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Langweilig wird es nie

Eine Frau hilft einem Mann im Rollstuhl in den Bus.
Behindertenhilfe hat viele Facetten und bietet beruflich verschiedene Möglichkeiten.
Foto: Martin Rehm

Berufe in der Behindertenhilfe – Statements

Langweilig wird es nie

Was wird von jungen Menschen erwartet, die in der Behindertenhilfe arbeiten möchten? Wie können Interessierte sich orientieren und wie gelingt der Berufseinstieg? abi>> hat Personalverantwortliche aus Einrichtungen, in denen Menschen mit Behinderungen betreut werden, befragt.

Stefan Bolz, Leiter des Kompetenzzentrums berufliche Bildung der Lebenshilfe Gießen e.V. in Pohlheim:

Ein Porträt-Foto von Stefan Bolz

Stefan Bolz

Foto: privat

„In unserer Einrichtung erfahren Menschen mit Behinderungen eine berufliche Orientierung und Qualifizierung. Hauptvoraussetzung für unsere Mitarbeiter ist die Bereitschaft, mit Menschen mit Behinderungen arbeiten zu wollen und die dafür erforderliche Persönlichkeit einzubringen. Ich empfehle Interessierten, nach dem Schulabschluss zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Behindertenhilfe abzuleisten. Junge Menschen stellen dabei sehr schnell fest, ob sie später in diesem Bereich arbeiten möchten oder nicht.
Wir haben derzeit mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen. Dabei bietet der soziale Bereich vielfältige berufliche Perspektiven. Auch wenn man im Vergleich zu anderen Berufsfeldern eine geringere Entlohnung in Kauf nehmen muss, erlebt man hier einen wertschätzenden Umgang. Diese Form des Miteinanders bereichert beide Seiten.“

Helena Scherer, Regionalleiterin der Tiele-Winckler-Haus GmbH in Berlin:

Ein Porträt-Foto von Helena Scherer

Helena Scherer

Foto: privat

„Wir freuen uns über alle, die sich für die schönen und abwechslungsreichen Aufgaben in unserer Einrichtung interessieren. Der Fachkräftemangel macht sich auch bei uns bemerkbar, daher gibt es für gut ausgebildete Menschen viele Möglichkeiten. Zu unseren Mitarbeitern gehören vor allem Heilerziehungspfleger, aber auch Altenpfleger, Erzieher und Sozialpädagogen. Zunächst einmal Reinschnuppern ist wichtig. Wir bieten Praktika an, zudem ist es bei uns möglich, als Aushilfe zu arbeiten oder berufsbegleitend eine Ausbildung zu machen.
Von Bewerbern und Bewerberinnen erwarten wir, dass sie Lust haben, sich auf Menschen mit geistiger Behinderung einzulassen. Sie müssen offen kommunizieren und reflektieren können, kreativ und zuverlässig sein. Auch auf Gelassenheit und Geduld kommt es an, denn Entwicklungen erfolgen hier meist in kleinen Schritten. Aber man kann sehr viel von unseren Bewohnern lernen, wenn man sich auf sie einlässt und erkennt, dass auch sie ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft sind.“

Jürgen Nagel, Stellvertretender Direktor Deutsche Blindenstudienanstalt e.V. (blista) in Marburg:

Ein Porträt-Foto von Jürgen Nagel

Jürgen Nagel

Foto: privat

„In der Rehabilitation von und für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen ist die Qualifizierung von Fachkräften eine große Herausforderung. Von jungen Menschen, die in diesem speziellen Aufgabengebiet arbeiten möchten, erwarten wir vor allem persönliches Engagement, eine gute Selbstorganisation im Lernen und Arbeiten, die Fähigkeit zur Selbstreflexion und ein hohes Verantwortungsbewusstsein. Auch Flexibilität – gedanklich, zeitlich und räumlich – sowie Neugierde und Lust am lebenslangen Lernen bringen einen in diesem Bereich weiter.
Interessierte Abiturienten sollten vor einer grundlegenden Berufsausbildung, die für die Weiterbildung vorausgesetzt wird, ein Freiwilliges Soziales Jahr, einen Bundesfreiwilligendienst, Praktika oder ehrenamtliches Engagement nutzen, um sich mit dem besonderen Arbeitsfeld vertraut zu machen. Erwarten darf man vielfältige Arbeitsgebiete – sei es angestellt in einer Spezialeinrichtung oder bei einer freiberuflichen Tätigkeit. Das Berufsfeld bietet Interdisziplinarität und abwechslungsreiche Arbeit mit verschiedenen Zielgruppen und vor allem ein hohes Maß an persönlicher Zufriedenheit mit einer pädagogischen Arbeit, die sich als Einzelunterricht an den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Klienten orientiert.“

abi>> 17.09.2018

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