Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Drei Zimmer, Küche, Bad

Architekturstudentin baut ein Modell.
In den letzten Jahren ist der Bedarf an Akademikern und qualifizierten Fachkräften in der Immobilienbranche gestiegen.
Foto: Martin Rehm

Berufe in der Immobilienbranche

Drei Zimmer, Küche, Bad

Die Immobilienbranche boomt: Viele setzen in Zeiten niedriger Zinsen auf „Betongold“, wie Wohnungen und Häuser in der Investorensprache genannt werden. Gute Nachrichten also für alle, die beruflich in diesem Bereich tätig werden wollen. Die Beschäftigungsmöglichkeiten für Abiturienten sind vielfältig: Berufe gibt es etwa bei der Planung, beim Bau, bei der Vermittlung, Verwaltung und Bewertung von Immobilien.

In den Vorlesungen und Seminaren des Architektur-Studiengangs an der Hochschule Augsburg wird den Studierenden technisches Verständnis, kreatives Denken und räumliche Vorstellungskraft vermittelt. Sie durchlaufen die Themengebiete Entwurf und Gestaltung, Konstruktion, Städtebau sowie Bauen im Bestand. Tobias Rößner studiert hier im sechsten Semester und kennt den Ablauf: „Anfangs zeichneten wir viel mit der Hand, ab dem dritten Semester auch mit CAD-Programmen am Computer“, erzählt der 26-Jährige. Während des Studiums arbeitet er oft an fünf bis sechs Projekten gleichzeitig. „Manche davon fordern viel Vorstellungsvermögen, weil sie rein hypothetisch sind. Andere, vor allem bei Kooperationen mit Firmen oder Kommunen, haben einen realen Hintergrund.“ Zum Beispiel haben die Studierenden für die Stadt Füssen ein Industriegebiet geplant.

Aktuell absolviert Tobias Rößner ein Praxissemester beim Automobilkonzern BMW in der Abteilung, die für die Liegenschaften des Unternehmens zuständig ist. „Hier werden beispielsweise neue Strukturen für die Werke geplant“, erklärt er. Nach dem Bachelorabschluss will er ein Masterstudium mit dem Schwerpunkt Städtebau aufnehmen – den er auch für seine Bachelorarbeit gewählt hat.

Viele Wege führen in die Immobilienbranche

Ein Porträt-Foto von Tobias Rößner

Tobias Rößner

Foto: Jonas Gläßer

Ein Architekturstudium ist nur ein Weg in einen Beruf, der sich mit Immobilien befasst. Manuela Stock, Berufsberaterin in der Arbeitsagentur München, nennt weitere: „Es gibt beispielsweise sehr viele Bachelor- und Masterstudiengänge der Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Immobilien. Darüber hinaus könnte man auch Immobilienmanagement, Bauingenieurwesen oder Facility-Management studieren. Absolventen haben vor allem in größeren Unternehmen mit eigenen Immobilien Einstiegschancen.“ Betriebswirte mit dem Schwerpunkt Immobilien planen, organisieren und überwachen Immobilienkäufe und -verkäufe. Bauingenieure planen und berechnen Baumaßnahmen und leiten deren Ausführung. Ingenieure für Gebäudetechnik und Facility-Management kümmern sich um die versorgungs-, sicherheits- oder kommunikationstechnischen Anlagen in Bürogebäuden, Einkaufszentren oder Krankenhäusern. Architekten planen und entwerfen Gebäude und begleiten deren Bau. Als Bausachverständige beurteilen und bewerten sie Immobilien und erstellen Gutachten.

Wer lieber mit einer Ausbildung ins Berufsleben startet, kann etwa Immobilienassistent, Immobilienkaufmann oder Bauzeichner werden. Aber auch mit Ausbildungen, die den Weg in viele Branchen öffnen, kann man anschließend etwas in diesem Bereich machen. „Viele Spezialisten und Fachkräfte werden speziell in diesem Bereich ausgebildet und üben unter anderem technische oder kaufmännische Tätigkeiten aus. Aber auch viele Bürofachkräfte sind hier beschäftigt“, erklärt Susanne Lindner, Arbeitsmarktexpertin bei der Bundesagentur für Arbeit. So erledigen Kaufleute für Büromanagement etwa auch kaufmännische Aufgaben in Immobilienunternehmen, Kaufleute für Versicherungen und Finanzen beraten und betreuen private und gewerbliche Kunden auch in Versicherungsfragen rund um Gebäude oder klären Finanzierungsfragen.

Das Bestellerprinzip

Für Immobilienmakler, die in der Regel über eine kaufmännische Aus- oder Weiterbildung oder ein entsprechendes Studium in den Beruf starten, hat sich 2015 einiges geändert. Bisher war es häufig so, dass Vermieter Makler mit der Suche nach geeigneten Mietern beauftragten, die künftigen Bewohner aber für die Courtage aufkommen mussten. Seit dem 1. Juni gilt das sogenannte Bestellerprinzip, das besagt, dass grundsätzlich derjenige die Provision für die Wohnungsvermittlung bezahlt, der den Makler bestellt. Allerdings gilt das Gesetz nur für den Mietmarkt – Wohnungskäufe und -verkäufe sind davon nicht betroffen. Wie und ob sich diese Neuerung auf die Beschäftigungsverhältnisse der Immobilienmakler auswirken wird, bleibt abzuwarten.

Die Hälfte der Wohneinheiten wird vermietet

Aktuell hat die Immobilienbranche viele Beschäftigte: „Jeder zehnte Arbeitnehmer in Deutschland hat im weitesten Sinne etwas mit Immobilien zu tun“, sagt Carolin Hegenbarth, Geschäftsführerin des Immobilienverbands Deutschland (IVD) Nord, der Immobilienmakler, -verwalter und -sachverständige vertritt. Die Grundstücks- und Wohnungswirtschaft macht einen jährlichen Umsatz von 250 Milliarden Euro (inklusive Mieten). Die meisten Mitarbeiter beschäftigten sich mit der Verwaltung und Vermietung von Immobilien. Von den rund 40 Millionen Wohneinheiten in Deutschland wird etwa die Hälfte vermietet.

Laut der Bundesagentur für Arbeit stehen die Chancen für Bewerber in dieser Branche gut: „Die Beschäftigung im Grundstücks- und Wohnungswesen ist zuletzt leicht gewachsen“, berichtet Arbeitsmarktexpertin Susanne Lindner. 2014 gab es 232.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosigkeit ist leicht zurückgegangen und befindet sich auf einem niedrigen Niveau. „Da die Branche immer professioneller und internationaler wird, steigt der Bedarf an Akademikern und qualifizierten Fachkräften wie Immobilienkaufleuten oder -fachwirten. Quereinsteiger gibt es heute nur noch selten“, sagt Carolin Hegenbarth.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Immobilienmakler/in, Bauingenieur, Immobilien etc.)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

http://www.jobboerse.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Immobilienverband Deutschland IVD

www.ivd.net

BVFI – Bundesverband für die Immobilienwirtschaft

www.praxisverband.de

BVI – Bundesfachverband der Immobilienverwalter e.V.

http://bvi-verwalter.de

Bundesverband Deutscher Bausachverständiger

www.bbausv.de

Verband der Bausachverständigen Deutschlands e.V.

www.vbd-ev.de

Verband Deutscher Architekten (VDA)

http://vda-architekten.de

Bund Deutscher Architekten (BDA)

www.bda-bund.de

abi>> 05.10.2015

weitere beiträge

  • zu BERUFE.TV (Öffnet sich in neuem Fenster)
  • zu den abi>> Podcasts