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„Mutig sein, aber nicht blauäugig“

Businessplan
Mit der richtigen Strategie zum Erfolg – wer sich selbstständig machen möchte, sollte zunächst einen detaillierten Businessplan aufstellen.
Foto: Heidrun Hönninger

Existenzgründung: Kommunikationsexpertin

„Mutig sein, aber nicht blauäugig“

Der Tag von Friederike von der Kuhlen (31) beginnt mit einer Tasse Kaffee und ihrem Smartphone. Sie stöbert nach interessanten Branchentrends und twittert darüber. Danach ist die selbstständige Kommunikationsexpertin mit Schwerpunkt Public Relations (PR) und Social Media für ihre Kunden da: Sie entwickelt Social-Media-Strategien, schreibt Pressemeldungen oder überarbeitet Unternehmenswebsites.

Seit Mai 2015 ist Friederike von der Kuhlen selbstständig. Nach ihrem Abitur und einem Orientierungsjahr beim Radio und Film studierte sie in München Medienmanagement an der privaten, staatlich anerkannten Mediadesign Hochschule für Design und Informatik. „Neben dem Studium habe ich am Wochenende beim Radio gearbeitet. Das war sehr anstrengend, hat mir aber viel gebracht.“ Mit dem Bachelor of Arts in der Tasche fand sie direkt eine Festanstellung als Assistentin und später als Redakteurin in einer Social-Media-Agentur. Dort blieb sie zwei Jahre und wechselte dann zu einer PR-Agentur, wo sie als Senior-Beraterin den Bereich Social Media aufbaute. Berufsbegleitend absolvierte sie ein sechsmonatiges Kompaktstudium bei der Deutschen Presseakademie, das sie mit dem Zertifikat „Kommunikationsmanagerin“ abschloss.

Selbstständigkeit als Option zur Weiterentwicklung

Ein Porträt-Foto von Friederike von der Kuhlen

Friederike von der Kuhlen

Foto: Privat

Nach vier Jahren in der PR-Agentur hatte sie das Gefühl, auf der Stelle zu treten. „Ich bin ein ehrgeiziger Mensch. Ich will mich immer weiterentwickeln“, erklärt sie. Sie bewarb sich bei mehreren Unternehmen und erhielt Einladungen zu Vorstellungsgesprächen. „Die Inhalte waren interessant, aber irgendwie habe ich keine Euphorie verspürt.“ Mit dem Thema Selbstständigkeit hatte sich Friederike von der Kuhlen bis dahin nicht beschäftigt. „Das war ein No-Go für mich. Ich kenne Leute in meinem Umfeld, die gescheitert sind.“ Doch je länger sie darüber nachdachte, was sie wirklich wollte, umso mehr wurde die Selbstständigkeit eine Option. „Ich habe abgewogen: Wo ist meine Angst begründet und wo nicht“, beschreibt sie ihre damaligen Überlegungen. Sie entschied sich, den Schritt zu wagen und kündigte.

Auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit hat sich Friederike von der Kuhlen von Anfang an beraten lassen. Zusammen mit einem Unternehmensberater entwickelte sie einen Finanzplan. „Der Berater war ziemlich pingelig und das hat mich manchmal genervt, aber im Endeffekt war es genau richtig“, sagt sie heute. Am Ende hatte sie nicht nur einen Plan, sondern auch eine Exit-Strategie. „Was mache ich, wenn es nicht funktioniert? Ich habe einige Szenarien durchgespielt und schließlich wusste ich, dass ich das Risiko eingehen kann.“ Der Finanzplan überzeugte auch die Arbeitsagentur: Sie erhielt einen Gründungszuschuss.

Immer wieder selbst motivieren

„Wichtig für meine Tätigkeit ist es, mich immer wieder selbst zu motivieren. Niemand sagt mir, was ich wann zu erledigen habe“, verdeutlicht sie. „Ich bin strenger zu mir selbst, als ein Chef es je sein könnte.“ Dazu kommt ein gesundes Verhältnis zum Thema Geld. „Es ist schön, viel Geld zu verdienen, wenn es läuft. Aber es ist ganz wichtig, genug für das Finanzamt zur Seite zu legen, damit es keine bösen Überraschungen gibt“, empfiehlt sie. Auch Themen wie Versicherungen und Altersvorsorge bedenkt sie.

Nach einem Jahr Selbstständigkeit weiß Friederike von der Kuhlen, dass sie weitermachen will. „Mir macht es Spaß, unternehmerisch tätig zu sein. Auch wenn ich viel arbeite und Urlaub selten ist – für meine Weiterentwicklung ist diese Art der Arbeit genau richtig.“ Vor Kurzem hat sie den Schritt aus dem Homeoffice in ein eigenes Büro gewagt. Ihr Ziel ist es nun, eine eigene PR-Agentur aufzubauen.

abi>> 10.06.2016

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