbreite an beruflichen Möglichkeiten.

Gewichtheben, Sprinten, Turnen – beim Trendsport CrossFit wird alles trainiert: Kraft und Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit. Die Übungen sind genauso schweißtreibend wie ihre Namen es vermuten lassen: „Kettlebell Swing“ oder „Muscle-up“. Franz Oeppert, der seit seiner Jugend intensiv Ringen und Kick-Boxen trainiert, weiß genau, worauf es bei solchen Übungen ankommt. Da sich der 25-Jährige ein Leben ohne Sport nicht vorstellen kann, machte er seine Leidenschaft zum Beruf und entschied sich, Präventions-, Rehabilitations- und Fitnesssport an der TU Chemnitz zu studieren. Im Master setzte er dann „Gesundheits- und Fitnesssport“ – ebenfalls an der TU Chemnitz – drauf: „Fitnesssport liegt mir am meisten“, erzählt er.

Ein Porträt-Foto von Franz Oeppert

Franz Oeppert

Foto: privat

In den vier Mastersemestern befasst er sich unter anderem mit Sportmedizin, körperlicher Leistungsdiagnostik und Trainingswissenschaften. Aber auch betriebliche Gesundheitsförderung, Bewegungstrends, gesellschaftliche Entwicklungen und betriebswirtschaftliche Grundlagen werden thematisiert. „Es geht um vielfältige Sport- und Bewegungsangebote für Kinder, Erwachsene und Senioren, sowohl im Gesundheits-, Breiten- als auch im Leistungssport“, beschreibt Franz Oeppert. Der Studiengang bereitet die Absolventen auf konzeptionelle Arbeiten vor: Wie kann man Mitarbeiter, die längere Zeit krank waren, wieder ins Unternehmen integrieren? Wie kann man Präventionskurse in den Betriebsalltag einbinden? In Fitnessstudios geben sie nicht nur Kurse, sondern betreuen das Qualitätsmanagement und erheben etwa Marktanalysen: Was macht die Konkurrenz, was können wir verbessern?

Zwischen Sporthalle und Hörsaal

„In den vergangenen Jahren ist eine enorme Vielfalt an Studien- und Weiterbildungsmöglichkeiten entstanden, die sich mit Sport und Bewegung befassen“, weiß Mandy Rusch, Beraterin für akademische Berufe der Agentur für Arbeit Leipzig. Sport- beziehungsweise Bewegungswissenschaften an einer Universität zu studieren, ist nach wie vor ein Klassiker. „Das ist ein breit angelegtes, interdisziplinäres Studienfach“, erklärt die Beraterin.

Ein Porträt-Foto von Mandy Rusch

Mandy Rusch

Foto: privat

Auch wenn viele berufliche Tätigkeiten später keine herausragenden sportlichen Leistungen voraussetzen, wie etwa die Arbeit in einem Rehazentrum oder im Verbandsmanagement, gehört hartes Training zum Bachelorstudium. „Der Eignungstest, der an den Universitäten unterschiedlich gestaltet ist, gibt meist schon einen guten Vorgeschmack, ob einem das liegt“, meint Mandy Rusch. Ihr Tipp: Die Eignungsprüfung ein Jahr vor dem Abitur absolvieren: „Dann kollidiert das nicht mit den Abiturprüfungen und man hat einen ersten Eindruck von dem, was einem im Studium erwartet.“

Eine Spezialisierung erfolgt dann oft im Master. Die Auswahl ist groß: Prävention, Reha, Leistungssport, Fitness, Ernährung, Psychologie, Management und Organisation oder auch Gerätetechnik. Wer bereits einen konkreten Berufswunsch hat, kann sich natürlich auch schon im Bachelor spezialisieren. „Es gibt auch viele private Anbieter auf dem Markt, deren Angebote jedoch mit Kosten verbunden sind. Hier sollte man sich gut beraten lassen und überlegen, was man konkret erreichen möchte“, betont Mandy Rusch.

Sportliche Ausbildungen

Bei den Ausbildungsberufen sind unter anderem die Sport- und Fitnesskaufleute zu nennen (Lies auch die Reportage "Sportliche Impulsgeberin"). „Welche Aufgaben man ausführt, hängt oft von der Organisation des Fitnessstudios ab. Manche übernehmen selbstständig Kurse oder erstellen neue Angebote, andere werden in erster Linie für die Mitgliederbetreuung an der Theke eingesetzt.“ Bei den Sportfachleuten ist der kaufmännische Anteil nicht ganz so hoch: „Diese Ausbildung ist eher auf Vereinstätigkeiten ausgerichtet“, weiß Mandy Rusch. Eine weitere Alternative ist die Ausbildung zum Physiotherapeuten, die vielfältige Einsatzmöglichkeiten im Sport- und Bewegungsbereich bietet.

Nach einem Studium oder einer Ausbildung gibt es viele Weiterbildungsmöglichkeiten, etwa Trainerlizenzen, Trendsportarten, Coaching oder Ernährungsberatung. „Wichtig ist, dass man auf die Qualität der Weiterbildung achtet, etwa auf staatlich anerkannte und landesrechtlich geregelte Weiterbildungen“, betont die Beraterin und nennt als Beispiel den Sportphysiotherapeuten, der vom Deutschen Olympischen Sportbund angeboten wird.

Fitness liegt im Trend

Das wachsende Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung schlägt sich merklich auf den Arbeitsmarkt für Sport und Fitness nieder. „Bei Berufen, die unmittelbar dem Bereich Sport und Fitness zuzuordnen sind, wächst die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ebenso wie die Nachfrage“, berichtet Ilona Mirtschin von der Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. „Das betrifft Sportlehrer, Fitnesstrainer sowie Sport- und Fitnesskaufleute und Sportmanager. Die Zahl der Arbeitslosen ist – mit Ausnahme der Fitnesstrainer – rückläufig.“

Mit Blick auf Psychologen, Therapeuten und Rehabilitationspädagogen zeigt sich ebenfalls eine positive Arbeitsmarktentwicklung: „Jedoch gibt es in diesen Berufen neben den auf Sport ausgerichteten Tätigkeiten weitere Spezialisierungen, sodass die allgemeine positive Entwicklung nicht ausschließlich dem Sport zugeordnet werden kann.“

Weitere Informationen

berufsfeld-info.de
Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung
www.berufsfeld-info.de

 

BERUFENET
Netzwerk der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild
www.berufenet.arbeitsagentur.de

 

studienwahl.de
Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

 

Sport-studieren.de
Das Portal bietet einen Überblick über Studienmöglichkeiten im Sportbereich.
www.sport-studieren.de

 

Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) e.V.
www.dosb.de

 

Deutscher Sportlehrerverband
www.dslv.de

 

Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft e.V. (dvs)
www.sportwissenschaft.de

 

Verband für Sportökonomie und Sportmanagement in Deutschland
http://vsd-online.de

abi>> 23.11.2018

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