Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Im Einsatz für andere Menschen

Feuerwehrleute eilen an Einsatzfahrzeug vorbei.
Bei Bränden, Unfällen oder Überschwemmungen eilt die Feuerwehr zum Ort des Geschehens.
Foto: Martin Rehm

Berufe mit Blaulicht

Im Einsatz für andere Menschen

Blaulicht verbindet man mit schlimmen Ereignissen – aber auch mit Menschen, die Rettung in der Not bringen. Doch nicht nur bei der Polizei oder im Rettungswagen eröffnen sich beruflich Wege, um anderen in Notfällen zu helfen.

Deborah Blaaß war erst vier Jahre alt, als es passierte: Bremsen quietschten, ein Knall, Blaulicht – sie hatte zusammen mit ihrer Mutter einen Autounfall. Auch die Polizei war da. „Einer der Beamten hat sich besonders um mich gekümmert. In dem Moment habe ich verstanden, dass Polizisten etwas Gutes bewirken“, erinnert sich die 26-Jährige.

Inzwischen ist sie selbst Polizeikommissarin. Bei der Autobahnpolizei Braunschweig ist sie für ein 188 Kilometer umfassendes Streckennetz zuständig. Zusammen mit Kollegen ist sie unterwegs, um Unfälle aufzunehmen, liegengebliebene Fahrzeuge zu sichern, PKW und LKW zu kontrollieren oder sich um die Sicherheit auf der Straße zu kümmern: „An Unfallschwerpunkten überwachen wir Geschwindigkeit und Sicherheitsabstände mit einem zivilen Funkwagen, dem sogenannten Provida-Fahrzeug.“

Ruhe bewahren in kritischen Momenten

Ein Porträt-Foto von Deborah Blaaß

Deborah Blaaß

Foto: Tessarzik, POK

Unangenehme Situationen entstehen, wenn etwa Verkehrssünder mit ihrem Delikt konfrontiert werden. „Manche lassen es einen dann schon spüren, dass sie die Polizei nicht leiden können“, sagt Deborah Blaaß. „Damit muss man ebenso souverän umgehen können wie mit der Tatsache, dass einen an Unfallorten schreckliche Bilder erwarten können. Doch es gibt auch positive Momente. Gerade bei Unfällen sind die Menschen oft sehr dankbar, wenn wir eintreffen.“

Auf die unterschiedlichen Herausforderungen wurde die Polizistin während der Ausbildung vorbereitet. Nach dem Abitur studierte sie drei Jahre lang an der Polizeiakademie Niedersachsen (in Hann. Münden) und konnte mit dem Bachelorabschluss direkt in den gehobenen Dienst einsteigen. „Ich war erst ein Jahr lang bei der Bereitschaftspolizei bis ich zum Autobahnpolizeikommissariat Braunschweig kam. Für die Zukunft könnte ich mir gut vorstellen, als Einsatzführerin noch mehr Verantwortung zu übernehmen“, erzählt Deborah Blaaß.

Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst

„Für die Polizei interessieren sich viele, die zu uns in die Berufsberatung kommen“, sagt Beate Ebbinghaus von der Agentur für Arbeit Hamburg. In der Metropole gehören Blaulichteinsätze zum Alltag, sei es, wenn für Sicherheit im Fußballstadion gesorgt wird sowie bei Verkehrsunfällen oder Verbrechen aller Kategorien.

„Nah am Geschehen sind natürlich Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste“, erläutert die Berufsberaterin. „Je nach Interesse bieten sich Varianten an wie die Wasserschutzpolizei oder die Bundespolizei, die unter anderem den Grenzschutz, Bahn- und Luftsicherheit, die Küstenwache oder die Spezialeinheit GSG 9 umfasst.“ Wer professionell bei der Feuerwehr aktiv werden möchte, kann zur Berufsfeuerwehr gehen oder bei einer Werkfeuerwehr, zum Beispiel auf einem Flughafen, zum Brandschutz beitragen. (Mehr darüber erfährst du im Beitrag „Fokussiert sein auch in brenzligen Situationen“.)

Viele dieser Berufe haben eine duale oder schulische Ausbildung zur Grundlage. Notfallsanitäter etwa werden an Berufsfachschulen ausgebildet. Der Zugang zum Beruf des Feuerwehrmanns kann über eine duale Ausbildung erfolgen oder über eine Beamtenausbildung im öffentlichen Dienst. Der Einstieg bei der Polizei ist nur im öffentlichen Dienst möglich, entweder über eine Ausbildung oder ein Studium. Das hängt davon ab, ob man in den mittleren oder gehobenen Dienst einsteigen möchte, der in einigen Bundesländern mittlerweile in die Laufbahngruppen 1 und 2 beziehungsweise in vier verschiedene Qualifikationsebenen übergegangen ist.

Im Hintergrund aktiv

Doch es gibt noch weitere Berufe, in denen man Menschen in Not helfen kann (siehe auch „Berufe mit Blaulicht“), zum Beispiel solche, in denen man auch mit Notfällen und Kriseneinsätzen zu tun hat, aber eher administrativ oder vor- und nachbereitend arbeitet. Beate Ebbinghaus nennt einige Beispiele: „Dazu gehören forensische Psychologen oder Profiler, die Kriminalfälle analysieren. Außerdem Fachärzte der Rechtsmedizin oder Ingenieure im Rettungswesen, die den Einsatz von Rettungskräften, Ausrüstung und Hilfsgütern planen und koordinieren.“ (Mehr darüber erfährst du im Beitrag „Gefahren bekämpfen und verhindern“.) Auch in Bereichen wie Katastrophen- und Zivilschutz, Sicherheitsmanagement, Immissions- und Gewässerschutz, Arbeits- und Betriebssicherheit oder bei der Brandursachenermittlung und Risikoanalyse gibt es berufliche Möglichkeiten.

Verschiedene Bachelor- und Masterstudiengänge dienen als Wegbereiter, etwa Rettungsingenieurwesen, Rescue Management, Internationale Not- und Katastrophenhilfe, oder Risiko- und Sicherheitsmanagement (siehe auch „Zur Seite stehen in Not und Leid“). Teils werden Studiengänge wie diese nur von einzelnen Hochschulen angeboten, darunter auch private, bei denen in der Regel Studiengebühren anfallen.

„Teamplayer sind gefragt“

Als eine Grundvoraussetzung, die man für eine Tätigkeit im Notfallbereich mitbringen sollte, nennt Berufsberaterin Beate Ebbinghaus körperliche und psychische Belastbarkeit. „Viele dieser Berufe sind verbunden mit der potenziellen Gefährdung des eigenen Lebens, mit traumatisierenden Momenten, Schichtdiensten und unregelmäßigen Arbeitszeiten. Eine gehörige Portion Überzeugung und Motivation gehören daher dazu“, betont sie.

Ein Porträt-Foto von Karl-Heinz Knorr.

Karl-Heinz Knorr

Foto: Feuerwehr Bremen

„Anderen Menschen zu helfen, ist tief in jedem von uns verwurzelt“, sagt Karl-Heinz Knorr, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes. „Nicht ohne Grund engagieren sich mehr als eine Million Frauen und Männer in den Feuerwehren, davon rund 46.000 hauptamtlich.“ Voraussetzung sei hier – wie wohl auch in vielen anderen Blaulicht-Berufen – neben einer überdurchschnittlichen Sportlichkeit und einer stabilen Psyche vor allem Teamfähigkeit. „Ohne diese Eigenschaft geht es gar nicht, denn auch das eigene Leben hängt im Einsatz vom Miteinander aller Einsatzkräfte ab und Erfolge sind nur gemeinsam erreichbar.“ (Mehr dazu erfährst du im Beitrag „Im wahrsten Sinne des Wortes Lebenswichtiges tun“.)

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Wort und Bild (Suchworte z.B. Polizei, Feuerwehr, Rettung).
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

KURSNET

Das Portal für berufliche Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit.
www.kursnet.arbeitsagentur.de

BERUFE TV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit.

www.berufe.tv

Gewerkschaft der Polizei/Bundespolizeiakademie

www.polizei-einstellung.de

Ausbildung bei der Bundespolizei

www.komm-zur-bundespolizei.de

DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe gGmbH

www.retter-werden.de

Deutscher Berufsverband Rettungsdienst e.V.

www.dbrd.de

Deutscher Feuerwehrverband

www.feuerwehrverband.de

„Sicherheit studieren. Studienangebote in Deutschland“

Broschüre des Forschungsforum „Öffentliche Sicherheit“ mit einer ausführlichen Darstellung sämtlicher Studienangebote im Bereich Sicherheit und Gefahrenabwehr

www.sicherheit-forschung.de/publikationen/schriftenreihe_neu/20/index.html

abi>> 20.03.2017

weitere beiträge

  • zu BERUFE.TV (Öffnet sich in neuem Fenster)
  • zu den abi>> Podcasts

mehr zu diesem thema

 

andere beiträge der rubrik

 

verwandte themen