Der Schritt in die Selbstständigkeit

Kaffee und Kuchen in Auslage
Tim Kortüm wagte mit seinem "Schürener Backparadies" den Schritt in die Selbstständigkeit.
Foto: Martin Rehm

Existenzgründung

Der Schritt in die Selbstständigkeit

Die eigenen Ideen verwirklichen, den Arbeitstag nach eigenen Vorstellungen gestalten und sein eigener Chef sein – für viele sind es diese Freiheiten, die eine Existenzgründung so attraktiv machen. Doch damit es mit der Selbstständigkeit klappt, gibt es einiges zu beachten.

Beim Blick in die direkt an den Laden angrenzende Backstube können Kunden es gleich sehen: Hier passiert noch echtes Handwerk. Hohe Qualität in Kombination mit vielen neuen Ideen: Mit diesem Erfolgsrezept schaffte es Tim Kortüm, sein „Schürener Backparadies“ in Dortmund zu etablieren – trotz aller Bedenken. „Meine Eltern hatten den Betrieb bereits seit 1979 geführt, mir jedoch von einer Übernahme abgeraten. Sie warnten mich vor der 7-Tage-Woche inklusive Nachtarbeit und meinten, man könne sein Geld auch leichter verdienen. Doch ich wollte es unbedingt machen. Also habe ich ihnen schließlich den Laden abgekauft“, erzählt der 34-Jährige. Damals war er 24 Jahre alt, hatte nach dem Abitur das Bäckerhandwerk erlernt und parallel zum Betriebswirtschaftsstudium an der FH Dortmund den Meister gemacht. „Anfangs war es schon schwierig, sich als junger Chef gegenüber Gesellen mit teilweise 30 oder 40 Jahren Berufserfahrung durchzusetzen“, erinnert sich der Geschäftsinhaber. „Doch die Motivation, es für mich zu machen, hat mich angetrieben.“

Ein Top Gründer im Handwerk

Ein Porträt-Foto von Tim Kortüm

Tim Kortüm

Foto: privat

Heute leitet Tim Kortüm zusammen mit seiner Frau Claire 36 Mitarbeiter an. „Wir sind immer für unsere Kunden da, auch das trägt sicherlich dazu bei, dass es gut läuft“, sagt der Bäckermeister. Die niederländischen Wurzeln der Familie prägen auch ihre teils außergewöhnlichen Produkte, etwa holländisch und französisch inspirierte Backwaren. So gelang es ihnen auch, erfolgreiches Paradebeispiel einer Branche zu werden, die von etlichen Betriebsschließungen betroffen ist: Im Jahr 2014 wählte die Deutsche Handwerks Zeitung (dhz) den Betrieb zum „Top Gründer“ auf den dritten Platz.

„Die Selbstständigkeit kann für jeden mit einer guten Gründungsidee eine Option sein“, erklärt Antje Kolodziej, Teamleiterin in der Akademiker-Vermittlung bei der Agentur für Arbeit Köln. „Man sollte allerdings grundsätzlich ein Gründertyp sein. Die Sicherheit der sozialversicherungspflichtigen Anstellung aufzugeben und ein neues Wagnis einzugehen, ist Grundvoraussetzung für eine Selbstständigkeit. Dazu gehört insbesondere auch die richtige Einstellung“, betont die Expertin. „Wer sich allerdings selbstständig macht, um mehr Freizeit zu haben und viel Geld zu verdienen, wird sich bald auf dem Boden der Tatsachen wiederfinden. Daher sollte man über Fähigkeiten wie Disziplin, Durchhaltevermögen, Kommunikationsstärke und Problemlösefähigkeit verfügen, aber auch Spaß an der Organisation und der eigenen Selbstvermarktung haben, um seine Vision voranzutreiben.“

Die Schritte zur Existenzgründung

Ein Porträt-Foto von Agnes Metz

Agnes Metz

Foto: privat

Welche einzelnen Schritte von der Idee zur Existenzgründung führen, beschreibt Agnes Metz, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt bei der Agentur für Arbeit Köln: „Am Anfang steht immer eine Idee oder der Wunsch nach Selbstständigkeit. Begleitet wird sie von ersten Überlegungen zum marktgängigen Produkt oder zur marktgängigen Dienstleistung, das oder die man anbieten möchte. Was möchte ich tun? Passt die Idee zu mir? Gründe ich allein oder im Team?“ Es folgen Überlegungen zur Gründungsform. Sie prägt eine Selbstständigkeit und sollte daher gut durchdacht sein, wie die Expertin bestätigt. „Ein späterer Wechsel kann zu zeitlichem und finanziellem Aufwand führen und nicht sinnvoll sein. Daher ist es wichtig, sich beraten zu lassen.“ Gängige Formen der Existenzgründung sind die Unternehmergesellschaft (UG) und die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Die GmbH zählt zu den Kapitalgesellschaften, für deren Gründung ein Mindestkapital von 25.000 Euro notwendig ist. Die Haftung ist anders als bei Personengesellschaften auf das Firmenvermögen beschränkt. Die UG ist die „kleine Schwester der GmbH“ und wird auch Mini-GmbH oder Ein-Euro-GmbH genannt, da das Startkapital nur einen Euro betragen kann. Darüber hinaus gibt es verschiedene andere Gründungsformen.

„So vielfältig und heterogen die Gründerszene in Deutschland ist, so unterschiedlich sind auch die Motivationen zum Schritt in die wirtschaftliche Selbstständigkeit“, bestätigt Dr. Sabine Hepperle, Leiterin der Abteilung Mittelstandspolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). „Ob nach erfolgreicher Berufsausbildung, vor dem Abschluss eines Studiums oder als ‚Best Ager‘ mit einem Rucksack wertvoller Erfahrungen: Wenn ich mir sicher bin, ich kann mehr erreichen als bisher, ist es eine Option.“ Der guten Idee müsse sich in jedem Fall eine intensive Marktanalyse anschließen. Wenn das Angebot einen zusätzlichen, gegebenenfalls auch völlig neuen Nutzen für die künftigen Kunden bietet und das Geschäftsmodell am Ende auch dafür sorgen wird, dass der Lebensunterhalt damit gesichert werden kann, ist man auf dem richtigen Weg.“

Businessplan und Finanzierung

Ein Porträt-Foto von Sabine Hepperle

Sabine Hepperle

Foto: privat

Als nächsten Schritt gilt es, einen Businessplan zu erarbeiten. Dieser dient als eine Art Fahrplan in die Selbstständigkeit und enthält alle wichtigen Überlegungen darüber, wie die eigene Geschäftsidee in die Tat umgesetzt werden soll. Er beantwortet, welche Produkte oder Dienstleistungen zu welchem Preis, wie auf welchen Markt gebracht werden sollen. „Ein fundierter, in sich schlüssiger Businessplan ist das notwendige Planungs- und Kontrollinstrument für die ersten drei bis fünf Jahre. Zugleich bietet er jedem potenziellen Geldgeber – ob nun Bank oder Investor – die erforderliche Entscheidungsgrundlage zur Gewährung eines Kredits oder zur Bereitstellung von Risikokapital“, bekräftigt Sabine Hepperle.

Erste Beratungsadressen vor Ort sind die regional zuständigen Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern. Auch das Bundeswirtschaftsministerium hat ein umfangreiches Beratungs- und Informationsangebot. Neben einem Existenzgründungsportal, einer Gründerplattform und einer Förderdatenbank bietet das BMWi auch eine telefonische Beratung zu Finanzierungsmöglichkeiten und Förderangeboten an.

Weitere Informationen

arbeitsagentur.de

Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt Existenzgründer mit Informationen und berät zu Förderungsmöglichkeiten.
www.arbeitsagentur.de/arbeitslos-arbeit-finden/existenzgruendung

Existenzgründungsportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi)

Informationen und Tools für Start-ups und Existenzgründer
www.existenzgruender.de

Gründerszene

Online-Magazin für Start-ups und die digitale Wirtschaft
www.gruenderszene.de

Für-Gründer.de

Plattform rund um die Themen Selbstständigkeit und Existenzgründung
www.fuer-gruender.de

Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)

www.dihk.de

Bundesverband der Freien Berufe (BfB)

www.freie-berufe.de

Förderung für Hochschulausgründungen EXIST

www.exist.de

 

Little Lunch

„Die Selbstständigkeit wurde uns in die Wiege gelegt“

Frische Bio-Suppen im Glas – mit ihrer Geschäftsidee überzeugten Denis und Daniel Gibisch 2015 in der Startup-Show „Die Höhle der Löwen“. abi» hat mit den Gründern und Geschäftsführern von Little Lunch über ihren Erfolg gesprochen.

abi>> Wie sind Sie auf die Idee für Ihr Produkt gekommen?

Denis Gibisch: Wir haben eine Lösung für unser eigenes Problem gesucht, denn in jeder Mittagspause im Büro stellten wir uns die Frage: Was essen wir heute? Oft fiel die Wahl – aufgrund des überschaubaren Angebots – auf ungesundes Junkfood. Gesunde und zeitsparende Alternativen gab es kaum. Diesen Zustand wollten wir ändern und fingen an zu recherchieren. Als wir herausfanden, dass jeder Deutsche im Schnitt 100 Teller Suppe im Jahr isst, fiel die Entscheidung ziemlich schnell auf Bio-Suppen im Glas.

abi>> Welche Hürden mussten Sie bei der Realisierung nehmen?

Ein Porträt-Foto von Denis und Daniel Gibisch

Denis und Daniel Gibisch

Foto: Tina Gmeinwieser

Daniel Gibisch: Am Anfang waren wir eine Two-Men-Show und haben unsere ganze Energie in unser Start-up gesteckt – das war natürlich kräftezehrend. Nachdem wir die Investoren in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ von uns überzeugt hatten, konnten wir unser Team vergrößern und uns stärker auf unsere Produkte konzentrieren.

Denis Gibisch: Eine weitere Herausforderung war der Nachhaltigkeitsfaktor. So wären der Vertrieb und Versand in Plastikverpackungen kostengünstiger und einfacher, da Kunststoff bruchsicherer ist, aber wir setzen gezielt auf recycelbare und umweltfreundliche Glasverpackungen.

abi>> Wie würden Sie das Geheimnis Ihres Erfolgs beschreiben?

Denis Gibisch: Viele Start-ups denken, sie müssten etwas vollkommen Neues erfinden. Wir machen bewusst ein Massenprodukt, das im Dosenregal neben bereits etablierten Marken steht. So holen wir auch die über 60-Jährigen ab.

Daniel Gibisch: Little Lunch ist authentisch, echt und schmeckt lecker. Jedes unserer Produkte ist zu 100 Prozent aus Bio-Zutaten und kommt ohne Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe oder zugesetzten Zucker aus. Außerdem haben Nachhaltigkeit und soziales Engagement einen hohen Stellenwert in unserer Unternehmensphilosophie. Dadurch heben wir uns von der Konkurrenz ab.

abi>> Was haben Sie vorher beruflich gemacht?

Daniel Gibisch: Nach dem Abitur habe ich „Interaktive Medien“ in Augsburg studiert und anschließend als Webentwickler gearbeitet. Denis ist fürs Wirtschaftsstudium nach Ansbach gegangen und war danach technischer Leiter im elterlichen Betrieb sowie Logistikleiter in einem Unternehmen in Eresing.

Denis Gibisch: Unsere Eltern hatten uns die Selbstständigkeit quasi in die Wiege gelegt – wir wollten schon früh ein eigenes Unternehmen gründen.

abi>> Haben Sie schon neue Ideen oder Pläne für die Zukunft?

Daniel Gibisch: Der Fokus liegt ganz klar auf Expansion und der Erhöhung der Markenbekanntheit in Deutschland. In der Schweiz und in Österreich sind unsere Produkte bereits in einigen Supermärkten erhältlich. Dort wollen wir noch flächendeckender in den Regalen stehen und zudem weitere europäische Länder für unsere Suppen begeistern.

Denis Gibisch: Auch neue Ideen haben einen wichtigen Stellenwert. Gerade erst haben wir zwei neue Eintöpfe sowie drei Wintersuppen als Limited Edition auf den Markt gebracht. Und dieses Jahr stehen weitere Produktneuheiten an.

Little Lunch

Auf der Unternehmenseite von "Little Lunch" findest du noch mehr Infos zur Gründungsgeschichte.

https://littlelunch.de

 

Selbstständige Grafikerin

Der Laden läuft

Johanna Dreyer (29) wagte den Schritt in die Selbstständigkeit: Zusammen mit Katharina Weiß (29) gründete sie den „Grafikladen“ in Berlin – nach ersten Herausforderungen haben die Designerinnen schon einiges erreicht.

Die Referenzen können sich sehen lassen. Ruft man die Homepage www.grafikladen.net auf, erscheinen, stilvoll und bildstark in Szene gesetzt, Plakate, Werbemittel, Magazine, Visitenkarten, Bücher, Fotografien, Produktdesign, Editorial Design und andere Werbemittel bis hin zur Ausstattung ganzer Events und Ausstellungen. Der Laden läuft, denkt der Betrachter unweigerlich. Doch bis es soweit war, war ein langer Atem nötig. „Wir hatten uns im Design-Studium an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg kennengelernt und schon diverse Projekte zusammen gemacht. Dabei haben wir gemerkt, dass wir ein gutes Team sind“, sagt Johanna Dreyer, die mit Katharina Weiß daraufhin die Existenzgründung wagte. Das war vor fünf Jahren und begann mit einem kleinen Home-Office in der Wohngemeinschaft, in der sich die heute 29-Jährigen bereits die Räume teilten.

„Wir haben es einfach gemacht“

Ein Porträt-Foto von Johanna Dreyer und Katharina Weiß

Johanna Dreyer und Katharina Weiß (v.l.)

Foto: Anne Freitag

Beide Grafikdesignerinnen wollten gern im kulturellen Bereich arbeiten. „Eine Anstellung in dem Bereich zu finden, erwies sich jedoch als schwierig, und die Investitionskosten für die Selbstständigkeit hielten sich in unserem Fall in Grenzen. Wir hatten einen Computer, wir hatten uns als Team – also haben wir es einfach gemacht“, erinnert sich Johanna Dreyer. Zum Thema Selbstständigkeit hatten sich die beiden Frauen bereits im Studium schlau gemacht: „Im letzten Semester hatten wir ein Seminar zum Thema Existenzgründung belegt. Hier wurden viele Fragen geklärt, etwa zur Rechtsform oder zur Versteuerung“, erzählt Johanna Dreyer.

Um finanzielle Sicherheit zu haben, jobbten die beiden in der Anfangszeit noch nebenbei. So konnten sie auch Projekte annehmen, die ihnen zwar sehr gut gefielen, bei denen das Honorar aber eher gering ausfiel. „Zunächst ging es uns vor allem darum, ein Portfolio aufzubauen, mit dem wir uns präsentieren konnten.“ Doch schon bald ging es voran, nach einem halben Jahr zog ihr Grafikladen in eine alte Fabriketage ein. Seit Sommer 2018 befindet er sich in Büroräumen in der Berliner Gaswerksiedlung.

„Ein wesentlicher Schritt zur Professionalisierung war, die eigene Webseite zu gestalten und die Projekte, die wir schon gemacht hatten, ansehnlich zu fotografieren und zu präsentieren“, berichtet Johanna Dreyer. „Als wir unsere ersten Visitenkarten rausgeben konnten, kam ein Punkt, an dem man merkte: Es hat sich etwas verändert.“ Unter dem Motto „Raum für strategische Gestaltung“ achteten die beiden von Anfang an darauf, einen bestimmten Kundenkreis anzusprechen, „hauptsächlich Kunden im kreativen, kulturellen Bereich, aber auch Menschen, die zum Beispiel an innovativer Zukunft interessiert sind.“ Die Aufgaben der Designerinnen reichen dabei von der Konzeption über die Gestaltung bis hin zur Betreuung der Produktion.

Das erste feste Gehalt

Mundpropaganda tat ihr Übriges, wie Johanna Dreyer feststellt. „Seit ungefähr zwei Jahren sind wir an dem Punkt, uns ein festes Einkommen zahlen zu können. Das hat etwas gedauert und unser Jahresumsatz schwankt immer noch.“ Um auf der sicheren Seite zu bleiben, beschränken sich beide auf einen Lohn von jeweils 2.500 brutto monatlich. Zeigt sich bei der jährlichen Einkommenssteuererklärung, dass etwas übrig bleibt, wird es gespart. „Mit Investitionen sind wir vorsichtig, aber wir haben zum Beispiel eine Wachstumsberatung gemacht, weil wir gemerkt haben, dass uns der betriebswirtschaftliche Hintergrund fehlte – etwas, das sich bereits ausgezahlt hat.“ Inzwischen beschäftigen die beiden eine Freelancerin, die sie bei den Projekten unterstützt und dafür nach Tagessätzen bezahlt wird.

Um sich fachlich weiterzubilden, erwarb Johanna Dreyer den Master of Arts in „Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation“ an der Universität der Künste Berlin. Katharina Weiß macht dort derzeit nebenberuflich den Master in „Leadership in digitaler Kommunikation“. Rückblickend haben sie durch ihre Existenzgründung einiges dazugelernt. „Wir können anderen nur raten, sich nicht unter Wert zu verkaufen. Uns war es wichtig, uns mit Menschen zu unterhalten, die sich selbstständig gemacht und diesen Prozess bereits durchlaufen haben. Daraus kann man viel lernen.“

 

Glossar

Das ABC der Existenzgründung

Die wichtigsten Begriffe rund um das Thema Existenzgründung – kurz und einfach erklärt:

Ausgründung: Von einer Ausgründung (auch: Outsourcing) ist die Rede, wenn sich einzelne Mitarbeiter oder die Abteilung eines Unternehmens, einer Hochschule oder einer Forschungseinrichtung selbstständig machen. Dafür kann es verschiedene Gründe geben: die betreffenden Aufgaben effektiver organisieren, Kosten sparen, zusätzliche Innovationen vorantreiben oder Führungskräfte motivieren, die intern keinen Aufstieg auf der Karriereleiter mehr sehen.

Businessplan: Er liefert den roten Faden für die Existenzgründung und den Aufbau des Unternehmens. Dabei wird die anfängliche Idee zu einem Konzept mit Erläuterungen und betriebswirtschaftlichen Prognosen weiterentwickelt und komplett durchleuchtet. Es ist in der Regel ratsam und für die Bewilligung einer Finanzierung auch erforderlich, vor der Gründung einen Businessplan anzufertigen, um selbst das Gefühl für die anstehenden Herausforderungen zu bekommen.

Franchising: Hierbei stellt der Franchisegeber dem Franchisenehmer die (regionale) Nutzung eines gelabelten Geschäftskonzeptes gegen Entgelt zur Verfügung. Der Franchisenehmer verkauft seine Erzeugnisse oder Dienstleistungen rechtlich selbstständig, zahlt aber Gebühren für die Nutzung einer Marke sowie für ein einheitliches Vertriebssystem und häufig auch für eine gemeinsame Buchhaltung. Der Franchisegeber wiederum bildet den Franchisenehmer aus, prüft die Umsetzung des Konzeptes und darf Anweisungen erteilen.

Freier Beruf/Gewerbegründung: Bei einem freien Beruf (auch Freiberuf) handelt es sich um selbstständig ausgeübte, wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeiten. Eine freiberufliche Tätigkeit ist nach deutschem Recht kein Gewerbe und unterliegt daher weder der Gewerbeordnung noch der Gewerbesteuer.
Als Gewerbe gilt grundsätzlich jede wirtschaftliche Tätigkeit, die auf eigene Rechnung, eigene Verantwortung und auf Dauer mit der Absicht zur Gewinnerzielung betrieben wird – davon ausgenommen sind freiberufliche oder landwirtschaftliche Tätigkeiten.

Neugründung/Unternehmensnachfolge: Sich selbstständig zu machen bedeutet, entweder ein Unternehmen neu zu gründen oder ein bestehendes Unternehmen zu übernehmen. Beides hat Vor- und Nachteile: Bei einer Neugründung kann man ganz nach den eigenen Vorstellungen vorgehen, muss sich aber auch erst am Markt positionieren. Bei einer Unternehmensnachfolge gibt es bereits Strukturen und es besteht von Anfang an Verantwortung für die übernommenen Mitarbeiter. Andererseits kann der Nachfolger auch von der bestehenden Positionierung des Unternehmens am Markt und dem vorhandenen Kundenstamm profitieren.

Start-up: Hierbei handelt es sich um eine innovative Geschäftsidee mit hohem Wachstumspotenzial. Häufig geht es dabei um einen jungen oder noch nicht existierenden Markt, sodass erst ein funktionierendes Geschäftsmodell gefunden werden muss. Aufgrund der hohen Risiken erfolgt die Finanzierung oft nicht über klassische Banken, sondern über Förderbanken und innovative Finanzierungsformen (zum Beispiel Wagniskapital oder Crowdfunding).

 

abi» Animation

So wirst du dein eigener Chef!

Der erste Schritt ist immer der schwerste – besonders, wenn es um die eigene Existenz geht. Doch wer den Start in die Selbstständigkeit wagt, wird oft mit einem erfüllten Arbeitsleben belohnt. Die abi>> Animation zeigt dir, wie eine Existenzgründung ablaufen kann.

 


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Stand: 24.07.2019