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Viele Faktoren bestimmen das Gehalt

Geldscheine
Das Einstiegsgehalt hängt von verschiedenen Faktoren ab – ausschlaggebend sind zum Beispiel Studienfach, Abschluss und Branche.
Foto: Heidrun Hönninger

Einstiegsgehälter von Akademikern

Viele Faktoren bestimmen das Gehalt

Mit dem Studienabschluss in der Tasche geht es auf Jobsuche. Dabei lässt bei den Bewerbern kaum ein Thema mehr Fragen offen als das Gehalt: Was kann ich im Vorstellungsgespräch verlangen? Wie finde ich heraus, was andere in meiner Position verdienen?

Mit einem Studium steigen die Aussichten auf einen gut bezahlten Job – diese Aussage ist meist richtig. Laut dem LohnSpiegel des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) verdienen Akademiker im ersten Berufsjahr im Schnitt 3.400 Euro brutto monatlich. Rund 13.500 Hochschulabsolventen haben von 2009 bis 2012 bei dieser Studie Angaben zu ihrem Verdienst gemacht. Allerdings darf man in punkto Einstiegsgehalt nicht alle über einen Kamm scheren: Die Unterschiede sind groß und hängen zum Beispiel vom Studienfach, dem Abschluss, der Hochschulart, der Branche, den Qualifikationen des Bewerbers, der Unternehmensgröße und seinem Standort ab.

Hoher Verdienst bei Banken

Absolventen im Bankensektor erhalten laut LohnSpiegel mit 4.397 Euro brutto das höchste Einstiegsgehalt. Auf den Plätzen zwei und drei liegen der Fahrzeugbau und die chemische Industrie mit 4.381 beziehungsweise 4.349 Euro. Ganz unten dagegen rangiert der Bereich Kultur/Sport/Unterhaltung mit 2.647 Euro. Beim Blick auf die Branchen bestätigt Thomas Friedenberger, Karriereberater beim Staufenbiel Institut in Köln, dass „Banken und Unternehmensberatungen besonders gut zahlen – aber auch viel von ihren Bewerbern verlangen“. Das Institut ermittelt mit der Studie „JobTrends Deutschland“ jährlich die Einstiegsgehälter von Wirtschaftswissenschaftlern, Ingenieuren, Informatikern und Juristen.

Eine Rolle spielen zudem der Hochschulabschluss und die Art der Hochschule, die man besucht hat. Nach dem LohnSpiegel verdienen Einsteiger mit einer Promotion am meisten, nämlich 4.222 Euro. Wer den Bachelor an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften gemacht hat, erhält durchschnittlich 3.301 Euro, mit einem Uni-Bachelor bekommt man 2.889 Euro. Wohl gemerkt sind das Durchschnittswerte. Thomas Friedenberger etwa sieht in Bezug auf Hochschulart und -abschluss keine großen Unterschiede beim Gehalt solange die Aufgaben ähnlich sind. „Positionen hingegen, bei denen es auf den Abschluss ankommt – etwa als Vorstandsassistent oder in der Forschung und Entwicklung, wo vorrangig Master-, MBA-Absolventen und Promovierte gefragt sind – bieten natürlich auch höhere Gehälter.“

Dass die Tarife in Ost und West nach wie vor unterschiedlich sind, ist ebenfalls kein Geheimnis. „Aber man muss natürlich auch die Lebenshaltungskosten betrachten“, gibt Thomas Friedenberger zu bedenken. Ein weiterer Faktor: „In Städten sind die Ausgaben höher als in ländlichen Gebieten.“

Gehalt steigt mit Berufserfahrung

Es ist also keine leichte Aufgabe, als Berufseinsteiger eine realistische Gehaltsforderung zu ermitteln. „Insgesamt sind die Einstiegsgehälter in den vergangenen Jahren leicht angestiegen, aber große Sprünge gab es keine“, sagt Thomas Friedenberger. „Mehr verlangen können nur Spezialisten, die sehr gesuchte Qualifikationen mitbringen.“ Auch wenn große Unternehmen vielfach noch mehr bezahlen als Mittelständler, habe sich das Gehalt bei gesuchten Spezialisten angeglichen, so der Karriereberater. „Durch den erhöhten Fachkräftebedarf haben die Mittelständler auch keine andere Wahl, weil sie sonst keine Bewerber bekämen.“

Er empfiehlt bei der Recherche nach Einstiegsgehältern immer mehrere Quellen zu betrachten, weil jede Studie andere Daten zugrunde legt. „Schaut man sich mehrere Auswertungen an, erkennt man jedoch für die gewünschte Position eine gewisse Gehaltshöhe, an der man sich orientieren kann“, erklärt er.

Ist man als Berufseinsteiger damit nicht zufrieden, gibt es jedoch eine gute Nachricht: Der LohnSpiegel zeigt, dass nach einigen Jahren im Job die Gehälter insgesamt steigen und sich langsam angleichen. So sinkt der Unterschied zwischen dem Gehalt eines Uni- und FH-Bachelors nach zwei bis drei Jahren von 400 Euro im Monat auf 300.

Weitere Informationen

Informationen der Bundesagentur für Arbeit:

www.statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Beschaeftigung/Entgeltstatistik/Entgeltstatistik-Nav.html

Projekt LohnSpiegel

Herausgegeben vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Hans-Böckler-Stiftung (WSI)
www.lohnspiegel.de/html/absolventenlohnspiegel.php

Staufenbiel Institut

www.staufenbiel.de

JobTrends Deutschland 2015

Herausgegeben vom Staufenbiel Institut
www.staufenbiel.de/fileadmin/fm-dam/PDF/Publikationen_SS15/JobTrends_2015_Freigabe.pdf

Deutsches Zentrum für Hochschule und Wissenschaftsforschung (DZHW)

www.dzhw.eu

Hochschulabschlüsse im Umbruch.

Studium und Übergang von Absolventinnen und Absolventen reformierter und traditioneller Studiengänge des Jahrgangs 2009. (PDF)
www.DZHW.eu/pdf/pub_fh/fh-201117.pdf

Karriere mit Hochschulabschluss?

Hochschulabsolventinnen und -absolventen des Prüfungsjahrgangs 2001 zehn Jahre nach dem Studienabschluss. (PDF)
www.DZHW.eu/pdf/pub_fh/fh-201310.pdf

abi>> 27.11.2015

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