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Digitale Gipfelstürmer

Detailaufnahme einer Landkarte auf einem Computerbildschirm
Patric Schmid entwickelte einen digitalen Outdoorführer.
Foto: Christof Stache

Existenzgründung: Start-up

Digitale Gipfelstürmer

Während seines Studiums war Softwareentwickler Patric Schmid (31) viel in den Bergen unterwegs – und wurde nicht selten von veralteten Wanderbüchern in die Irre geführt. Da lag die Idee nahe, selbst einen digitalen Outdoorführer zu entwickeln und damit als Selbständiger Geld zu verdienen.

Im Frühjahr 2013 gründete Patric Schmid zusammen mit Stephanie Zankl (32) die TourTrend GmbH mit Sitz im bayerischen Bad Endorf und machte sich ans Werk, seinen digitalen Outdoorführer in die Realität umzusetzen. Enziano nennt er seinen kombinierten Web-App-Service schließlich. 2014 wurde dieser als interaktiver Marktplatz für Kletterer gelauncht. „Kletterer können ihre Tour nach Schwierigkeitsgrad und Vorlieben wählen und erhalten mit nur wenigen Klicks ihre ganz persönliche Route", erläutert Patric Schmid das Konzept des Outdoorführers.

Die ausgewählte Outdoortour kann online gekauft und ausgedruckt oder direkt mit dem Smartphone via App synchronisiert werden. Alle Informationen sind offline verfügbar und in den Bergen ohne Internetzugang nutzbar – in ganz Europa. „Vor allem die Gebiete auf Mallorca und Madeira sind Bestseller“, ergänzt der Entrepreneur, der bei der Entwicklung seiner Touren mit Bergführern und Verlagsautoren zusammenarbeitet.

Vom Usability-Studium zum eigenen Unternehmen

ein Porträtfoto von Patric Schmid

Patric Schmid

Foto: privat

Dass Patric Schmid einmal selbst Geschäftsführer eines Unternehmens werden würde, war dem studierten Softwareentwickler nicht immer klar. Nach seinem Bachelorstudium Software Engineering an der HTWG Konstanz entschied er sich für den Masterstudiengang Information Engineering mit Schwerpunkt Usability an der Universität Konstanz, den er 2011 abschloss. Parallel zum Studium hatte er bereits kleinere IT-Projekte als Freiberufler umgesetzt. Danach nahm er zunächst eine feste Stelle als Usability-Berater an, entschied sich aber schließlich bewusst für die Selbstständigkeit, die ihm aus seiner Sicht mehr Freiheiten bietet.

Heute, drei Jahre nach der Firmengründung, beschäftigen Patric Schmid und seine Geschäftspartnerin Stephanie Zankl, die sich um Unternehmensentwicklung, Finanzplanung und Marketing kümmert, fünf Freiberufler. Sie unterstützen bei Bedarf bei der Softwareentwicklung und beim Marketing. Am Anfang programmierte Patric Schmid noch selbst. Heute koordiniert er die Entwickler, definiert neue Features und prüft die fertige Software. „In den letzten drei Jahren haben wir viele Höhen und Tiefen durchlebt“, sagt er und ergänzt: „Zu Beginn trug uns die eigene Motivation. Wir haben Tag und Nacht an unseren Ideen gefeilt, programmiert und mit potenziellen Partnern gesprochen.“

Unterstützung durch Stipendium

2013 bekamen die Gründer über ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) eine Finanzspritze. In dieser Zeit ließen sie sich außerdem von der Industrie und Handelskammer (IHK) München und dem Zentrum für Innovation und Gründung an der TU München, UnternehmerTUM, coachen. „Es war sehr hilfreich, mit vielen Leuten über die eigene Idee zu sprechen. Das kann ich nur jedem empfehlen. Aus allen Gesprächen haben wir konstruktives Feedback mitgenommen und neue Kontakte. Vor allem die Frage, was die Outdoor-Community von der Idee hält, ist sehr wichtig“, erläutert Patric Schmid.

Die Community stellte das junge Unternehmen generell vor Herausforderungen: „Wir mussten damit klarkommen, dass einige Ideen bei den Nutzern nicht ankamen, sicher geglaubte Partner wieder absprangen oder viel Entwicklungszeit in Features floss, die keinen Erfolg brachten,“ räumt der Firmengründer ein und fügt an: „Eine der größten Hürden bestand darin, als junges Unternehmen potenzielle Partner von der eigenen Idee zu überzeugen.“

Inzwischen ist der digitale Outdoorführer in der Kletterszene bekannt. „Das Unternehmen trägt sich mittlerweile selbst, ohne dass wir weiteres eigenes Kapital investieren müssen“, berichtet Patric Schmid nicht ohne Stolz. In Zukunft soll das Angebot auf weitere Sportarten, Gebiete und Sprachen ausgeweitet werden. „Unser Ziel ist es, Enziano in der gesamten Outdoorszene bekannter zu machen und uns als echte Alternative zum gedruckten Wander- oder Outdoorführer zu etablieren“, schließt er.

abi>> 06.01.2017

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