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Zielführende Umwege

Wegweisschilderbaum
Über Umwege gelangte Theresa Gollnow zu ihrer jetzigen Stelle als Azubi-Trainerin bei der Rewe Group.
Foto: Martin Rehm

Berufseinstieg: Karriereportal

Zielführende Umwege

Dass Umwege manchmal doch ans Ziel führen, beweist der berufliche Werdegang von Theresa Gollnow. Die 28-Jährige ist Azubi-Trainerin bei der Rewe Group in Teltow und bewarb sich damals über das hauseigene Karriereportal für eine Ausbildung.

Von der Zentrale aus betreut Theresa Gollnow Schülerinnen und Schüler, die sich bei dem Konzern um einen Ausbildungsplatz bewerben. Sie selbst kann sich noch gut daran erinnern, wie es sich anfühlt, nach dem Abi über den weiteren Weg entscheiden zu müssen: „Es gibt so viele Optionen, aber die kannte ich nach der Schule einfach nicht.“ Während viele ihrer Freunde den direkten Weg ins Studium wählten, jobbte sie zunächst in der Systemgastronomie. „Ich hatte einen Crew-Trainerschein, so dass ich Neulinge anlernen konnte“, erzählt sie. Daraus hat sich eine Ausbildung zur Fachfrau für Systemgastronomie ergeben, die sie als Abiturientin in zwei statt in drei Jahren durchlaufen konnte. „Die Arbeit an sich hat mir Spaß gemacht, aber ich wollte mich auf jeden Fall weiterentwickeln“, sagt sie. Auf Dauer war auch der 24-Stunden-Schichtdienst kräftezehrend.

Nach und nach kristallisierte sich aufgrund ihrer Berufserfahrung heraus, dass sie gerne in Richtung Betriebswirtschaft weitermachen wollte. Insbesondere das Personalmanagement reizte sie. „In der Ausbildung hatte ich mit betriebswirtschaftlichen Themen zu tun, nach der Ausbildung habe ich als Teamleiterin Personal angeleitet. Das war mein Anknüpfungspunkt“, erinnert sich Theresa Gollnow

Nach der Ausbildung ist vor der Ausbildung

Ein Porträt-Foto von Theresa Gollnow

Theresa Gollnow

Foto: Privat

Sie besorgte sich eine Liste mit Arbeitgebern, die in den Rankings der Top-Arbeitgeber die vorderen Plätze belegten, und schaute auf deren Internetseiten nach, welche Stellen sie in Berlin anboten. „Auf allgemeinen Stellenportalen habe ich gar nicht erst gesucht. Meiner Erfahrung nach betreiben die meisten großen Unternehmen eigene Karriereportale. Außerdem hat es den Vorteil, dass man gleich einen besseren Eindruck von den Unternehmen bekommt. Auf den Seiten der Rewe Group etwa war sehr detailliert beschrieben, wie der Bewerberprozess abläuft“, denkt sie zurück. Ein Aspekt war ein Einstellungstest, auf den sie sich direkt im Portal vorbereiten konnte. Dort wurden Testaufgaben gestellt. Darauf folgte eine Einladung zum Probearbeiten.

Oder doch ein duales Studium?

Neben den regulären Stellen suchte sie auch nach Angeboten für ein duales Studium und Abiturientenausbildungen. „Unter anderem gab es die Möglichkeit, eine verkürzte Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau zu durchlaufen. Dabei besucht man statt der Berufsschule die REWE Akademie, legt eine Prüfung vor der IHK ab und kann dann direkt den Handelsfachwirt anschließen“, erzählt sie. Für diese Kombination aus Aus- und Weiterbildung hätte sie es in Kauf genommen, eine zweite Ausbildung dranzuhängen. Um ihre Chancen zu erhöhen, hat sie sich dennoch auf mehrere Stellen beworben. „Ich habe für jede Stelle eine eigene Bewerbung erstellt, inklusive Anschreiben“, sagt sie.

Doch dann kam alles anders. Beim Probearbeiten wurde sie in einem der Supermärkte in Bahnhofsnähe eingesetzt. Der Knackpunkt: Durch die zentrale Lage hatte der Laden sehr lange Öffnungszeiten. Das war genau das, was sie eigentlich nicht mehr wollte. „Das habe ich in einem weiteren Gespräch gesagt. Man hat mir dann alternativ ein duales Studium angeboten, Dienstleistungsmanagement. Die Praxiseinheiten habe ich in der Zentrale in Teltow absolviert und daraus hat sich auch meine heutige Tätigkeit ergeben. Natürlich war ich zur rechten Zeit am rechten Ort. Aber es ist auch einfach so, dass ich durch meine Arbeitserfahrung einen anderen Blick auf Themen wie Ausbildung, Studium und Unternehmenskultur entwickelt habe“, findet Theresa Gollnow. Auch wenn sie einige Umwege gegangen ist, hat sie heute das gefunden, was zu ihr passt.

abi>> 16.05.2016

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