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Die Welt der Arzneimittel

Eine junge Frau mit weißem Kittel steht in einer Apotheke vor einem Regal und hält ein Medikament in der Hand. Im Hintergrund trägt ein Mann etwas in einen Kalender ein.
Wer in der Pharmabranche arbeiten will, kann über ein Studium oder eine Ausbildung einsteigen. Neben Apotheken können Interessierte beispielsweise auch in der Forschung Fuß fassen.
Foto: Meramo

Berufe mit Pharma – Hintergrund

Die Welt der Arzneimittel

Zu den Kernbereichen der Pharmazie zählen die Beschaffenheit, Wirkung, Entwicklung, Prüfung, Herstellung und Abgabe von Arzneimitteln. Wer in diesem Feld arbeiten möchte, kann über ein Studium einsteigen – oder eine Ausbildung absolvieren. Auch Quereinsteiger sind willkommen.

Wer an „Berufe mit Pharma“ denkt, hat wohl zunächst eine Apotheke im Kopf, in der ein Apotheker vor einem prall gefüllten Regal mit kleinen, bunt bedruckten Pappschachteln steht und freundlich Auskunft darüber gibt, wie die vom Arzt verschriebenen Pillen eingenommen werden müssen. Direkt nebenan berät der Pharmazeutisch-technische Assistent einen schnupfengeplagten Kunden zu den Wirkstoffen eines Schleimlösers.
„Berufe mit Pharma“ lassen sich aber nicht nur hier finden. So beschäftigen etwa industrielle Medikamentenhersteller und Chemieunternehmen unter anderem Pharmakanten, die an automatisierten Maschinen Arzneimittel herstellen – angeleitet beispielsweise von Pharma-Ingenieuren oder Industriemeistern der Pharmazie. Mit der Erforschung und Entwicklung von Arzneimitteln wiederum beschäftigen sich Pharmazeuten, die sich darüber hinaus auch mit deren Zulassung und Sicherheit auseinandersetzen. Sie arbeiten dabei unter Umständen mit Toxikologen zusammen, die Wirkung, Aufnahme, Verteilung und Umsetzung der Medikamente im menschlichen Körper untersuchen.

Interesse für naturwissenschaftliche Zusammenhänge

Interesse für naturwissenschaftliche Zusammenhänge, besonders für chemische Prozesse, sind für alle genannten Berufe Voraussetzung. Ein Studium hingegen nicht: Pharmazeutisch-technische Assistenten etwa werden an Berufsfachschulen ausgebildet, Pharmakanten und pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte absolvieren eine duale Berufsausbildung. „Um sich für die passende Richtung zu entscheiden, sollten sich Interessierte genau fragen, ob sie eher zur Forschungs- und Laborarbeit neigen oder gerne mit Menschen zu tun haben und sie beraten wollen“, empfiehlt Alexander Janke, Berater für akademische Berufe bei der Agentur für Arbeit Nürnberg. „Wer sich für den Apotheker-Beruf entscheidet, sollte fachlich kompetent und kommunikativ sein, gerne mit Menschen umgehen und sie einfühlsam beraten können“, erklärt er die Voraussetzung für den „Klassiker“ unter den Pharma-Berufen.

Und wen es doch an die Hochschule zieht, dem erklärt Alexander Janke: „Für das recht anspruchsvolle Studium der Pharmazie ist wegen des umfangreichen Stoffs eine hohe Lernbereitschaft erforderlich.“ Daneben spielen ein abstrakt-technisches Grundverständnis, aber auch feinmotorische Fähigkeiten und eine selbständige Arbeitsweise eine wichtige Rolle. Wer nach den acht Semestern das zweite Staatsexamen bestanden hat, startet in ein praktisches Jahr: sechs Monate verpflichtend in einer öffentlichen Apotheke, die zweiten sechs nach Wahl zum Beispiel in der Industrie. Danach steht das dritte, mündliche, Examen an. Für die Approbation als Apotheker müssen die Absolventen außer dem Zeugnis auch ein polizeiliches Führungszeugnis und ein ärztliches Attest vorlegen.

Studium und Weiterbildung

Daneben gibt es weitere Studienfächer, die für eine Tätigkeit in der Pharmabranche qualifizieren, die aber nicht mit dem Staatsexamen abschließen. Wer sich gezielt für die Themenbereiche Arzneimittelerprobung und -zulassung interessiert, kann ein Studium der Klinischen Forschung mit besagtem Schwerpunkt wählen. Im Studiengang Pharmatechnik geht es unter anderem um Arzneimittelrecht, anorganische Chemie, Gentechnik sowie Mess- und Regelungstechnik. Absolventen arbeiten beispielsweise in der Arzneimittelherstellung. Aber auch Quereinsteiger haben Chancen. So können sich etwa auch Absolventen eines Studiums im Chemieingenieurwesen beruflich mit der Herstellung von Medikamenten beschäftigen.

Und wer nach Ausbildung oder Studium noch nicht genug hat, kann eine Weiterbildungen absolvieren, zum Beispiel zum Pharmareferenten. Er berät Ärzte und Apotheker im Auftrag von Pharmaunternehmen. Apotheker können sich zudem zum Fachapotheker mit verschiedenen Schwerpunkten fortbilden.

Weitere Informationen

BERUFENET
Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit bietet über 3.000 aktuelle Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Pharma)
www.berufenet.arbeitsagentur.de


studienwahl.de
Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de


KURSNET
Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen. (Suchwort: Pharma)
kursnet-finden.arbeitsagentur.de


JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit
www.jobboerse.arbeitsagentur.de


Verein demokratischer Pharmazeutinnen und Pharmazeuten (VdPP)
www.vdpp.de


Deutsche Apotheker Zeitung
www.deutsche-apotheker-zeitung.de


Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland e.V. (BPhD)
www.bphd.de


Bundesapothekerkammer (darüberhinaus gibt es die Kammern der Länder)
www.abda.de/abda/organisation/bak

 

abi>> 15.12.2017

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