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Der Wissensträger

Verschiedene Bücher über Informatik liegen gestapelt auf einem Tisch
Um auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu bleiben, halten sich Fachreferenten mit aktueller Fachliteratur auf dem Laufenden.
Foto: Ann-Kathrin Hörrlein

Fachreferent

Der Wissensträger

Weil er sich zunächst Spezialwissen aneignen und sich tiefer in verschiedene Sachverhalte einarbeiten möchte, hat sich Fabian Welschinger (35) für eine Fachkarriere bei der Robert Bosch GmbH entschieden. Später vielleicht doch zusätzlich Personalverantwortung zu übernehmen, schließt er nicht aus.

In seinem Arbeitsalltag ist Fabian Welschinger in unterschiedliche Forschungsprojekte eingebunden. Aktuell beschäftigt er sich intensiv mit der Entwicklung mathematischer Methoden, um das Verhalten von Kunststoffen am Computer zu simulieren. „Ich möchte vorhersagen können, wie sich der Werkstoff später in der Realität verhält – bei unterschiedlichen Temperaturen, in unterschiedlichen Szenarien. Das ist sehr komplex, ganz viele Phänomene müssen berücksichtigt werden“, erklärt er.

Dabei ist es wichtig, dass er immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft ist. „Ich lese viel Fachliteratur, besuche Fachkongresse und halte Kontakte zu Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen“, sagt er: „Das Spezialwissen, über das ich verfüge, legt die Basis für wichtige Entscheidungen, die gemeinsam mit meinem Vorgesetzten getroffen werden.“ Außerdem stimmt er sich regelmäßig in Besprechungen mit anderen Experten und Projektleitern im Unternehmen ab. Anders als sein Vorgesetzter hat der 35-Jährige jedoch keine Personalverantwortung. „Es ist nicht so, dass ich mir das nicht auch vorstellen könnte. Mich reizt es aber vor allem, ein Thema inhaltlich tief zu durchdringen. Ein Übermaß an verwaltungstechnischen Aufgaben lenkt davon nur ab“, findet er.

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Ein Porträt-Foto von Fabian Welschinger

Fabian Welschinger

Foto: Privat

Für die Fachlaufbahn vorgeschlagen wurde Fabian Welschinger von seinen Vorgesetzten. „Jedes Jahr gibt es bei Bosch Mitarbeitergespräche, in denen gemeinsam mit den Vorgesetzten sondiert wird, welche beruflichen Ziele man sich steckt. Ich habe von meinem Wunsch erzählt, die Fachlaufbahn einzuschlagen und sie haben mich unterstützt.“

Grundlage für seine heutige Tätigkeit war ein Schulungsprogramm. Das erste Modul bestand aus einem zweitägigen Mitarbeiterentwicklungsseminar. „Dabei wird genau beobachtet, wie man sich in bestimmten Situationen verhält, welche Rolle man im Team einnimmt, wie man sich einbringt, wie man auftritt. Ich war dabei der einzige, der eine Fachkarriere anvisiert hat, die anderen haben sich für die Führungslaufbahn interessiert“, erinnert er sich.

Fachliche Qualifikationen erwerben

Im Rahmen des Qualifizierungsprogramms durchlief er danach drei mehrtägige, praxisorientierte Seminare mit verschiedenen Schwerpunkten. Dabei standen seine Rolle im Unternehmen als Fachexperte, die persönliche Wirkung auf andere und die Kommunikation im Team auf dem Plan. „Im Wesentlichen werden wichtige Soft Skills vermittelt. Man ist als Fachreferent nämlich nicht alleine in seinem Kämmerchen. Es gibt viel Abstimmungsbedarf und Austausch“, sagt er.

Ehrgeiz, Hartnäckigkeit, Neugierde, Ausdauer und Offenheit hält Fabian Welschinger für unabdingbare Voraussetzungen für eine Fachkarriere. „Eine Lösung findet sich häufig nicht sofort. Man muss fachlich richtig tief graben und dabei sehr viel Energie aufbringen. Bis ins Detail alles verstehen und seine Arbeit immer wieder kritisch hinterfragen, ist nicht für jeden etwas“, erläutert er.

Der studierte Bauingenieur kennt diese Arbeitsweise von der Universität. Nach seinem Diplom an der Universität Stuttgart hat er am Institut für Mechanik über Simulationstechnik promoviert. „Danach hat es mich gereizt, das Handwerkszeug, das ich mir dort angeeignet habe, auch produktbezogen anzuwenden. Bei Bosch hat sich dann für mich ein breites Feld an Möglichkeiten eröffnet, auf dem ich mich jetzt austoben kann“, freut er sich.

Personalverantwortung nicht ausgeschlossen

Fünf Jahre ist Fabian Welschinger mittlerweile im Unternehmen. Längerfristig möchte er sich zum Hauptreferenten entwickeln und vielleicht doch Personal- oder Projektverantwortung übernehmen. „Da gibt es noch ein paar Nüsse, die ich knacken möchte. Aber viele interessante Themen kann ich alleine gar nicht stemmen, da braucht man ein Team, gute Mitarbeiter, die man um sich schart und anleitet“, blickt er in die Zukunft.

Der Wechsel in eine Projekt- oder Führungslaufbahn ist bei Bosch grundsätzlich kein Problem. „Die entsprechenden Führungs- oder Projektmodule kann ich dann belegen. In Sonderfällen gibt es auch Hybrid-Funktionen. Hauptreferent und gleichzeitig Gruppenleiter, ja, das wäre was“, sagt er.

abi>> 22.07.2016

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